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Produkttest: Apple Magic Trackpad



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Touchy!
Tante Tilly aus der Palmolive-Fernsehwerbung hätte in den Siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ihre wahre Freude am Magic Trackpad von Apple gefunden. Zärtlich gleiten die Finger über die seidenmatte Glasoberfläche des Multitouch-Geräts, das Apple seit einigen Jahren bereits in seinen MacBooks verwendet und seit diesem Frühjahr als separates Trackpad für die Desktop iMacs & Co. im Sortiment führt. Das sensitive Wunderding, das mit zwei 1,5 Volt Mignon-Batterie Typ AA betrieben wird, paart sich über Bluetooth draht- und problemlos mit jedem Mac, ob Desktop oder Notebook.
Wichtig zu erwähnen ist, dass das Trackpad die aktuelle Version des Apple Betriebssystem Mac OS X 10.6.4 voraussetzt. Sobald noch die Softwareaktualisierung aufgerufen und das Firmware-Update geladen ist, sowie in den Systemeinstellungen die einzelnen Funktionen des Pointing Devices festgelegt sind, verrichtet das Trackpad seinen Dienst als Mausersatz oder –ergänzung (je nachdem wie man will) wie von Geisterhand – naja, fast. Und nebenbei bemerkt: sehr energiesparend!

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Menü des Magic Trackpad in den Systemeinstellungen

Die Gesten
Das kurze Instruktionsvideo im Menü der Systemeinstellungen sollte sich der künftige Anwender allerdings zu Gemüte führen. Dort werden wortlos die wichtigsten Bedienschritte und Fingergesten vorgeführt. Selbst Grobmotoriker lernen mit wenigen Streicheleinheiten, wie der Cursor, oder ehemals „Mauszeiger“ genannt, mit einem Fingerwisch über das Display zu manövrieren ist. Intuitiv erfährt der Benutzer, wie man mit einem Zweifingerwisch durch ganze Websites nach unten scrollt. Begreift, mit drei Fingern vor- und zurückzublättern und mit vier Fingern zwischen verschiedenen Programmen hin- und herzuwechseln. Wie man Neudeutsch „Pincht“ und „Zoomt“, äh, ich meinte: Bild- oder Displayinhalte verkleinert oder vergrößert. Dabei ist es dem Magic Trackpad sogar egal, ob man Links- oder Rechtshänder ist, beide Hirnlappen gewinnen das Trackpad im Handumdrehen lieb. Auf der Rückseite der Verpackung kann man die 12 wichtigsten Gesten der magischen Gebärdensprache noch einmal nachlesen oder nach Belieben auswendig lernen.

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Bluetooth-Konfiguration

In der Praxis
Nach wenigen Tagen erübrigt sich der Griff nach der treuen Apple Maus, die dann (gefühlt) „kiloschwer“ in der Hand liegen dürfte und den Scrollball an ihrer Oberseite als ein Relikt vergangener Tage erscheinen lässt. Ist das wirklich der Beginn einer neuen Ära? Läutet die Computerevolution damit endgültig die nippellose Epoche ein? O tempores? O mores? Es handelt sich hier nicht um einen neuen, amerikanischen Tugendwahn, sondern um eine Weiterentwicklung von Apples Multitouch-Technologie, die der Computerkonzern aus dem kalifornischen Cupertino den „Usern“ von iPod Touch, iPhone oder iPad mit dem Magic Trackpad ebenso im stationären Computeralltag konsequent schmackhaft machen will.

Apple Magic Trackpad“

Mit ein bisschen Fingerübung und dem zugehörigen Fingerspitzengefühl lernt zum Beispiel der Fotograf der digitalen Gegenwart, wie man mit Daumen und Zeigefinger in iPhoto, Adobe Photoshop oder ganz simpel in der Vorschau Fotos dreht. Adobes mächtiges Bildbearbeitungsprogramm kann den modernen Foto-Arbeiter jedoch mal kurz in den Wahnsinn treiben, wenn sich durch einen unbeabsichtigt kurzen Dreh die Bildachse mal zur Seite neigt. Gut, wenn man rettende Tastaturkürzel wie „cmd+z“ beherrscht, um Fehler rückgängig zu machen. Manchmal hilft aber nur die Maus: Beim Ausschneiden von Bildinhalten beispielsweise, wenn’s schnell gehen muss, oder beim Retuschieren. Nahezu verwaist liegt die „olle Knolle“ fortan neben dem Trackpad auf dem Schreibtisch.

Mein Fazit
Das Apple Magic Trackpad hat das Zeug zur neuen Geliebten. Wer sich von seiner alten Maus trennen möchte, weil diese speckig in der Hand liegt und allmählich in die Jahre gekommen ist, der freut sich ab sofort auf die kleine Fingergymnastik am Mac. Für 67,90 Euro ist das Wireless-Multi-Touch-Trackpad bei Cyberport erhältlich. (Anmerkung der Redaktion: Und seit kurzer Zeit auch ausreichend verfügbar.)

Aber Vorsicht! Übermäßiger Gebrauch macht süchtig! Und begünstigt eventuell ein Karpaltunnelsyndrom. Wer beides einmal hat, wird’s so schnell nicht mehr los.

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3 Kommentare

  1. avatar
    Georg schrieb am
    Bewertung:

    Kann die Erfahrung nur teilen. Ich hab’s selbst nicht geglaubt, aber seitdem ich den Trackpad habe benutze ich die Maus gar nicht mehr, habs sogar vom Schreibtisch verbannt. Das einzige was bisher störte war das klicken, aber ich hab’s jetzt so eingestellt, dass man das man nicht mehr das ganze Trackpad runterdrücken muss, sondern nur leicht antippen.

  2. avatar
    Dirk Haase schrieb am
    Bewertung:

    Kann ich mir noch nicht so richtig vorstellen, damit zu hantieren. Auf dem iPad tue mich ja schon manchmal schwer bei der Textbearbeitung den Kursor an die richtige Stelle zu platzieren. Aber da bin ich ja mit Finger direkt drauf, bei dem Trackpad dagegen nicht. Muss ich wirklich mal im Store testen. Aber von meinem alten Logitech TrackMan wird mich das Pad wohl nicht so schnell wegbekommen.

    Schon mal probiert damit zu spielen?

  3. avatar
    Dirk Haase schrieb am
    Bewertung:

    Ok, das mit dem schwierigen Kursor platzieren ist Quatsch, man schiebt ja den Zeiger über den Biodschirmen. Zu schnell auf Speichern getippt. ;-)

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