Tests

Motorola Moto 360: eine runde Sache



Zugeordnete Tags Android | Wearable
Bereiche

Bewertung
Gelungener Erstling
4

 Pro

  • Hochwertige Verarbeitung
  • Scharfes Display
  • Regelmäßige Updates
  • Hoher Alltagsnutzen

 Contra

  • Nur ein Tag Akkulaufzeit
  • Teils umständliche Systembedienung

Motorola stellte im letzten September mit der Moto 360 die erste tatsächlich runde Smartwatch vor. Gleich vorweg sei gesagt: „Ganz rund“ trifft zwar für das Gehäuse zu, das Display ist jedoch nicht vollständig kreisförmig. Denn in einem schmalen Streifen am unteren Rand versteckt sich der Helligkeitssensor, der die Darstellung der Oberfläche an die aktuellen Lichtverhältnisse anpasst.

Mittlerweile existieren andere Smartwatches wie die LG G Watch R, die mit einem vollständig kreisförmigen Display der Moto 360 etwas voraus sind. Wir vom Cyberbloc möchten nun testen, wie sich die Moto 360 nach einem dreiviertel Jahr am Markt und diversen Updates schlägt. Man sollte ja meinen, dass nach dieser für eine Smartwatch vergleichsweise langen Zeit die Uhr zu einer gewissen Reife gekommen ist, zumal sich langsam ein Nachfolger ankündigt.

Lieferumfang

Unboxing & Verpackung

Motorolas Moto 360 kommt in eleganter Hülle daher
Runde Verpackung - runde Uhr - runde Sache
Lieferumfang inkl. praktischer Ladestation
Die Moto 360 verfügt über ein edles Echtleder-Armband
Motorolas Moto 360 kommt in eleganter Hülle daher

Die Moto 360 ist eine runde Sache – auf jeden Fall in puncto Verpackung. Diese ist, wie sollte es anders sein, rund. Gefertigt ist sie aus recyclingfreundlichem Karton. Neben der Uhr finden sich noch die praktische Ladestation, Kabel und eine Kurzbeschreibung darin. Ansonsten ist der Lieferumfang wie üblich spartanisch bemessen.

Ersteindruck

Überzeugende Verarbeitung

Rückseite mit Pulsmesser & Eigenschaftsbeschreibung
Der Rand des Displays ist leicht angefast
An schmalen Handgelenken wirkt die Uhr zunächst wuchtig
Doch dieser Eindruck legt sich bei aktiviertem Display wieder
Rückseite mit Pulsmesser & Eigenschaftsbeschreibung

Die Moto 360 überrascht durchweg mit sehr hoher Verarbeitungsqualität. Das Gehäuse der Uhr ist genau wie die Schließe aus schwarzem, rostfreien und schweißresistenten 316L- beziehungsweise V4A-Edelstahl (eine silberne Version ist auch verfügbar). Auch der einzige Knopf mutet mit bronzener Umrandung und knackigem Druckpunkt edel an. Eine kratzerresistente Glasscheibe schützt das Display und widersteht Fingerabdrücken überzeugend gut.

Das wechselbare Armband aus echtem Horween-Leder tut sein Übriges zum positiven Qualitätseindruck. Für weitere Looks ist das Armband bereits in mehreren Varianten für die Moto 360 erhältlich.

Man spürt deutlich, dass Motorola hier kein Spielzeug produziert, sondern ein überzeugend hochwertiges und edles Produkt vorgestellt hat, mit dem man sich auch in Businesskreise begeben kann, ohne Gefahr zu laufen, belächelt zu werden. Dazu gibt es Wasserfestigkeit nach IP67-Standard. Eine Regendusche übersteht die Uhr also, einen Besuch im Schwimmbad sollte man ihr aber nicht zumuten.

Einziger Wermutstropfen beim Ersteindruck: Die Rückseite der Uhr, die am Arm anliegt, gestaltet Motorola aus Plastik – vermutlich wegen des Korrosionsschutzes.

Die Glasscheibe der Uhr ist am Rand angefast, damit keine scharfe Kante stört. Das fühlt sich zwar gut an, bricht aber das Licht des Displays, sodass rings um den Rand leicht irisierende Regenbogenmuster entstehen. Generell ist das keine störende Sache, wer aber für solche Effekte empfindlich ist, der sollte sich die Uhr vor dem Kauf genau anschauen.

Hardware

Schicke Hardware & nicht ganz überzeugender Pulsmesser

Die edle Metallschließe hält die Uhr sicher am Handgelenk
Die edle Metallschließe hält die Uhr sicher am Handgelenk

Für Technik-Enthusiasten seien die technischen Daten der Motorola Moto 360 kurz angerissen: Ein OMAP-3-Prozessor von Texas Instruments, begleitet von 512 Megabyte Arbeitsspeicher, treibt die 320 mal 290 Pixel messende Uhr an.

Moment – 320 mal 290 Pixel sind doch nicht rund? Dieses Maß entsteht dadurch, dass das kreisförmige Display am unteren Ende leicht abgeschnitten ist, um dem Helligkeitssensor Platz zu geben. Das Display erstreckt sich also an seiner breitesten Stelle über 320 Pixel, in der Höhe jedoch über maximal 290 Pixel. Das entspricht einem Durchmesser von 1,56 Zoll und damit ein wenig mehr als bei der LG G Watch R.

Genau gesagt: Die Moto 360 misst 46 Millimeter im Durchmesser beziehungsweise 11,5 Millimeter in der Höhe und bringt 49 Gramm auf die Waage. Die Größe ist insgesamt angenehm, nicht zu groß und nicht zu klein für Herren-Handgelenke.

Schrittzähler, kabelloses Laden und ein integrierter Pulsmesser – mit diesen Zusatzfeatures punktet die Moto 360. Insbesondere das kabellose Aufladen gestaltet sich sehr angenehm, einfach die Uhr ins Dock legen und nach etwa einer Stunde ist sie vollständig aufgeladen. Anders ist das Laden auch nicht möglich, denn Motorola verzichtet zugunsten der Wasserresistenz auf eine Ladebuchse.

Der Pulsmesser funktioniert zuverlässig und zeigt durchaus reale Werte an. Nur in Ausnahmefällen (bevorzugt an fremden Handgelenken…) klappt die Messung erst im zweiten oder dritten Anlauf. Ärgerlich: Der Pulsmesser arbeitet nur, wenn man die Uhr ruhig hält. Wer also beim Joggen seinen Puls messen will, setzt mit der Moto 360 leider auf das falsche Pferd.

Software

Android am Handgelenk

Homescreen und diverse Systeminformationen zur Uhr
Erinnerungen & Aufgaben lassen sich schnell über das Menü erreichen
Pulsmesser funktioniert bei Ruhe zuverlässig & genau
Google Now am Handgelenk ist eine praktische Sache...
...so kommt man zum Beispiel schnell zum aktuellen Wetterbericht.
Homescreen und diverse Systeminformationen zur Uhr

Softwareseitig setzt die Moto 360 auf den Android-Ableger „Android Wear“. Damit richtet sich Google direkt an Smartwatches und bringt quasi Google Now ans Handgelenk. Die Watch präsentiert ihrem Nutzer also zur aktuellen Situation passende Karten: Wetter, Verkehr, E-Mails, Nachrichten etc.

Obendrein setzt die Moto 360 auf Sprachbedienung: Der Nutzer tippt seine Anfrage nicht in die Tastatur, sondern spricht sie in die Uhr hinein. Eine gut funktionierende Sprache-in-Text-Funktion sorgt für alles Weitere. Typische Fragen im Alltag können sein: „Wie wird das Wetter morgen?“ oder „Sende eine Nachricht an [insert Boss here]: Ich komme etwas später.“

Dazu benötigt die Smartwatch jedoch eine dauerhafte Bluetooth-Verbindung zum Smartphone – sozusagen dem Rechenzentrum. Die Verbindung punktet mit geringem Energieverbrauch dank Bluetooth 4.0 und funktioniert ab Android 4.3.

Ohne Partner-Smartphone beschränkt sich der Funktionsumfang der Uhr tatsächlich nur auf das Anzeigen der Zeit. Dies erfolgt dabei über auswechselbare Ziffernblätter. Von der 80er-Jahre-Kult-Uhr des Michael Knight bis zum filigranen Schweizer Chronographen ist im Play Store für jeden Geschmack das entsprechende Ziffernblatt erhältlich.

Alltagstest

Bedienung im Alltag

Die Uhr taugt als Runtastic-Companion und Activity-Tracker, ...
... natürlich auch als Navi, ...
... und hält dabei Zusatzinformationen zum Ziel bereit
Automatische Helligkeit & Media-Center-Steuerung sind auch dabei
Die Uhr taugt als Runtastic-Companion und Activity-Tracker, ...

Wie schlägt sich die Uhr im Alltag? Zunächst überzeugt sie in ihrer Hauptaufgabe: dem Anzeigen der  Zeit. So weit, so gut. Neueinsteiger müssen sich zudem an das hin und wieder vibrierende Handgelenk gewöhnen. Und auch die Bedienung von Android Wear gestaltet sich häufig anders, als man es vom Smartphone kennt.

Zwar meldet sich die Uhr analog zu Google Now mit Informationen, die man gerade gebrauchen könnte und wenn sie es für den richtigen Zeitpunkt hält. Das Verkehrsaufkommen auf dem Heimweg, anstehende Termine, neue E-Mails, Ergebnisse des verpassten Fußballspiels – die gebotenen Informationen sind reichhaltig. Die dazugehörige App lässt sich mit einem Wisch und einem Tippen von der Benachrichtigung aus starten.

Will man eine App seiner Wahl öffnen, muss man jedoch zunächst das Menü der Uhr bemühen und ganz nach unten scrollen, um dann nochmals ein Menü zu öffnen, in dem man sich dann zur gesuchten App bewegen und sie starten kann.

Wenn sich das Display der Moto 360 aus Energiespargründen abschaltet, schließen sich auch die laufenden Apps – man muss sie also erneut über den oben genannten Weg aktivieren. Zwar lassen sich vordefinierte Aktionen schneller starten (zum Beispiel einen Lauf aufzeichnen oder Musik abspielen), doch gilt das längst nicht für alle Funktionen der Uhr. Hier muss Google unbedingt nachbessern und den Zugang zu den installierten Apps vereinfachen.

Fazit

Eine runde Sache

Motorolas Moto 360 hinterlässt insgesamt einen positiven Eindruck. Die Optik überzeugt mit schwarzem Stahlgehäuse und edlem Echtleder-Armband. Mit einer Laufzeit von einem Tag tut sich die Moto 360 gegenüber ihren Konkurrenten nicht hervor, steht ihnen aber auch nicht nach.

Regelmäßige Updates erhöhen den Funktionsumfang immer weiter. Die Uhr lässt sich bereits jetzt vielseitig einsetzen, für künftige Updates gilt das umso mehr.

Verbesserungswürdig ist die App-Übersicht im PlayStore, denn es gibt keinen dezidierten Store für Watch-Apps. Als Abhilfe zum aufwendigen manuellen Starten von Apps gibt es bereits jetzt diverse Schnellzugriff-Programme.

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