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Takeoff zum Testflug – DJI Phantom 3 Standard



Zugeordnete Tags Flug | Film | Drohnen
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DJI Phantom 3 Standard im Test
DJI Phantom 3 Standard im Test
Bewertung
Perfekt für den Drohnen-Einstieg & gute Aufnahmen
4

 Pro

  • einfache Bedienung
  • sehr gute Flugeigenschaften
  • Einsteiger-freundlich
  • gute Bildqualität
  • Aufnahmen ohne Verwackler
  • diverse Flugmodi

 Contra

  • Anschaffungskosten
  • Reichweite nicht wie bei Profi-Modellen

Die Leidenschaft rundum ferngesteuerte Flugobjekte fing bei mir vor einigen Jahren an, als ich kleine Spielzeug-Helikopter gekauft habe, die damals leider öfter abgestürzt als geflogen sind. Da mich hierbei aber besonders die Videoaufnahme der Flüge interessiert hat, wechselte ich recht schnell zu einer Parrot Ar Drohne, die ich über das iPhone steuern konnte. Dieses Modell lieferte aber noch sehr unscharfe sowie völlig verwackelte Aufnahmen ab und überzeugte keinesfalls mit stabilen Flugeigenschaften. Daher habe ich diese recht schnell wieder verkauft und nach besseren Alternativen gesucht.

Nach längerer Zeit der Recherche und des Sparens, entschloss ich mich in den semi-professionellen Bereich zu wechseln, um brauchbare Aufnahmen machen zu können. Zu diesem Zeitpunkt gab es ein gutes Angebot der DJI Phantom 3 Standard, eine Drohne mit guter Reichweite, zufriedenstellender Bildqualität und stabilen Flugeigenschaften – da konnte ich nicht nein sagen. Wie gut sich die Drohne fliegen lässt, wie die Aufnahmen aussehen und welche Voraussetzungen jetzt und in Zukunft erfüllt werden müssen, lest ihr in diesem Testbericht.

Lieferumfang

Lieferumfang & Zubehör als Komplett-Set

Entscheidet ihr euch für die einfache Ausführung, erhaltet ihr neben der Drohne selbst noch einen Akku mit Ladegerät, die Fernbedienung, eine Anleitung sowie 4 Propeller, Montagezubehör, ein microUSB-Kabel und ein paar Aufkleber. Ladet ihr nun die kostenlose App für iOS oder Android herunter, habt ihr alles, was ihr zum Starten benötigt.

Empfehlen würde ich aber direkt noch einen zweiten Akku, Ersatzpropeller sowie einen Transport-Koffer dazuzukaufen, um die Drohne sicher von A nach B bringen zu können. Einen passenden Koffer sowie das Zubehör könnt ihr einzeln oder auch gleich als Set kaufen.

Um die Drohne zu starten, genügt es den Akku und die Fernbedienung aufzuladen, die Transportsicherungen der Kamera zu entfernen und die Propeller korrekt aufzuschrauben. Letztere sind farblich markiert, sodass diese an richtiger Stelle durch leichtes Aufschrauben montiert werden.

Nun schaltet ihr die Fernbedienung sowie Drohne an und verbindet das Smartphone via WLAN mit der Drohne. Nach dem alles verbunden, kann der Flug schon beginnen. Vor dem ersten Start solltet ihr aber zuerst notwendige Updates herunterladen und ein paar wichtige Einstellungen vornehmen.

Fernbedienung mit vielen Funktionen
2 Flugakkus für langen Betrieb
Umfangreiches Zubehör
Fernbedienung mit Gimbalsteuerung
Joystick der Fernbedienung
DJI Phantom 3 Standard zusammengebaut
Transportkoffer als Set
Gut geschützt und aufgeräumt im Transportkoffer
Fernbedienung mit vielen Funktionen
Technische Daten

Hohe Bildauflösung & stabilisierte Aufnahmen

Auf die genauen technischen Details möchte ich nur grob eingehen. Das genaue Datenblatt könnt ihr hier einsehen. Vielmehr möchte ich berichten, was die verbaute Technik in der Praxis leistet. Die Drohne selbst wiegt mit Akku und Propellern 1,2 Kilogramm und ist diagonal mit Propellern 59 Zentimeter breit. Die Phantom 3 Standard ist mit einer voll stabilisierten und neigbaren 12,4-Megapixel-Kamera ausgestattet, die mit einer maximalen Videoauflösung von 2,7K, also 2.704 mal 1.520 Pixeln aufwarten kann.

Das Objektiv bietet einen kaum verzerrten 94 Grad Weitwinkel und eine Blende von f2.8. Dadurch gelingen auch bei nicht idealen Lichtbedingungen sehr schöne Fotos und Videos. Weiterhin habt ihr jederzeit die Möglichkeit zwischen Frontansicht und Blick auf den Boden zu wechseln. Dies funktioniert einfach über den entsprechenden Regler an der Fernbedienung.

Die Kamera ist an einem Gimbal montiert, der sämtliche Bewegungen butterweich abfedert, damit selbst rasante sowie ruckelnde Bewegungen automatisch ausgleicht und das Kamerabild waagerecht hält. Schnelle Richtungswechsel, wilde Manöver und Windeinflüsse sind somit nicht im Video sichtbar.

Gimbal mit Kamera
Der Propeller der DJI Phantom 3 Standard
Kamera & Schutzkappe
Phantom 3 Standard Gimbal
Gimbal mit Kamera
Flugeigenschaften

Sicherer Flug & viel Spaß

Für Spaß sorgen die spektakulären Flugeigenschaften. So kann die Drohne mit 5 Meter pro Sekunde steigen und sinkt mit 3 Meter pro Sekunde wieder sanft zu Boden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei circa 58 Kilometer pro Stunde und ist nach gefühlt 2 Sekunden erreicht. Schnelle Richtungswechsel funktionieren problemlos und auch die hohe Drehgeschwindigkeit macht einfach Spaß. Wirklich übertreiben könnt ihr es dabei nicht. Für einen Absturz muss schon sehr mutwillig beziehungsweise fahrlässig gehandelt werden.

Denn die Drohne lässt nur Steuerungen zu, die ohne Absturz umgesetzt werden können, was jedoch den Spaß am Fliegen keinesfalls einschränkt. Selbst ein wildes Hin- und Hersteuern führt zu keinem Absturz und dennoch brauchbaren Aufnahmen. Die Fernbedienung erlaubt aber auch sehr feinfühlige und präzise Steuerungen für besonders sanfte Flüge.

Die Einstellungen der Drohne könnt ihr in der App anpassen. So könnt ihr neben der Reichweite auch die maximale Flughöhe und die Drehgeschwindigkeit individuell einstellen. Dies sichert besonders für Anfänger einen leichten Einstieg.

Damit ihr auch etwas zum Filmen habt, bietet die Phantom 3 Standard eine Funkreichweite mit Livebildübertragung von bis zu 500 Metern bei einer Höhe von 120 Metern, wobei maximal 300 Meter möglich sind. Diese Werte werden durch die App eingegrenzt, reichen aber völlig aus. In meinem Test befand sich die Drohne auch schon 300 Meter hoch sowie knapp 500 Meter enfernt und ich hatte keine Signalprobleme. Einzig rechtlich wird es schwierig, da ihr an die Grenzen der Sichtflugregulierung kommt.

Akku

hohe Flugzeit für weitere Flüge

Wie lang und weit die Drohne fliegen kann, hängt unter anderem von den Flugmanövern ab. Bei Windstille und sanften Flügen mit wenig turbulenten Manövern könnt ihr durchaus 25 Minuten mit einem Akku fliegen. Bei Wind, maximalem Tempo und vielen Kurven in großer Höhe, geht der Strom nach knapp 20 Minuten zur Neige.

Damit die Phantom 3 Standard nicht vom Himmel fällt, werden Windeinflüsse und Temperaturen permanent überwacht. Die App warnt zudem bei gefährlichen Situationen. Ist der Akku zu kalt oder weist eine zu geringe Spannung auf, startet die Drohne gleich erst gar nicht. Während des Fluges zeigt die App den Akkuzustand an, warnt bei geringer Ladung akustisch und zeigt sogar an, wann der Rückflug eingeleitet werden sollte, um rechtzeitig am Startpunkt wieder landen zu können. Auch eine automatische Rückkehr ist einstellbar.

Statusanzeige am Flugakku
Flugakkus im Doppelpack
Statusanzeige am Flugakku
Rechtliches

Neues Gesetz & Drohnenverordnung

Bisher gab es kaum Einschränkungen und Voraussetzungen zum Betrieb von Drohnen. Lediglich für Flughöhe und Fluggebiete gab es konkrete Bestimmungen. So darf eine Drohne nicht in der Nähe von Flughäfen und Krankenhäusern eingesetzt werden. Weiterhin dürft ihr euer Flugobjekt nur in Sichtweite fliegen, das heißt, dass die Drohne nur dann geflogen werden darf, wenn man sie auch selber sieht. Das Livebild in der App reicht nicht aus.

Nun wurde ein Gesetz verabschiedet, welches das Drohnenfliegen weiter einschränkt. Da dies stark vom Gewicht des Flugobjekts abhängt, möchte ich nur auf Drohnen mit einem Gesamtgewicht von unter 2 Kilogramm, wie die DJI Phantom 3, eingehen.

Hier kommt zu den bestehenden Regeln hinzu, dass ihr „nur“ noch 100 Meter hoch fliegen dürft und eine Plakette an der Drohne anbringen müsst, damit ihr bei Verlust als Eigentümer ermittelt werden könnt. Zudem dürft ihr nicht über Menschenansammlungen oder Polizeieinsätze fliegen. Für Flüge über Privatgelände ist eine Genehmigung des Eigentümers erforderlich.

In meinen Augen sind dies alles Regeln, welche nachvollziehbar sind und das Drohnenfliegen auch nicht zu stark einschränken. Einen Führerschein zu machen, ist in dieser Gewichtsklasse auch nicht notwendig. Genauere Informationen findet ihr hier.

Neue Flugregelung für Drohnen (Stand: März 2017, Quelle: Bundesministerium für Verkehr & digitale Infrastruktur)
Neue Flugregelung für Drohnen (Stand: März 2017, Quelle: Bundesministerium für Verkehr & digitale Infrastruktur)
Software

Weitere Flugoptionen & komfortable Steuerung

Ihr könnt die Phantom 3 rein über die Fernbedienung steuern. Viel sinnvoller ist es jedoch sich die App auf Tablet oder Smartphone zu laden und eins von beidem an der Halterung der Fernbedienung zu befestigen. So wird euch neben dem Livebild auch diverse Infos zu den Flugeigenschaften und Standortinformationen angezeigt. Weiterhin möglich sind das Starten von Videoaufnahmen, Fotoaufnahme sowie die Anpassung der Belegung der Bedienelemente auf der Fernbedienung.

Besonders interessant sind die weiteren Flugoptionen, welche eigenständige Manöver der Drohne ermöglichen. So ist es möglich die Phantom 3 Standard zu programmieren, eine bestimmte Route selbstständig abzufliegen, einen bestimmten Punkt auf der Karte in gewünschter Entfernung und Höhe zu umkreisen oder der Fernbedienung selbstständig zu folgen. Auch sämtliche Einstellungen zur Kamera und den entstehenden Videos werden in der App vorgenommen. Weiterhin werden Flugstatistiken erstellt.

Sämtliche Fotos und Videos können anschließend über das beiliegende microUSB-Kabel von der Drohne auf den Computer übertragen werden. Dieses Kabel dient außerdem zum Laden der Fernbedienung. Den Ladestand der Flugakkus könnt ihr direkt am Akku selbst durch kurzes Drücken des Powerknopfes einsehen.

DJI Go App Startseite
Einstellungen in der App
Datenaufzeichnung in DJI Go App
Kartenansicht der Flugdaten
DJI Go App Startseite
Fazit

Klare Kaufempfehlung für Einsteiger

Wer wirklich Spaß und gute Aufnahmen aus der Luft haben möchte, kommt an Fluggeräten von DJI kaum vorbei. Auch wenn es mittlerweile schon deutlich bessere Drohnen mit höherer Auflösung und Reichweite auch von DJI gibt, kann ich die Phantom 3 Standard dennoch sehr empfehlen. Der relativ günstige Einstiegspreis, die sehr guten Flugeigenschaften und das durchaus brauchbare Bild aus der Gimbal-stabilisierten Kamera runden das Paket ab.

Empfehlen würde ich zusätzlich eine gute Transport-Tasche, einen zweiten Akku und eine ausreichend große Speicherkarte für die Aufnahmen. Mit einem Preis von 599 Euro ist die DJI Phantom 3 Standard sicher nichts für Kinder oder den spontanen Kauf nebenbei. Wer aber an den Aufnahmen einen Mehrwert findet und das als Hobby sieht, wird dennoch seine Freude haben.

Weitere Fragen zur DJI Phantom 3 Standard oder auch zum Drohnenfliegen allgemein, könnt ihr mir gerne in den Kommentaren stellen.

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