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Notebooks können so schön sein: Das HP Spectre 13 im Test



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Bewertung
Design-Highlight mit satter Leistung
4,5

 Pro

  • Ultraleicht
  • Beeindruckendes Design
  • Starke Hardware
  • Sehr gutes Display
  • Hoher Schreib-Komfort
  • Leder-Sleeve im Lieferumfang

 Contra

  • Anschluss-Ausstattung verlangt Umgewöhnung
  • Unter Last zuweilen recht laut
  • Display spiegelt bei direkter Sonneneinstrahlung stark

Das erste Unternehmen im Silicon Valley, der erste Hersteller mit einer zweistelligen Web-Domain, der Produzent des ersten programmierbaren Taschenrechners – unspektakulär war die Entwicklung von Hewlett-Packard zum Technologie-Riesen keineswegs. Aber wohl selten zuvor war HP so präsent wie heute. Das zeigt sich vor allem in den zahlreichen spannenden Notebook-Konzepten, die HP für Privat- und Business-Anwender bereithält – allen voran EliteBook Folio, Omen und zBook.

Das für mich eindrucksvollste Konzept bringt aber zweifellos das HP Spectre 13 mit: Mit 10,4 Millimetern Gehäusehöhe und 1,1 Kilogramm Gewicht platziert sich das Spectre unter den absoluten Notebook-Leichtgewichten rund um MacBook Air und Co. und sagt zudem dem Plastik-Schwarz und Alu-Grau der Konkurrenz den Design-Kampf an. Wie gut HP der Spagat zwischen Design und Funktionalität gelungen ist, schaue ich mir im Praxistest an.

Lieferumfang

Premium-Notebook im Premium-Karton

Unspannende Umverpackung ...
... aber der Blick in die Wellpappe ...
... offenbart einen edlen Notebook-Karton.
Ein Leder-Sleeve ist im Lieferumfang enthalten.
Notebook nebst Kurzanleitung
Der Karton-Inhalt
Ladekabel
USB-Adapter
Unspannende Umverpackung ...

Wie Premium das neue Spectre 13 ist, zeigt HP schon beim Karton. Gut, nicht bei der Umverpackung, denn die ist ziemlicher Standard. Aber darin finde ich eine weitere Box, die das Notebook nebst Zubehör beinhaltet. Dieser Karton zeigt sich fast komplett in Schwarz, nur ein elegant-leichter „Spectre“-Schriftzug auf der Vorderseite, das bekannte HP-Logo auf der Rückseite und ein ultracooles neues HP-Logo links und rechts am Karton heben sich in Gold ab. Neben dem Karton hält die Umverpackung im Übrigen noch ein schickes Leder-Sleeve bereit.

So weit so hochwertig. Der tolle erste Eindruck setzt sich beim Blick in die Box fort. Zuoberst offenbart sich mir das Spectre 13, das erneut das moderne HP-Logo trägt. Darunter verbirgt sich ein 4-Seiter im Format des Notebooks, der grundlegende Setup-Hinweise von der Einrichtung des Windows-10-OS bis hin zur Nutzung des Touchpads gibt. Als weiteres Zubehör sind ein USB-Typ-C-Adapter, ein kleines Poliertuch und das Netzteil an Bord. Nach diesem Unboxing bin ich schon einmal ganz angetan vom Spectre 13.

Optik

Notebook-Design goes Wow

Drei USB-C-Anschlüsse bringt das Spectre mit.
Auch ein Kopfhörer-Anschluss ist an Bord.
Die Lüftungsgitter
Das Spectre 13 ...
... begeistert als elegantes Leichtgewicht.
Sauber verarbeitet
Geringes Spaltmaß
Das Spectre im Sleeve
Drei USB-C-Anschlüsse bringt das Spectre mit.

Mein Acer Aspire R13 hielt ich mit seinen 1,5 Kilogramm schon für besonders leicht, doch das HP Spectre 13 unterbietet diese Marke noch einmal deutlich. Und das spüre ich sofort: Leldiglich mal 1,1 Kilogramm bringt das 13-Zoll-Notebook auf die Waage und es macht einfach nur Spaß, dieses Leichtgewicht in Händen zu halten. Das liegt allerdings auch an der cleveren Materialwahl: Das Chassis besteht größtenteils aus Kohlefaser und fühlt sich angenehm matt und griffig an. Fingerabdruck-anfällig ist es zwar dennoch, aber dieses Lied können wohl auch die meisten anderen Notebooks singen.

Bedingt durch das schlanke Design wartet das Spectre nicht mit den typischen Notebook-Anschlüssen auf, sondern geht vielmehr in Richtung MacBook. Am goldenen Alu-Ende des Notebooks spielt sich alles Wesentliche ab und das beschränkt sich auf drei USB-Ports vom Typ C, die sich auch auf Thunderbolt verstehen beziehungsweise zum Laden des Spectre dienen. Daneben gibt es noch einen Kopfhörer-Ausgang, that’s it. Das klingt zwar recht wenig, ist für diese auf Mobilität ausgelegte Geräteklasse durchaus praktikabel. Das Gebot der Stunde heißt ohnehin „wireless“, also ist Umdenken an der Tagesordnung.

Was gibt es sonst noch zu berichten? Das Display wird an einem goldenen Kolbenscharnier geführt, das im zugeklappten Zustand komplett im Alu-Ende des Books verschwindet. Unterhalb der Anschlüsse finde ich zwei großzügige Lüftungsgitter, die für die Unterdruckkühlung zuständig sind. Das bedeutet: Das Spectre 13 kühlt seine Hardware, indem es kühle Luft einsaugt und heiße Luft wieder ausbläst. Die Unterseite des Notebooks hält darüber hinaus drei Fußleisten bereit, die das Book ein Stück vom Boden heben.

Display

Brillantes Full-HD-Display hinter Gorilla Glas

Damit wird es höchste Zeit, die Maschine zu starten. Das geht natürlich mit der Einrichtung des Betriebssystems einher. Hier ist Windows 10 Home an Bord, das in wenigen Schritten eingerichtet ist. Als Interface steht mir ein 13 Zoll großes Display (33,8 Zentimeter Diagonale) zur Verfügung, das mit 1.920 mal 1.080 Pixeln auflöst. Nur Full HD? Ja, aber das genügt in dieser Geräteklasse durchaus. Höher auflösende Panels beanspruchen den Akku zu sehr und schaffen oft ein nur unwesentlich schärferes Bild.

Das Display des Spectre 13 an sich macht eine sehr gute Figur. Text, Bilder, Icons und Co. werden detailliert und vor allem höchst kontrastreich dargestellt. Auch die im Alltag üblichen Blickwinkel machen mir hier keinen Strich durch die Rechnung. Im Gegenteil: Das IPS-Panel bleibt bis in die äußersten Winkel farbecht und fällt auch in puncto Bildschirm-Helligkeit kaum ab. Allerdings kommt der 13-Zöller mit einer hochglänzenden Gorilla-Glas-Panelabdeckung daher, was dem Display bei strahlendem Sonnenschein im Außeneinsatz durchaus zu schaffen macht. Im Schatten oder bei Indoor-Nutzung gibt es allerdings nichts zu meckern.

Auf Touch-Funktionalität verzichtete HP beim Spectre 13 übrigens, was auch nicht weiter verwundert, fällt das Edel-Notebook schließlich nicht in die Klasse der 2in1. Es ist eben kein einfaches Multimedia-Spielzeug.

Keyboard

Komfortable Eingaben per Insel-Tastatur & Glas-Touchpad

Insel-Tastatur mit Tasten in Standardgröße
Links & rechts schließen die Lautsprecher an.
Die Pfeil-Tasten
Einschalter & Scharnier
Insel-Tastatur mit Tasten in Standardgröße

Produktivität steht im Vordergrund in Hinblick auf die Tastatur des Spectre 13. HP verbaut hier ein Insel-Keyboard, dessen Tasten in regulärer Größe gehalten sind. Der Hubweg beträgt laut HP 1,3 Millimeter, was sich in der Praxis in einem sehr angenehmem Tippgefühl niederschlägt. Die Tasten geben ein sehr gutes haptisches Feedback bei der Eingabe und reagieren durchweg exakt – selbst bei zügigem Schreiben. Die Geräuschentwicklung geht dabei absolut in Ordnung, auch wenn die Tastatur des Spectre nicht die leiseste ist. Einstufig hintergrundbeleuchtet ist sie im Übrigen auch.

Ergänzt wird die gute Tastatur durch ein präzises Touchpad, das sich wie das Display hinter Glas verbirgt. Auf Ein- und Mehrfingereingaben reagiert das Touchpad souverän und setzt sie sehr genau in die Tat um. Auch das Klicken klappt mit dem Steuerelement sehr gut, sprechen die hinter dem Clickpad liegenden Tasten doch weder zu schnell noch zu zögerlich auf meine Eingaben an. So gesehen habe ich an den Eingabemethoden nichts auszusetzen.

Software

Windows 10 mit einigen HP-Erweiterungen

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Dass das HP Spectre 13 Windows 10 Home dabei hat, habe ich bereits erwähnt. Was ich jedoch noch nicht erwähnte: Mich verwundert diese Wahl ein klein wenig, schließlich dürfte das edle Design des HP-Notebooks auch Business-Anwender ansprechen, die sicherlich von der Professional-Version mehr profitieren würden. Für den Heim- und Home-Office-Gebrauch ist das vorliegende OS aber absolut ausreichend, alle nötigen Features für den klassischen Notebook-Betrieb sind an Bord.

Hinzu kommen eine Reihe von HP-Features, die die Funktionen des Betriebssystems erweitern und einige Standards mitbringen. So ist zum Beispiel HP ePrint nebst JetAdvantage vorinstalliert, was die Ansteuerung von kompatiblen Druckern erleichtert. JetAdvantage im Speziellen ermöglicht das Senden von Druckaufträgen an die Cloud-Warteschlange, die dann am Drucker per Passwort authentifiziert werden muss – ein sehr praktisches Business-Feature. Den Multimedia-Anwender dürfte die HP Lounge ansprechen, die on-Demand-Streams und zahlreiches Info- und Backstage-Material zu Künstlern von Universal Music mitbringt – die ersten 12 Monate kostenlos. Zu guter Letzt sei noch der HP Support Assistant erwähnt, der zum Beispiel Seriennummer, Updates, Meldungen und Ablauf der Garantie des Spectre anzeigt. Ebenso können weitere Geräte hinzugefügt oder der Support für ein hinterlegtes Device initiiert werden.

Hardware

Starke Leistung sogar für “The Witcher III”

Die Details von Cinebench R15 ...
... attestieren doch recht ordentliche Werte ...
... die auch PC Mark 8 bestätigt.
Die Details von Cinebench R15 ...

Bei den technischen Daten macht mein Test-Spectre auf dem Papier bereits eine sehr gute Figur: Neben einem Core i7 6500U mit zwei Kernen und bis zu 3,1 Gigahertz Takt hält das HP-Notebook satte 8 Gigabyte Arbeitsspeicher und 256 Gigabyte SSD bereit. Die Grafik gibt sich klassentypisch in Onboard-Bauweise.

Im Alltag schlägt sich das Spectre mit diesen Leistungsdaten überaus gut, denn bei den üblichen Verdächtigen à la Office, Photoshop und InDesign geht das Notebook souverän und zügig ans Werk. Im Benchmark wird diese Leistung weitestgehend bestätigt, sodass sich das Spectre 13 im Cinebench und im PC Mark wacker schlägt. Was mir dabei aber auffiel (und auch das würde ich als klassentypisch bezeichnen): Der Lüfter schlägt recht rasch an und tourt hörbar hoch.

Abschließend habe ich natürlich auch das HP-Notebook mit einem alten Bekannten konfrontiert und „The Witcher III“ installiert. Allzu hohe Erwartungen hatte ich dabei nicht, denn bei Onboard-Chips fehlen halt so einige Technologien, die aktuelle Spiele voraussetzen. Dennoch hat mich das Spectre überrascht: Nach der Installation startete das Game mit den Voreinstellungen und lief dabei zwar nicht ruckelfrei, aber überraschend gut. Nehme ich Auflösung und Details noch eine ganze Ecke zurück, wird das Game sogar einigermaßen spielbar. Für Spiele mit etwas weniger Anspruch und damit für gelegentliche Gaming-Sessions sollte das Spectre 13 also durchaus gerüstet sein.

Akku

Ausreichend Akku-Atem für Meetings, Außeneinsätze & Serien-Intermezzi

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Kurze 2,5 Stunden musste ich das Notebook an der Steckdose lassen, um den Akku voll aufzuladen. Das ist an sich gar nicht schlecht und verleiht dem Notebook – wenn man dem Datenblatt glaubt – ordentliche 8 Stunden Ausdauer. Im Test ist dieser Wert bei heruntergeschraubter Display-Helligkeit und klassischer Office-Nutzung durchaus realistisch. Schaue ich wechselnd YouTube-Videos, browse durch diverse Webseiten und arbeite zwischendrin ein wenig in Photoshop, sind immer noch 5 bis 6 Stunden Arbeit ohne neue Akkuladung drin.

Insgesamt finde ich die Akkuleistung durchaus brauchbar. Klar, für den reinen Business-Einsatz bräuchte es etwas mehr Ressourcen, aber das Spectre richtet sich ja auch nicht explizit an klassische Business-Anwender. Für die Nutzung zuhause und auf Reisen beziehungsweise in Meetings ist das HP-Notebook bestens geeignet.

Fazit

Ultraleichtes Notebook-Schmuckstück mit starker Performance

Bevor ich zusammenfasse, möchte ich noch einmal definieren, als was ich das HP Spectre 13 sehe: Es ist allem voran ein Design-Notebook, das den Privatanwender anspricht und eine Windows-Alternative zu den aktuellen Anschluss-reduzierten MacBooks darstellt. Wer also in das Spectre 13 investiert, investiert in Form ebenso sehr wie in Funktion.

Das HP-Book bietet dementsprechend für aktuell 1.499 Euro ein überragend ästhetisches Design als Gegenpart zu stattlicher Technik-Ausstattung von 8 Gigabyte RAM bis Intel Core i7. So leistet das Spectre eine ganze Menge und präsentiert Games, Videos und Bilder auf einem brillanten Full-HD-Display. Und auch bei den Eingabe-Methoden weiß das Notebook zu überzeugen.

Gewöhnungsbedürftig könnte im Kontrast dazu die Akkulaufzeit von bis zu 8 Stunden ausfallen oder die absolut reduzierte Anschluss-Ausstattung, die ein konsequentes Umdenken voraussetzt. Nicht umsonst steht bei HP zum Beispiel auch eine Bluetooth-Maus im Spectre-Design zur Verfügung, die den aktuellen Engpass an reinen USB-Typ-C-Mäusen umschifft. Letzten Endes solltet ihr das HP Spectre 13 in Betracht ziehen, wenn ihr ein einzigartiges und edel verarbeitetes Notebook mit sehr guter Leistung sucht. Das Auge entscheidet hier deutlicher als bei den meisten anderen Notebooks mit.

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