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Zocken in Vollendung? Gaming-Monitor Samsung C32HG70 im Test



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Zugeordnete Tags Samsung | Display | Test
Bereiche

Bewertung
Tolles Panel, angemessener Preis
4,5

 Pro

  • Schickes Design
  • Hohe Ergonomie inkl. Pivot
  • Gutes Anschluss-Portfolio
  • Hervorragende Bildqualität
  • Ausladendes Menü
  • Üppiges Zubehör

 Contra

  • Etwas schaukelig
  • Monitor kommt beim Herunterstellen unweigerlich nach vorn
  • Ab Werk etwas gelbstichig
  • Manche Einstellungen sind ungewöhnlich
  • Kopfhörer-Signal zu leise

„Okay, HDMI hat er, aber kann er auch HDCP?“ Das war die Frage, mit der ich vor über einem Jahrzehnt den Kundenberater ans Ende seines Lateins brachte. „Wenn nichts dran steht, dann nicht.“ Und dabei ging es nur um einen Alltags-Monitor für 130 Euro, der eigentlich gar nicht so viel mehr Features mitbrachte.

Heute erzählt ein Blick aufs Monitor-Datenblatt ganze Romane. Bestes Beispiel: Samsungs neues Gaming-Highlight C32HG70. Quantum Dot Color, HDR, QLED, WQHD, 1800R-Krümmung, Dual-Hinge-Standfuß – und das sind nur die Marketing-Attribute, die als Erstes ins Auge springen. Aber die reichen auch schon aus, um Kleinigkeiten wie HDCP egal sein zu lassen, denn eigentlich kann ich gar nicht anders, als mich von der vermeintlichen Genialität des Samsung-TFT überzeugen zu lassen. Oder doch nicht?

Lieferumfang

Mächtiger Karton für Monitor & Zubehör

Den Karton muss man erstmal durch die Tür kriegen.
Der Monitor selbst findet sich unten im Karton.
Standfuß, Kabelblende & Zubehör
Das Zubehör gibt sich stattlich.
Nostalgie-Alarm: eine Setup-CD
Zubehör für die Wandmontage
DisplayPort-Kabel
Auch ein USB-Kabel für Typ-B ist dabei.
HDMI-Strippe
Und natürlich der Kaltgerätestecker
Den Karton muss man erstmal durch die Tür kriegen.

Die Verpackung, in der der Samsung C32HG70 daherkommt, ist wahrlich stattlich, allerdings findet sich im Inneren vor allem jede Menge polsterndes Styropor. So gesehen kommt der Gaming-Monitor also auf jeden Fall sicher verpackt daher, was ich bei einem TFT für gut 700 Euro aber auch erwarte. Das Unboxing an sich versprüht einen Hauch von Archäologie, denn wer von oben anfängt, muss erstmal durch eine Menge Polstermaterial, um im unteren Drittel an den Monitor zu kommen.

Der kommt mit vormontiertem Schwenkarm daher und muss zunächst auf den beiliegenden Standfuß geschraubt werden. Auf dem Weg zum Monitor finde ich zudem jede Menge Zubehör. Das reicht von einem beachtlichen Kabel-Arsenal inklusive Kaltgeräte-, HDMI-, USB- und DisplayPort-Kabel über eine Wandhalterung bis hin zur Abdeckung für den Kabelschacht. Das halbe Dutzend Papierbeileger fand ich beachtlich, aber nicht so kurios wie die ebenfalls beiliegende Installations-CD. Dabei habe ich nicht einmal mehr ein physisches Laufwerk in meinem Rechner.

Dennoch muss ich sagen, dass das Unboxing Spaß gemacht hat und der Monitor ordentlich was bietet für das Geld. Und das geht bei Design und Ergonomie weiter.

Hardware

Sauber verarbeitet & gut ausgestattet

Für die Befestigung des Standfußes braucht es einen Schraubenzieher.
Das Anschluss-Portfolio
Drei Buttons gehören ebenso zu den Steuerelementen ...
... wie ein kleiner Menü-Joystick.
Der Stromanschluss
Der Monitor kommt in auffälligem Curved-Design daher.
Der Schwenkarm ermöglicht Flexibilität.
Die Beleuchtung der Monitor-Rückseite ...
... ist Eye Candy für den Gamer.
Für die Befestigung des Standfußes braucht es einen Schraubenzieher.

In puncto Design und Verarbeitung braucht sich der Gaming-Monitor von Samsung beim besten Willen nicht verstecken. In Curved-Bauweise und mit enorm schlankem Rahmen präsentiert sich mir der 32-Zöller als Design-Schmankerl, der dank turbinenartiger beleuchteter Einfassung für den Schwenkarm mit einem futuristischen Touch daherkommt. Beim Material setzt Samsung auf Kunststoff, was mir aber bis auf die alles in allem etwas schaukelige Bauweise nicht weiter aufstößt.

Anschlussseitig ist der C32HG70 beachtlich ausgestattet. Für die rudimentäre Bildkalibrierung stehen drei Knöpfchen an der Unterseite, für die zahlreichen weiteren Optionen ein kleiner Joystick auf der Rückseite zur Verfügung. In der Praxis funktioniert das Manövrieren durch die Menüs mit etwas Eingewöhnung ziemlich gut.

Die Ports bringen zweimal HDMI, einmal DisplayPort, zweimal USB in Typ-A-Bauweise und einmal in Typ-B-Bauweise sowie einen Kopfhörer- und einen Mikrofon-Eingang mit. Ein Mic Out ist ebenfalls an Bord, während auf DVI und Co. verzichtet wurde. Für mich reicht das Portfolio allerdings absolut aus.

Komfort

Überraschend ergonomisch für einen Gaming-Monitor

Monitor & Notebook auf Arbeitshöhe
Der Samsung-TFT ist höhenverstell-, schwenk- & neigbar.
Irre: 32 Zoll & Curved im Pivot-Modus
Monitor & Notebook auf Arbeitshöhe

Bei einem 750-Euro-Monitor darf man sicherlich so einiges an Komfort und Ergonomie erwarten und der Samsung C32HG70 erfüllt diese Erwartungen vorbildlich. So habt ihr zunächst einmal die Wahl zwischen normaler Aufstellung des Monitors per Standfuß und Wandmontage per beiliegender Halterung. Hinzu kommt die beachtliche Flexibilität des Displays selbst.

Dank Dual-Hinge-Schwenkarm verstellt ihr den Monitor bequem in der Höhe und überwindet so knapp 15 Zentimeter. In der untersten Position sitzt der Samsung dabei fast auf dem Standfuß auf und kommt leider auch ein ganzes Stück nach vorn. Wer nicht viel Platz auf dem Tisch hat, sollte das sicherlich bedenken, schließlich sitzt ihr so auf einmal fast schon mitten im Bild.

Jenseits davon ist der Monitor von -5 bis +15 Grad neigbar und um 15 Grad nach links und rechts drehbar. Darüber hinaus – und das fand ich fast schon ein wenig kurios – könnt ihr den 32-Zöller auch auf Hochkant drehen und die Pivot-Funktion nutzen. Bei der Größe des Panels und der Curved-Bauweise fühlt sich das zwar zunächst gewöhnungsbedürftig an, macht aber zum Beispiel beim Browsen durchaus Laune. Und irgendwie fühlt man sich auch wie ein waschechter Nerd, wenn man seinen teuren Gaming-TFT auf Hochkant dreht. I like.

Software

Ausladendes & ein wenig ungewöhnliches Menü

Die Software geht von allgemeinen Einstellungen ...
... über detaillierte Bild-Optionen ...
... bis in kleinste Details ...
... rund um Anschlüsse, Audio ...
... und Eingangssignal.
Die Software geht von allgemeinen Einstellungen ...

Auch bei den Einstellungen merkt man den preislichen Unterschied zur Allrounder-Konkurrenz, denn beim Samsung-Monitor ist bei Farbe, Kontrast und Gamma noch lange nicht Schluss. Vielmehr erlaubt der C32HG70 jede Menge Fein-Tuning, das zuallererst über die Gaming-Optionen führt. Hier ändert ihr bei Bedarf den Farbraum, schaltet FreeSync ein oder wechselt zur beachtlichen Bildfrequenz von 144 Hertz. Auch die Schwarzwert-Verstärkung erhält ihre eigene Einstellung.

Jenseits davon sind natürlich auch Klassiker wie Helligkeit, Schärfe, Farbe und Kontrast an Bord und werden durch einen Blaulichtfilter für entspanntes Lesen ergänzt. Die rückseitige Beleuchtung kann ich hier natürlich auch ein- und ausschalten oder die Lautstärke des Kopfhörer-Ports regulieren. Eigene Lautsprecher bringt das Display übrigens nicht mit.

Was ich bei all den Optionen etwas seltsam fand: Manche Features, wie zum Beispiel die Gamma-Anpassung, werden ziemlich gut vor dem Nutzer versteckt und kommen dann nicht mit den bekannten Werten, sondern nur mit wenigen Presets daher. Warum das so ist, erschließt sich mir nicht. Optimal finde ich das jedenfalls nicht.

Display

Bildqualität zum Staunen - nach der Kalibrierung

Die Kalibrierung macht dem Gelbstich den Garaus.
sRGB deckt der Monitor zu 100% ab.
Beim Adobe RGB liegen die Werte noch auf sehr gutem Niveau.
Die Kalibrierung macht dem Gelbstich den Garaus.

Wenn ein Monitor gewaltige 32 Zoll Diagonale mitbringt, darf er sich bei der Bildleistung eigentlich keine Schwächen leisten. Und das tut der Samsung auch – zumindest nach der Kalibrierung. Initial wartet das Bild mit einem deutlichen Gelbstich auf, der sich glücklicherweise schon über die Einstellungen ein stückweit mindern lässt.

Nach der professionellen Kalibrierung mit Spyder4Pro ist der Stich verschwunden und die Farben präsentieren sich in ihrer ganzen Pracht. Die 125 Prozent sRGB-Abdeckung, die Quantum-Dot bringen soll, erreicht der Monitor zwar nicht, dennoch sind die Farben absolut brillant, die Kontraste punkten mit hohem Dynamikumfang und die Detailzeichnung des WQHD-Displays mit 2.560 mal 1.440 Pixeln ist auf Top-Niveau. Dabei ist das Panel auch überragend hell und treibt mir beim Zocken spielend die Schweißperlen auf die Stirn.

Übrigens: Solltet ihr wie ich ein etwas älteres Tool zur Bildkalibrierung nutzen, könnte es sein, dass sich der Samsung-Monitor zunächst gegen eine Kalibrierung sperrt. Quantum Dot, HDR und Co. bringen das System durcheinander. Nehmt ihr allerdings in den Einstellungen die Bildtechnologien raus und stellt auf sRGB um, klappt’s problemlos.

Performance

Ein Könner für Games & Filme

Filme? Kein Problem für den QLED-Monitor.
Beim Zocken ist die reale Welt schnell Geschichte.
Filme? Kein Problem für den QLED-Monitor.

Nach einer Reihe an Games bin ich bei „Tom Clancy’s Ghost Recon Wildlands“ hängen geblieben, das ich während der Testzeit überaus ausgiebig am Samsung-Monitor zocken musste. Der Grund: Die Mischung aus Taktik-Shooter, Adventure und Flug-Simulator kommt auf den gut kalibrierten 32 Zoll des C32HG70 überragend zur Geltung. Farben, Kontraste und Detailzeichnung lassen keine Wünsche offen.

An den 144 Hertz scheitert leider das angeschlossene Gaming-Notebook, aber 120 Hertz sind locker drin, sodass ich auch bei der Bildwiederholung nichts zu meckern habe. Ich konnte weder Bewegungsunschärfen noch Bildflackern feststellen, der Samsung-TFT liefert in jeder Hinsicht perfekt ab. So sitze ich Abend für Abend vor dem Curved-Monitor und bekomme nichts mehr mit als das Game, das vor meinen Augen zelebriert wird.

Auch bei Filmen leistet sich der Samsung keine Schlappe. Nachdem ich mir in den Einstellungen die passenden Parameter zusammengesucht habe, komme ich bei jedem Filmgenre in den Genuss kraftvoller, ruckelfreier Bilder – auch wenn das Ausgangsmaterial nur Full HD mitbringt. Einzige Einschränkung: Die Audiowiedergabe zählt (gewolltermaßen) nicht zu den Stärken des Samsung und die Kopfhörer-Lautstärke fällt auch beim Maximum zu gering aus.

Fazit

Flexibel, bildstark, top: Samsung C32HG70

750 Euro erscheint ziemlich viel, doch beim Samsung C32HG70 bekommt ihr auch mehr als genug fürs Geld. QLED, Quantum Dot und HDR – das mag zwar wie Marketing-Gesums klingen, im Samsung-Monitor aber vereint sich das alles zu einem sichtbar überragenden Bild. Ob es das Curved-Design gebraucht hätte und ob es nicht eher zugunsten von 4K hätte außen vorgelassen werden sollen, sei einmal dahingestellt. So bleibt der letztlich größte Kritikpunkt wohl das anfänglich gelbstichige Bild, das erst durch eine Kalibrierung beseitigt wird.

Im Gegenzug bringt der TFT ein absolut ausladendes Menü mit, mit dem ich dem Gelbstich ein ganzes Stück entgegenwirken kann. Zudem ist der C32HG70 auf maximalen Komfort getrimmt. Das beginnt beim Blaulichtfilter und endet bei der Höhenverstellbar-, Schwenkbar- und Neigbarkeit – ganz zu schweigen von der Pivot-Funktion. An der Stelle kommt ein zweiter Kompromiss ins Spiel, denn beim Material setzt der Samsung auf günstiges Plastik, was in der Praxis aber verschmerzbar ist. So gesehen liefert der Samsung C32HG70 ein beachtliches Komplettpaket, das angesichts der üppigen Ausstattung gar nicht mehr so teuer erscheint.

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2 Kommentare

  1. avatar
    Andreas schrieb am
    Bewertung:

    Besteht die Möglichkeit das du die von dir optimal ermittelten Einstellungen posten kannst?

    • avatar
      André Nimtz schrieb am
      Bewertung:

      Leider hatte ich den Monitor nur sehr kurze Zeit zum Testen, sodass ich keine genauen Einstellungsdaten mehr vorliegen habe. Am besten kommst du aber ohnehin, wenn du dir nen Spyder besorgst, die Einstellungen auf RGB runterschraubst und den Kalibrierer den Rest machen lässt.

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