Tests

Samsung Portable SSD T1 mit 500 GB im Praxistest



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Zugeordnete Tags Samsung | SSD | Produkttest
Bereiche

Bewertung
Zukunftsweisendes Konzept
4,5

 Pro

  • Kompaktes, leichtes Design
  • Extrem hohe Transferraten unter Windows 8.1
  • Solide Bauweise
  • Arbeitet geräuschlos
  • Gute Sicherheitsfunktionen

 Contra

  • Wertigkeit ausbaufähig
  • Hoher Preis

Der Gedanke der externen SSD ist bei weitem kein neuer, denn Hersteller wie Samsung legten bereits der 830-SSD einen SATA-zu-USB-Adapter bei, um die eigentlich interne SSD auch am USB-Port betreiben zu können. Spätestens 2013 wurde die externe Solid State dank Buffallo MiniStation oder Verbatim Store ’n‘ Go ein stückweit salonfähiger, wobei hohe Preise und überschaubare Transferraten deutliche Kritikpunkte darstellten.

Nun meldet sich Samsung zurück und präsentiert die Portable SSD T1, einen ultrakompakten Flash-Speicher, der explizit als USB-optimierte externe SSD verstanden werden will und auf dem Papier überragende Transferraten von bis zu 450 Megabyte pro Sekunde mitbringt. Hinzu kommt eine stattliche Kapazität von bis zu einem Terabyte zu einem auf den ersten Blick doch auch stattlichen Preis von bis zu 539 Euro. Nichtsdestotrotz ein äußerst spannendes Konzept, das sich in der 500-Gigabyte-Ausführung den kritischen Testeraugen stellen muss.

Lieferumfang

Hübsches, kleines Gesamtpaket

Fast schon Samsung-typisches Karton-Design ...
... mit einigen Infos auf der Rückseite.
Der Innenkarton wirkt schlicht & edel.
Darin finde ich die äußerst kompakte T1.
SSD, Kabel, Anleitung
Fast schon Samsung-typisches Karton-Design ...

Bei der Verpackung gibt sich die Portable SSD T1 Samsung-typisch, sodass ich auf den ersten Blick nicht wirklich wüsste, ob mir hier eine SSD oder eine Smartwatch präsentiert wird. Zum Glück gibt es eine detailreiche Umverpackung sowie einen präsenten T1-Schriftzug, die Aufschluss über den Box-Inhalt geben.

Im Inneren des Kartons finde ich wie zu erwarten nicht übermäßig viel Ausstattung. Natürlich prangt zuoberst die SSD T1 mit 500 Gigabyte, während ich unter dem SSD-Träger nur noch eine Bedienungsanleitung und eine kurzes USB-3.0-Kabel finde. Ladekabel, Software-CD und Co. benötigt die SSD nicht.

An der Stelle sei gleich noch ein Wort über das Design des Flash-Speichers geäußert: Die T1 gibt sich äußerst kompakt im konkaven Plastikgehäuse. Dieses teils geriffelte und teils glatte Äußere macht zwar einen recht soliden Eindruck, aber alles in allem traue ich dem Gehäuse keine allzu große Stoßresistenz zu. Hier darf Samsung gern noch nachlegen, denn bei solch stattlichen Preisen erwartet der SSD-Freund auch ein haptisch angemessenes Erlebnis.

Einrichtung

Ersteinrichtung & Systemsicherheit

Nach der Einrichtung gibt eine Samsung-Software Überblick ...
... über die SSD & Sicherheits-Einstellungen.
Nach der Einrichtung gibt eine Samsung-Software Überblick ...

Bevor ich mit der Samsung Portable SSD T1 loslegen kann, muss ich die Festplatte erst einmal einrichten. Die nötige Software bringt die SSD selbst mit, sodass ich beim ersten Anschluss an meinen Computer direkt in den Installations-Dialog geführt werde. Nun vergebe ich einfach einen Namen für die Platte und wähle, ob ich an diesem Schritt schon Sicherheitsfunktionen festlegen möchte. Und schon ist der Flash-Speicher Datenaufnahme-bereit.

Über ein kleines Icon in der Toolbar kann ich künftig auf die Managing-Software zugreifen und so den Passwortschutz definieren und alle wichtigen Daten der Samsung-T1 im Blick behalten. Alles in allem zwar eine ungewöhnliche Einrichtungsroutine, aber aufgrund der Security-Features macht das Software-Beiwerk durchaus Sinn.

Test-Notebooks

Die Testumgebungen im Überblick

Jetzt soll es aber endlich um die Leistung der SSD am Notebook gehen. Hierzu bediene ich mich sowohl eines Windows-7- als auch eines Windows-8.1-Systems. Folgende Rechner standen als Datenspender zur Verfügung:

  • Notebook 1: Asus N75SF
  • Prozessor: Intel Core i7-2670QM, Quad-Core mit 2,2 GHz
  • Test-Betriebssystem: Windows 7 Ultimate
  • Getestete Anschlüsse: USB 2.0 & USB 3.0 ohne UASP
  • Notebook 2: Acer Aspire R7-371T-52JR
  • Prozessor: Intel Core i5-5200U, Dual-Core mit 2,7 GHz
  • Test-Betriebssystem: Windows 8.1 64 Bit
  • Getestete Anschlüsse: USB 3.0 mit UASP

Wichtig ist vor allem das UAS Protokoll des Acer-Notebooks, das dafür sorgt, dass Lese- und Schreibe-Prozesse nicht mehr über die gleichen Kanäle abgearbeitet werden wie Kommandos und Status-Abfragen. So steht hier für jeden Bereich (Kommandos, Status, Daten schreiben, Daten lesen) ein eigener Kanal zu Verfügung, sodass Prozesse parallel abgearbeitet werden. Das ermöglicht deutlich höhere Datentransferraten, wie sie Samsung auch für seine SSD T1 als Maximalgeschwindigkeit angibt. Nur mit UAS Protokoll können 450 Megabyte pro Sekunde bewerkstelligt werden.

Benchmark

Die Samsung SSD T1 im Benchmark

SSD T1 am Windows-7-Book
Seagate-HDD am Windows-7-Book
SSD T1 am Windows-8.1-Book mit UASP
Seagate-HDD am Windows-8.1-Book mit UASP
SSD T1 am Windows-7-Book

Für den Praxistest stelle ich die Samsung Portable SSD T1 mit 500 Gigabyte meiner schon etwas in die Jahre gekommenen Seagate Backup Plus mit USB 3.0, 2,5 Zoll und 1 Terabyte gegenüber. Zunächst benchmarke ich beide Platten mit dem AS SSD Benchmark am USB-3.0-Port der beiden Notebooks.

Am Asus mit Windows 7 schafft es die T1 immerhin auf 228 Megabyte pro Sekunde beim sequentiellen Lesen und auf 246 Megabyte pro Sekunde beim sequentiellen Schreiben, bleibt aber von den Herstellerdaten ein ganzes Stück entfernt. Glücklicherweise hängt sie dennoch die Seagate-HDD deutlich ab, die es auf nur 80 beziehungsweise 42 Megabyte pro Sekunde beim sequentiellen Lesen respektive Schreiben bringt.

Deutlich näher an die Herstellerwerte kommt die SSD T1 am Windows-8.1-Notebook heran. Hier schafft sie immerhin 418 Megabyte beim Lesen und 303 Megabyte beim Schreiben. Die Seagate-Konkurrenz kann in beiden Bereichen nur gut 75 Megabyte pro Sekunde entgegensetzen.

Zeittests

Reelle Zeitwerte an USB 2.0 & 3.0

Benchmark schön und gut, aber welche Zeitwerte sind bei den Transfers reell zu erwarten? Um das zu erfahren, schicke ich am Windows-7-System sowohl eine 7-Gigabyte-Datei als auch einen 7-Gigabyte-Ordner mit 830 Files von der internen HDD via SATA II an die SSD T1.

Am USB-2.0-Port schafft der Samsung-Flash das File in durchschnittlich 4:55 Minuten, den Folder in 5:10 Minuten. Die Seagate kann beim File gegenhalten und schafft den Transfer in 4:40 Minuten. Beim Folder schmiert sie allerdings mit gut 7 Minuten deutlich ab.

Der USB-3.0-Anschluss des alten Asus sorgt hingegen schon für einen ordentlichen Schub und beschleunigt den File-Transfer zur SSD auf 2:10 Minuten und den Folder-Transfer auf 2:20 Minuten. Die Seagate-Festplatte liegt mit 2:30 Minuten und 3:10 etwas darüber.

Auf dem Acer-Notebook mit Windows 8.1 schaufelt die interne SSD mit SATA III die gleichen Test-Daten-Pakete auf die beiden Festplatten. Und die daraus resultierenden Geschwindigkeiten sind beeindruckend. Während die Seagate 1:30 für das File benötigt, schafft es die leere Portable SSD T1 in weniger als einem Drittel der Zeit. Zu 90 Prozent gefüllt, benötigt sie immer noch sehr schnelle 36 Sekunden. Beim Folder fallen die Unterschiede ähnlich beachtlich aus, sodass die Seagate 1:35 Minuten benötigt, während die leere SSD schon nach 38 Sekunden fertig ist. Die volle SSD benötigt hingegen auch eine Minute.

Alles in allem schneidet Samsungs T1 aber in nahezu jeder Hinsicht besser ab, als die HDD-Konkurrenz und begeistert zuweilen mit wirklich atemberaubenden Geschwindigkeiten.

Fazit

Wen soll das Konzept ansprechen?

Als Fazit möchte ich mich der Frage widmen, ob und in welcher Hinsicht die Samsung Portable SSD T1 wirklich Sinn macht. Wen soll der externe Flash-Speicher ansprechen? Wer profitiert am ehesten von der derzeit 269 Euro teuren 500-Gigabyte-SSD?

Preisbewußte? Ja und nein, je nachdem welche Speicheralternative man der T1 entgegensetzt. Die günstigste externe 500-Gigabyte-Festplatte mit USB 3.0 und 2,5-Zoll-Formfaktor erhaltet ihr bei Cyberport aktuell für 44,90 Euro, also gut 9 Cent pro Gigabyte. Die Portable SSD T1 schlägt hier mit gut 54 Cent pro Gigabyte um Einiges teurer zu Buche. Im Vergleich aber zu Speichertyp-ähnlichen USB-Sticks kann die T1 deutlich punkten – erstere reißen mit 88 Cent pro Gigabyte ein noch schmerzhafteres Loch in die Haushaltskasse.

Mobilitätsbegeisterte? Ja, denn die Samsung Portable SSD T1 präsentiert sich nur unwesentlich ausladender als ein USB-Stick. Dank Visitenkartengröße, weniger als einem Zentimeter Bauhöhe und äußerst geringem Gewicht passt der Flash-Speicher in jede Akten- und Hosentasche und zeigt sich um Einiges kompakter als vergleichbare 2,5-Zoll-Festplatten, die zudem aufgrund ihrer klassischen HDD-Bauweise noch deutlich störanfälliger sind.

Geschwindigkeitsfreunde? Ja und je nach Notebook sogar eindeutig ja. Unter Windows 7 geben USB 2.0 und 3.0 die Maximalgeschwindigkeit vor, sodass die Festplatte nicht ihre volle Stärke ausspielen kann. Schneller als die Konkurrenten ist sie allemal, allerdings fehlt ihr der klare Vorteil, den UASP bringt. Solltet ihr die richtigen Hardware-Voraussetzungen mitbringen, könnt ihr UASP allerdings nachrüsten und so noch mehr Geschwindigkeit auch unter Windows 7 rausholen. Besitzer aktueller Windows-8-Notebooks werden die SSD T1 hingegen lieben, denn hier ist der Flash-Speicher dank System und UAS-Protokoll – entschuldigt den Ausdruck – abartig schnell.

Und ich? Ich sehe die SSD T1 als sinnvolle Ergänzung für Fotografen und Mediengestalter, die mit aktueller Notebook-Technik arbeiten und große Datenmengen bei minimalen Transferzeiten bewegen wollen. Für mich ist die Samsung-Platte inzwischen zum nicht mehr wegzudenkenden Ersatz für USB-Stick und 2,5-Zoll-Platte geworden. Design und Formfaktor überzeugen mich durchaus, allerdings darf Samsung gern noch etwas an der Wertigkeit der SSD arbeiten. Wer 269 Euro für 500 Gigabyte ausgibt, der sollte das investierte Geld auch spüren können. Jenseits davon ist die T1 schlichtweg ein beeindruckendes Produkt.

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2 Kommentare

  1. avatar
    diem schrieb am
    Bewertung:

    So sehe ich es auch. Die Platte ist ein wunderbarer Ersatz für eine kleine externe 2,5" Platte. Ja sogar für die von mir bisher genutzten 1,8" Platten von Samsung.

    Aber ich habe ein Problem an meinem Tablet Lenovo Thinkpad 8 mit windows 8.1 pro 32bit.
    Am OTG-Kabel wird die 1,8" Platte sauber erkannt, aber die T1 überhaupt nicht.

    An PC und Notebook jeweils mit Windows 7 pro 64bit wird die T1 auch erkannt.

    Liegt das an der Samsung Software oder an Einstellungen auf dem Tablet?

    Wer weiss etwas?

  2. avatar
    ToWi schrieb am
    Bewertung:

    In der Regel halten sich die USB-Ports von Tablets streng an die USB-Spezifikation, was die Stromversorgung angeht. Zudem könnte Lenovo beim Thinkpad-Tablet das Limit noch etwas weiter reduziert haben, da im schlimmsten Fall ja Tablet und uSB-Gerät gleichzeitig am Akku zerren.
    Da deine T1 an allen anderen Geräten funktioniert, sollte es an deren Leistungsaufnahme bzw. der Stromversorgung des USB-Ports liegen, der einfach nicht genug Saft liefert. Die 1,8-Zoll-Festplatten sind in diesem Punkt sehr genügsam.

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