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Yamaha MusicCast – Multiroom-Sound-System im Test



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Bereiche

Bewertung
Ausgereiftes MultiRoom-System mit tollem Klang
4,5

 Pro

  • Wiedergabe von vielen Quellen möglich
  • Flexible App
  • Hochwertige Verarbeitung

 Contra

  • App ohne Spulfunktion
  • Selten kleinere Aussetzer bei vollem WLAN
  • Kein 5-GHz-WLAN

Mit Multiroom-Sound verhält es sich ein bisschen wie mit Smart Home oder auch den Anfängen von Smartphones: Die Reaktion von Menschen, die zum ersten Mal davon hören, ist in der Regel: „Oh, schön was das alles kann – aber brauche ich das wirklich?“. Oft bedarf es da einfach einer praktischen und persönlichen Erfahrung, eines ersten leibhaftigen Kontaktes mit fraglicher Innovation, um ihr tatsächliches Potenzial zu erkennen. So auch bei Multiroom-Systemen: Wer sich einmal damit vergnügt hat, will es nicht mehr hergeben.

Seit Sonos vor einigen Jahren das erste Multiroom-System mit kabelloser Tonübertragung vorgestellt hat, ist auf dem Markt viel passiert – mittlerweile ist von nahezu jedem großen Hersteller ein System erhältlich. So auch das von Yamaha „MusicCast“ getaufte System. Für die japanische Marke ist es typisch, neue Märkte erst später, dann aber mit ausgereiften Produkten und hohem Anspruch zu betreten. Man darf also gespannt sein, wie sich das System im Klang- und Alltagstest schlägt.

Für euch teste ich dabei die Soundbar YAS-306, die sich prima für den heimischen Fernseher eignet sowie die Lautsprecher WX-010 und WX-030. Dabei handelt es sich um zwei verschieden leistungsfähige Boxen, mit denen sich Küche, Schlafzimmer und Co. ideal beschallen lassen. Und dank Multiroom-Funktion wählt ihr einfach per Smartphone, welche Musik auf welchem Lautsprecher abgespielt werden soll. Ebenso lasst ihr einfach euren Lieblingssender oder Podcast mit einem Tap in der ganzen Wohnung erklingen.

Lieferumfang

Unboxing

Beginnen wir mit dem Unboxing der Einzellautsprecher. Alle Komponenten kommen in recht einfachen Pappkartons daher. Sowohl beim WX-010 als auch beim WX-030 findet sich neben dem Lautsprecher lediglich noch ein Stromkabel und eine Kurzbeschreibung im Lieferumfang. Klingt spartanisch, ist es aber nicht – denn mehr braucht’s tatsächlich für’s Musikvergnügen auch nicht. Die Soundbar YAS-306 ist im Lieferumfang etwas umfangreicher ausgestattet und bringt eine Fernbedienung und ein optisches Kabel zum Anschluss an den Fernseher mit.

Soundbar YAS-306 und 2x WX-010
Soundbar YAS-306 und 2x WX-010
Software

Einrichtung per App

Die Vorbereitungen für den Musikgenuss beschränken sich auf das Aufstellen der Box und Herstellen von Stromversorgung sowie Netzwerkverbindung. Nur die Soundbar YAS-306 schließe ich zusätzlich per optischem Kabel an den Fernseher an. Sobald alles aufgestellt und angeschlossen ist, geht’s in der App weiter. Diese ist für Android und iOS verfügbar und gleichzeitig Herzstück des Systems: Hierüber steuert ihr nicht nur die Quellen der einzelnen Komponenten, sondern regelt auch Lautstärke, Klangeigenschaften und schaltet Komponenten zusammen und trennt sie wieder. Die App muss mit Praxistauglichkeit überzeugen, denn mit ihr steht und fällt das ganze System.

Beim ersten Start des MusicCast Controllers begrüßt mich die App direkt mit Hinweisen zur Einrichtung der Komponenten. Die Erstkonfiguration beschränkt sich dabei aufs Einschalten des Lautsprechers und Herstellung der Verbindung zum lokalen WLAN. Sobald das erledigt ist, kann der Musikspaß auch schon losgehen – wenn da nicht noch ein Firmware-Update wäre. Das wird jedoch ebenfalls einfach per WLAN eingespielt und bringt neue Streaming-Dienste zur Auswahl. Die frisch eingerichtete Komponente steht nun in der MusicCast-App und unter iOS auch per AirPlay zur Verfügung. Mit den weiteren Lautsprechern verfahre ich auf ähnliche Weise und habe nach etwa 30 Minuten die Soundbar und drei Zusatzlautsprecher eingerichtet.

Zunächst muss jeder Lautsprecher mit dem WLAN verbunden werden
Darauf folgt prompt ein Firmware-Update
Zunächst muss jeder Lautsprecher mit dem WLAN verbunden werden
Praxis

MusicCast im Alltagseinsatz

Multiroom-Systeme sollten zwei grundsätzliche Eigenschaften haben: Zum einen sollten sie natürlich auf jedem Lautsprecher das gleiche wiedergeben können, um so die ganze Wohnung mit Musik, Podcast oder Hörbuch zu beschallen. Das am besten noch synchron, damit es nicht zu unangenehmen Echo-Effekten kommt. Zum anderen sollte jedoch auf jeder Komponenten auch verschiedenes wiedergegeben werden können: Gleichzeitig Nachrichten in der Küche hören, während im Bad Entspannungsmusik, im Schlafzimmer die Weckhymne und im Wohnzimmer der Fernsehton läuft. Dank der übersichtlichen App gelingt übrigens beides im Handumdrehen wirklich gut.

Als Musikquellen kommen neben typischen Streaming-Diensten wie Spotify, Deezer und Tidal noch lokale DLNA-Server (das beherrscht so gut wie jedes NAS), Internetradio und natürlich das Smartphone mit seiner Musikbibliothek in Frage. Dabei ist die komplette auf dem Telefon gespeicherte Musikbibliothek über die MusicCast-App aufrufbar. Yamahas MusicCast-System überzeugt dabei auch mit Formatvielfalt: Von MP3 bis FLAC spielt es alles ab, was dem System unter die Membranen kommt. Ich habe kein Format gefunden, dass es nicht abgespielt hätte. Dank dieser umfangreichen Quellen- und Formatvielfalt lässt sich Yamahas MusicCast-System einfach und komfortabel beschicken. Die Verbindung über WLAN funktioniert dabei erstaunlich stabil. Klar, in einem voll besetzten Haus mit über 20 WLAN-Netzwerken muss man dem System winzige Aussetzer verzeihen, die bleiben nicht aus. Aber wen das stört, der kann die Vebindung immer noch per Netzwerkkabel lösen und profitiert so von 100%iger Stabilität.

Die von mir ebenfalls getestete Soundbar YAS-306 verfügt dabei noch über weitere Eingänge zum Anschluss von Fernseher & Co. Und das Besondere daran: Alle Eingänge lassen sich drahtlos im MusicCast-System verteilen. So gelangt der Fernsehton ebenso in alle Räume wie auch jegliche per Bluetooth oder WLAN eingespeiste Quelle. Einziges Manko der MusicCast-App: Man kann nicht spulen. So richtig verständlich ist es nicht, warum eine der grundlegenden Funktionen fehlt, doch es ist so: Wer längere Musikstücke hört und darin an verschiedene Stellen springen möchte, kann dies nicht über die MusicCast-App.

Nach der Einrichtung lassen sich aus der App zahlreiche Quellen abspielen
Jeder Raum lässt sich einzeln bespielen oder mit anderen zusammenschalten
Der Sound lässt sich per Equalizer feintunen, AirPlay ist ebenfalls an Bord
Nach der Einrichtung lassen sich aus der App zahlreiche Quellen abspielen
Sonderfunktion

MusicCast-Killer-Feature: Bluetooth-Einbindung vorhandener Geräte

Vieles, was MusicCast kann, beherrschen andere Multiroom-Systeme auch: Das Verteilen von Musik aus verschiedensten Quellen auf unterschiedliche Lautsprecher in verschiedenen Zimmern. Yamaha hat hier jedoch noch ein Ass im Ärmel und bietet ein aus meiner Sicht unschlagbares Alleinstellungsmerkmal: Bereits vorhandene Bluetooth-Lautsprecher lassen sich mit in das System einbinden. Jeder der von mir getesteten MusicCast-Lautsprecher kann mit einem weiteren Bluetooth-Gerät Verbindung aufnehmen. So binde ich einen vorhandenen Bluetooth-Lautsprecher im Handumdrehen ins System ein. Auf der so eingebundenen zusätzlichen Box läuft dann die gleiche Wiedergabe wie auf der verbundenen MusicCast-Komponente. Und dank Bluetooth funktioniert das markenübergreifend – stark!

Yamaha WX-010

Yamaha WX-010: Der kleine Schwarze

Der kompakte Netzwerklautsprecher WX-010 ist mit 12 mal 16 mal 13 Zentimeter (Breite mal Höhe mal Tiefe) eine der kleinsten MusicCast-Komponenten und eignet sich daher prima für Nachttisch, Bad, Küche & Co. Physische Anschlüsse für externe Quellen sucht man hier vergeblich, der Lautsprecher lässt sich ausschließlich digital beschicken. Dafür gibt es eine LAN-Buchse für den Anschluss ans Netzwerk sowie Zubehör für die Wandmontage. Yamahas WX-010 ist auf drei Seiten mit Stoff bespannt, die Oberseite ist in Klavierlack gehalten und verfügt über vier Touch-Knöpfe (An/Aus, Leiser, Lauter, Start/Stopp). Dank weicher Gummifüße steht die Box stabil und ist mit 1,7 Kilogramm angenehm schwer.

Musik wird per WLAN, Bluetooth oder AirPlay eingespeist, dabei unterstützt die Box alle gängigen Formate. Die maximale Ausgangsleistung des Zwei-Wege-Systems liegt bei 25 Watt. Logisch, dass der kompakte Lautsprecher damit kein großes Wohnzimmer kräftig beschallen kann, doch dafür ist er ja auch garnicht gedacht.

Beim Klang kann der kleine Lautsprecher dann nämlich doch positiv überraschen: Angenehm klare und detailreiche Höhen sowie ein durchaus wahrnehmbarer Bass sorgen für ein gutes Klangerlebnis.

WX-010 im schnörkellosen Pappkarton
Der Lieferumfang scheint klein, ist aber vollkommen ausreichend
Der WX-010 wirkt dank Stoff & Hochlganzlack sehr edel
Neben WLAN lässt er sich auch per Kabel ins Netzwerk einbinden
Der WX-010 fügt sich gut ins Zimmer ein
WX-010 im schnörkellosen Pappkarton
Yamaha WX-030

Yamaha WX-030: Wenn's etwas mehr sein darf

Wer etwas mehr „Bumms“ wünscht, greift zum größeren Bruder WX-030, den ich ebenfalls getestet habe. Auch dieser verfügt neben dem Stromanschluss nur über einen Netzwerkanschluss und lässt sich ebenso nur digital beschicken. Äußerlich unterscheidet er sich stark vom kleineren WX-010: Die Form ähnelt eher einem Trapezkörper oder Prisma, denn einem Würfel und auch von Stoffbespannung findet sich keine Spur. Der WX-030 verfügt stattdessen auf drei Seiten über ein Metallgitter, die Oberseite ist ebenfalls in mattem Metallfinish gehalten. Sie bietet die gleichen Touch-Knöpfe wie der WX-010 (An/Aus, Leiser, Lauter, Start/Stopp). Der WX-030 bringt 2,2 Kilogramm auf die Waage.

Musik wird auch hier per WLAN, Bluetooth oder AirPlay eingespeist. Die maximale Ausgangsleistung des verbauten 3-Wege-Systems liegt bei 30 Watt und erlaubt so auch die Beschallung größerer Räume. Bei mir verrichtet er seinen Dienst in der Küche und setzt sich erfolgreich gegen Dunstabzugshaube, Herd und Geschirrspüler durch.

Der Klang ab Werk ist allerdings verbesserungswürdig: Viel zu basaltig und dumpf wummert er vor sich hin. Glücklicherweise bietet die MusicCast-App Abhilfe, denn hier gibt es einen Equalizer, dessen Nutzung beim WX-030 auch dringend angezeigt ist. Nach einiger Anpassung per Reglerschubsen ist der Klang wunderbar: Erstaunliche Bässe und klare Mitten sind die Stärke des Lautsprechers.

Auch der WX-030 kommt im Pappkarton daher
Der Lieferumfang entspricht dem WX-010
Der WX-030 setzt auf Metallgitteroptik und mattes Finish
Statusleuchten und Touchbuttons runden das Gesamtbild ab
Auch der WX-030 kommt im Pappkarton daher
Yamaha YAS-306

Yamaha YAS-306: Soundbar für TV & Co.

Die 95 Zentimeter breite Soundbar YAS-306 ist das Herzstück des von mir getesteten Sets: Sie fügt sich nahtlos ins TV-Rack ein und nimmt über zahlreiche Anschlüsse Verbindung mit diesem auf: So gibt es je einen digitalen Eingang in koaxialer und optischer Form und dazu noch einen analogen Eingang. Wer möchte, kann einen zusätzlichen Subwoofer anschließen. Auch eine kleine Fernbedienung liegt dem Lieferumfang bei – praktisch! Die schwarze Soundbar ist bis auf ein Anzeigepanel auf der Oberseite ringsum mit Stoff bespannt und macht so einen sehr edlen Eindruck. Lediglich ein richtiges Display vermisse ich hier.

Auch die Soundbar wird ebenso wie die Regallautsprecher WX-010 bzw. WX-030 per App mit Musik aus verschiedensten Quellen bestückt – oder eben über einen der vier vorhandenen analogen bzw. digitalen Eingänge. Die so eingespielte Musik gibt sie dann über ein Drei-Wege-Lautsprecher-System wieder und simuliert auf Wunsch gleich noch 7.1-Raumklang. Das Resultat ist eine überraschend gute Basswiedergabe. Die tiefen Töne sind in verschiedenen Stufen regelbar und spätestens mit aktiviertem Bass Boost stellt sich die Fragen, woher die Soundbar ob ihrer doch recht kompakten Größe eigentlich den Wumms nimmt – wow, da freuen sich die Nachbarn! Doch auch Mitten und Höhen kommen nicht zu kurz und so ergibt sich insgesamt das rundeste Klangbild aller getesteten Lautsprecher.

Auch die Soundbar YAS-306 wird im Pappkarton geliefert
Zusätzlich im Lieferumfang: TOSLINK-Kabel und Fernbedienung
Die Optik ähnelt dem WX-010
Statusleuchten geben Auskunft über Quelle und Netzwerkverbindung
Die Tieftöner befinden sich an beiden Enden der Soundbar
Auch die Soundbar YAS-306 wird im Pappkarton geliefert
Fazit

Überzeugendes Gesamtpaket mit hoher Funktionsvielfalt zum guten Preis

Yamahas MusicCast-System überzeugt. Zwar kommen die Japaner vergleichsweise spät auf den Markt, bieten dafür jedoch ein ausgereiftes System mit gutem Klang und mit der Bluetooth-Einbindung vorhandener Lautsprecher sogar ein echtes Alleinstellungsmerkmal.

Per übersichtlicher App gelingt die Steuerung des Systems einfach und komfortabel, auch das Abspielen von Musik aus verschiedensten Quellen wird so zum Kinderspiel. Warum sich in der App nicht spulen lässt, weiß wohl nur Yamaha.

Der Klang der Lautsprecher ist ihrem jeweiligen Preis angemessen, wobei die Soundbar YAS-306 mit ihrem starken Bass positiv auffällt. Lediglich die WX-030 bedarf etwas manueller Einstellung, um gut zu klingen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist sehr gut – und Yamahas MusicCast damit ein toller Einstieg ins Multiroom-Vergnügen.

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