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Kabellos glücklich? Sony WF-1000X Bluetooth-Kopfhörer



Zugeordnete Tags Kopfhörer | In-Ear | Bluetooth
Bereiche

Bewertung
Toller Klang, Probleme im Detail
4,5

 Pro

  • Überragend guter Klang
  • Angenehmer Tragekomfort
  • Gutes Noise Cancelling
  • Benutzerfreundlich

 Contra

  • Ton kann Aussetzer haben
  • Vergleichsweise kurze Akkulaufzeit
  • Überdurchschnittlich große Box
  • Kein AptX-Support

Musik muss für mich gut klingen. Entsprechend habe ich meine Wohnung nach akustischen Gesichtspunkten ausgesucht. Mein Smartphone habe ich wegen des hochwertigen Digital-Analog-Wandlers samt vier Verstärkermodulen gekauft. Kabellos? Nein danke – Kabel können für mich gar nicht dick genug sein. Bluetooth-Kopfhörer konnten mich also bislang nie überzeugen.

Und dann werde ausgerechnet ich gefragt, ob ich einen komplett kabellosen Bluetooth-Hörer testen möchte. Skeptisch sage ich zu. Die AirPods finde ich ja auch praktisch, leider lässt der Klang zu wünschen übrig.

Übersicht

AirPods nach Art des (Sony-)Hauses

Nachdem Apple mit den AirPods bewiesen hat, dass kabellose Kopfhörer möglich sind, haben zahlreiche Hersteller den Trend für sich entdeckt. Darunter Sony, deren WF-1000X aussehen wie eine Kreuzung zwischen In-Ear-Monitor und geschrumpftem Bluetooth-Headset. Dazu wie üblich eine Box, die zum Aufladen und Transportieren der Hörer dient.

Doch hier enden die Ähnlichkeiten zu den AirPods. Im Gegensatz zu diesen, werden die Sonys in den äußeren Gehörgang eingeführt und nicht nur in das Ohr gelegt. Dies dämpft Umgebungsgeräusche effektiv und verbessert insbesondere den Bass-Bereich. Zusätzlich verfügen die WF-1000X über aktives Noise Cancelling, ein Novum für Bluetooth-Hörer dieser Bauart. Auch bieten sie einen Modus, der Umgebungsgeräusche zulässt — dies soll vor wild gestikulierenden Kollegen und gefährlichen Situationen im Straßenverkehr schützen.

Unboxing

Alles außer Ladegerät vorhanden

In der Verpackung befinden sich die Ladebox, ein microUSB-Ladekabel, drei Schaumstoff-sowie drei Silikon-Aufsätze, und ein weiterer Einsatz, der für besseren Halt im Ohr sorgen soll. Außerdem gibt es eine Bedienungsanleitungen sowie weitere Dokumente.

Die Hörer sind elegant, Sony-typisch attraktiv und stehen kaum aus dem Ohr empor. Zwar sind sie aus Plastik, dadurch aber auch leichter und somit angenehmer zu tragen. Im transparenten Bereich zeigen sich die Antennen sowie eine blau-rote Status-LED. Leider blinken diese auch im laufenden Betrieb für ein paar Sekunden nach Tastendruck, was bereits zur Erheiterung meiner Kollegen beigetragen hat.

Die kompakte Box verrät einem alles Nötige.
Die getönte Abdeckung mit dem Sony-Schriftzug mach Lust auf mehr.
Ansprechende Präsentation
Weiteres Zubehör bleibt gut versteckt.
Ausgepackt: Ein USB-Ladegerät wird nicht mitgeliefert.
Die kompakte Box verrät einem alles Nötige.
Bedienung

Paarungsfreudig

Das Koppeln gelingt spielend leicht: Einfach das Case an das NFC-fähige Smartphone oder Tablet halten. Nach wenigen Sekunden ist die Verbindung etabliert. Mit einer weiteren Berührung sind die Earphones wieder getrennt. Ob Android-Smartphone oder Windows-10-Tablet, immer funktionierte es im Test zuverlässig. Apple-Fans und Nutzer ohne NFC halten die Powertaste gedrückt, bis blinkende Lichter und eine Sprachansage Paarungsbereitschaft verkünden. Entnehme ich die Hörer, verbinden sie sich automatisch mit dem letzten Quellgerät.

Jeder Hörer besitzt eine Taste. Die Taste links dient zum Einschalten, Koppeln und Auswählen des Noise-Cancelling-Modus. Rechts wird pausiert, vor- oder zurückgespult oder der Google Assistant aktiviert.

Tragekomfort

Auch für In-Ear-Einsteiger geeignet

Nicht jeder kommt mit In-Ear-Monitoren klar, da sie in den Gehörgang eingeführt werden. Aber unter den Modellen, die ich bisher bessen oder ausprobiert habe, sind die WF-1000X die vielleicht benutzerfreundlichsten.

Bei manchen meiner In-Ear-Monitore musste ich für gute Isolation und guten Klang am Ohrläppchen ziehen und die Hörer mit drehender Bewegung und geöffnetem Mund in das Ohr drücken. Die WF-1000X schiebe ich einfach so ins Ohr und tippe nochmal kurz auf den durchsichtigen Teil – schon stimmt der Klang. Dank des kleinen Treibers passen sie auch in kleine Ohren. Das niedrige Gewicht und der Verzicht auf Kabel sorgen dafür, dass die Hörer nicht Gefahr laufen, aus dem Ohr zu fallen oder gerissen zu werden.

Klang

Dynamisch, detailliert & ausgewogen

Eins vorweg: Wichtig ist, dass das Quellgerät den Codec AAC über Bluetooth unterstützt, denn weder der AptX- noch der Sony-eigene LDAC-Codec werden akzeptiert. Ohne AAC fallen die Hörer auf den von jedem Gerät unterstützten SBC zurück — hier leidet der Klang ein wenig. AAC hingegen ist meiner Meinung nach transparent, also nicht vom Original unterscheidbar.

Mac-User müssen AAC von Hand erzwingen, bei Android lässt sich keine pauschale Aussage treffen — theoretisch sollten ab Android 8.0 Oreo alle Endgeräte AAC unterstützen. Aber auch manch ältere Smartphones wie mein LG V20 mit Android 7.0 senden über Bluetooth einen AAC-Stream.

Electronica: Die Bässe bei Cut Me Out von Flux Pavilion gehen ganz tief runter, die Reproduktion der Sonys erinnert mich beinahe an hochwertige Subwoofer. Subtil hält sich der Bass im Hintergrund, die Kopfhörer spielen dabei mehrschichtig, differenziert und melodisch. Ich ertrinke nicht im Beats’schen Basssumpf, der alles übertönt und wegdrückt und dabei auch noch die Hälfte — den wirklich tiefen Bereich — auslässt. Nur beim Klassiker Bass, I Love You von Bassotronics fehlt mir etwas, was meine Lautsprecher noch souveräner und satter rüberbringen — allerdings spürt man solche Töne auch eher, als dass man sie hört. Kopfhörer sind da klar im Nachteil.

Hip Hop, Jazz: Beat Assailant kombinieren Hip Hop mit Jazz, Funk, Soul und Rock. Eine verrückte Mischung, und so setzt die 9-köpfige Besetzung hohe Ansprüche an Lautsprecher und Kopfhörer. Überall passiert auf der großen Bühne etwas, zum Beispiel in dem nach klassischen James Bond erinnernden Charlie White. Bläser, Streicher, rechts ein Piano, ein rhythmisch und melodisch spielender Bassist, zahlreiche Background-Vocals. Und über allem ein erstklassig gespieltes Schlagzeug und die Stimme des Frontmanns. Ein Sammelsurium der Geräusche, fein säuberlich von den WF-1000X aufgelöst. Es entsteht eine Melange, die begeistert. Mit geschlossenen Augen stehe ich direkt vor der Bühne und höre, wo jeder Musiker steht. Nur im direkten Vergleich zu meiner Anlage fällt auf, dass der Bass bei den Sonys leicht dominant ist und einzelne Instrumente noch authentischer in den Mix eingehen könnten. Die Bühne gefällt mir über Lautsprecher ebenfalls besser, allerdings sind hier Kopfhörer grundsätzlich im Nachteil. Im Gegenzug arbeiten die In-Ears Details noch besser heraus.

Es folgt Kontrastprogramm dank Trailerpark. Bei TP4L machen die WF-1000X einfach Spaß, spielen klar und druckvoll auf. Effekte und sprachliche Details fallen auf und kommen gut zur Geltung. Hier schlagen die Kopfhörer eindeutig meine Anlage.

Jazz: Was passiert, wenn sich drei begnadete Akustik-Gitarristen an einem Freitagabend in San Francisco treffen? Sie nehmen ein Meisterwerk der Live-Musik in perfekter Tonqualität auf. Mit geschlossenen Augen fühlt es sich bei Mediterranean Sundance an, als ob ich zwischen Al Di Meola und Paco de Lucia sitze. Ganz gleich, ob rasend schnelles Stakkato, extrem aggressiv gezupfte Saiten oder gefühlvolle Passagen, keine Note gleicht einer anderen. Mit den WF-1000X höre ich förmlich, wie die Saite am Zenith von der Fingerkuppe rutscht und maximal aufgeladen gen Entspannung schnellt. Eine Herausforderung für Lautsprecher und Kopfhörer, denn die Masse so abrupt und kontrolliert zu beschleunigen und abzubremsen stellt größte Anforderungen an Elektronik und Aufbau. Lediglich im direkten Vergleich mit meinen großen Sony-Kopfhörern und meiner Anlage merke ich, dass es noch einen Hauch dynamischer und wärmer geht, noch etwas näher am Sound echter Gitarren.

Jazz, Electronica: Widmen wir uns der weiblichen Stimme. Bei All I Need des französischen Duos AIR wird es gefühlvoll. Ganz zart haucht die Sängerin ins Mikrofon. Dabei höre ich Details, die mir noch nie zuvor aufgefallen sind. An einer Stelle höre ich sogar die Lippenbewegungen der Sängerin. Gänsehaut kommt auf, rechts spielt eine Akustikgitarre, der Bass ist sanft im Hintergrund, und links steht eine Hammondorgel und gibt ihre wunderbar analogen Klänge von sich.

Rock, Metal: Pink Floyds Dark Side of the Moon, in der grandiosen MFSL-Pressung. Für solch audiophile Meisterwerke ist meine Anlage wie geschaffen, doch auch die WF-1000X überzeugen mich und zeigen lediglich im direkten Vergleich kleinere Schwächen.

Nun haben leider nicht alle Alben das Glück, gut produziert zu sein. Besonders der Begriff Loudness War fällt hier häufig. Mein extremstes Beispiel dafür ist Good News For People Who Love Bad News von Modest Mouse, ein Album das ich früher liebte und das ich, seitdem ich auf Hi-Fi setze, nicht mehr anhören kann. Die übertriebene Lautstärke tut regelrecht weh. Die WF-1000X beheben das Problem nicht vollständig, glätten die Wogen aber deutlich.

Zu guter Letzt Hymn VI: Of Wolf and Passion von Ulver. Mit einer selbst für Black Metal katastrophalen Produktion wird mein Gehörgang von Gitarren zersägt, während kaum hörbar im Hintergrund der Bass spielt und das Schlagzeug im Tempo eines Maschinengewehrs malträtiert wird. Wieder schaffen es diese Bluetooth-Hörer, die Musik hörbar zu machen, und dabei dennoch nichts unter den Tisch zu kehren.

Um es abzukürzen: Ich bin sehr angetan. Die WF-1000X erinnern mich an manch größere Sony-Kopfhörer. Ausgewogen, neutral, aber dabei stets unterhaltsam statt langweilig und nüchtern. Von abgrundtiefen Bässen bis rauf zu den höchsten Tönen ist alles vorhanden ohne einen Bereich übertrieben zu betonen oder wegzulassen. Zudem arbeiten die WF-1000X feinste Nuancen deutlich heraus.

Lediglich im direkten Vergleich zu meinen zugegebenermaßen sehr neutralen Lautsprechern aus deutscher Fertigung fällt ein Roll-Off in den Höhen — das letzte Quäntchen Brillanz fehlt — sowie ein dezent angehobener Bereich um ca. 100-150 Hz (Kickbässe) auf. Die Anhebung fällt dabei aber so klein aus, dass sie selbst mich nicht nervt.

Sicherlich gibt es audiophilere Lautsprecher und Kopfhörer, doch die sind meist brutal ehrlich. Alles, was nicht perfekt aufgenommen und gemastert wurde, offenbart seine Schwächen und wird unangenehm. Den WF-1000X hingegen machen auch minderwertige Produktionen wenig aus. Daher erreichen sie zwar nie Perfektion, klingen aber stets gut bis sehr gut. Dank der neutralen Abstimmung schonen sie zudem die Nerven, wenn man längere Zeit Musik hört – ein toller Allrounder.

Lautstärke

Vollgas nur mit App

Mit den Lautstärketasten eines iPhones oder Macs steuere ich die Lautstärke des eingebauten Verstärkers. Auch bei einigen Android-Smartphones ist das der Fall, zum Beispiel beim Huawei P9. Bei anderen Geräten hingegen steuert man nur die Lautstärke des Signals, das zum Hörer geschickt wird. Dann ist die Lautstärke von der maximal zuvor eingestellten Lautstärke abhängig.

Um dieses Problem zu umgehen hat Sony zwei Android-Apps, die in der Lage sind, die Verstärker-Lautstärke einzustellen. Die Volume-Tasten meines Smartphones steuern weiterhin lediglich die Lautstärke des Signals. Mein Favorit ist die „Headphones“-App, denn sie beschränkt sich auf die Anzeige des Ladestands, die Auswahl des Noise-Cancelling-Modus und die Wahl eines Klang-Presets.

Die Sony-Headphones-Connect-App
Menü in der Connect-App
Das Sony Music Center
Die Sony-Headphones-Connect-App
Verbindungsqualität

Ja wo ist denn der Ton?

Leider gibt es auch Schattenseiten: Je nach Quellgerät schwankt die Verbindungsqualität zwischen gut und katastrophal. Die Reichweite ist dabei nicht das Problem, doch es kann zu Aussetzern auf dem rechten Kanal kommen. Bei iPhones ist die Verbindung anscheinend ziemlich stabil. Bei meinem LG V20 gibt es in Abhängigkeit von meiner Umgebung hin und wieder Aussetzer.

Unangenehm wird es aber nur in Extremsituationen, wie beispielsweise in den Ausstellungsräumen von Elektronikhändlern. Etwas schlechter, aber akzeptabel mein Windows-Tablet von Samsung. Doch beim MacBook Pro (2015) oder Mac mini (2012) setzt mehrere Male pro Sekunde der rechte Kanal aus. Dabei scheint der Abstand zum Computer und dessen Position einen großen Unterschied auszumachen. Auch klappt es bei mir wenn nur einer der Hörer im Ohr ist.

Nun ist sich Sony durchaus des Problemes bewusst, und hat bereits ein Firmware-Update veröffentlicht welches die Verbindung verbessern soll. Installiert wird es per iOS oder Android-App, die App meldet von sich aus, dass ein Update verfügbar ist. Man muss lediglich ca. eine halbe Stunde auf Hörer und idealerweise Smartphone verzichten können. Die Verbindung meines Smartphones wirkt jetzt auch etwas stabiler. Gleiches kann ich für die Macs vermelden, wobei es meiner Meinung nach immer noch nicht akzeptabel ist.

Hinzu kommt, dass der Ton mit Verzögerung abgespielt wird. Bei Musik kein Problem, aber Videos laufen mit zeitversetztem Ton. Bei unterschiedlichen Apps zeigt sich das Problem unterschiedlich stark, und mit dem Update auf 1.0.7 konnte Sony den Lag reduzieren. Synchron wird es indes, wenn der rechte Hörer in der Ladebox bleibt.

Noise Cancelling

Mucksmäuschenstill

Bauartbedingt filtern die Kopfhörer effektiv Umgebungsgeräusche. Zusätzlich ist bei jedem Start per Default Noise Cancellation aktiviert. Dadurch entsteht ein leichter Druck auf den Ohren, und Störgeräusche im unteren Frequenzbereich fallen weg. Perfekt für Bus- und Bahnfahrten, denn Motor- und Gleisgeräusche werden stark reduziert.

Zur Verfügung steht neben aktiviertem oder deaktiviertem Noise Cancelling der Ambient-Sound-Modus. Dieser nutzt die Mikrofone um Umgebungsgeräusche in den Sound zu mischen. So lässt sich die starke Isolation eines In-Ear-Kopfhörers aufheben, um sicher durch den Straßenverkehr zu kommen. Der Klang ist dabei fast so als ob ich keine Kopfhörer trage. Einzig die Möglichkeit, die Außengeräusche weiter zu verstärken fehlt mir — meine Kollegen reden einfach zu leise. Per App kann ich auch zum Voice-Modus umschalten: Der für Stimmen typische Frequenzbereich wird spürbar verstärkt, andere Bereiche weggelassen. Das klingt zwar nicht mehr natürlich, kann aber bei der Kommunikation helfen. Die „Headphones Connect“-App bietet zudem einen adaptiven Modus an, der erkennt, ob ich mich bewege und entsprechend die Rauschunterdrückung anpasst.

Glücklicherweise verändert der Noise-Cancelling-Modus den Klang nicht, allerdings kann es, wenn dieser oder der Ambient-Sound-Modus aktiviert ist, zu Windgeräuschen kommen.

Das verbaute Mikrofon wird zudem für Telefongespräche genutzt. Um ab und an in einer eher ruhigen Umgebung zu telefonieren, ist dies in Ordnung, für den regelmäßigen Einsatz ist ein dediziertes Bluetooth-Headset aber besser geeignet. Das Mikrofon zeigt nämlich nicht in Richtung Mund, sondern fängt eher die Umgebungsgeräusche ein. Schade, denn mit einem weiteren Mikrofon und ein paar Softwaretricks hätte Sony hier die eierlegende Wollmilchsau für Road Warrior herstellen können.

Ladebox & Akkulaufzeit

Knapp bemessen, aber im Alltag ausreichend

Die elegante Transport- und Ladebox der dunkelgrauen Hörer ist von außen mit schwarz lackiertem Metall veredelt — bei der goldenen Version ist es braun — und fühlt sich hochwertig an. Obwohl die Box deutlich größer als das AirPod-Case ist, liegt sie angenehm in der Hand und passt gut in meine Hosentasche. Der Lack ist jedoch relativ empfindlich. So wurde mein Case trotz sorgsamer Behandlung schnell zum Unikat.

Mit dem eingebauten Akku lade ich die Kopfhörer bei Nichtgebrauch automatisch auf. Leider reicht es nur für zwei volle Ladungen, also sechs Stunden Nutzungsdauer. An meiner Powerbank lädt die leere Box samt leerer Hörer binnen zwei Stunden auf, nach einer Stunde und 15 Minuten sind die Hörer bei 100 Prozent. Wichtiger ist aber, dass ich nach nur fünf Minuten Ladezeit 24 Minuten lang Musik hören kann. Im Alltag war die Akkulaufzeit also kein Problem für mich.

Den Akkustand erfährt man per Sprachansage beim Einschalten des rechten Hörers, per App, oder bei iPhones direkt in der Statusleiste.

Fazit

Mein neuer Lieblingskopfhörer

Bislang waren Bluetooth-Hörer für mich immer mit Kompromissen verbunden. Doch die WF-1000X konnten mich größtenteils überzeugen. So häufig habe ich Kopfhörer noch nie verwendet. Verlasse ich das Haus, stecke ich das Case in meine Hosentasche. Bei jeder Gelegenheit wandern die Hörer mühelos ins Ohr – ohne erst Kabel entknoten zu müssen. Außerdem kann ich problemlos meine Schultertasche auf- oder absetzen, ohne Gefahr zu laufen sie aus meinem Ohr zu reißen.

Die minimalistische Tastenbelegung hat sich im Alltag bewährt. Schnell deaktiviere ich das Noise Cancelling, pausiere die Musik oder springe zum nächsten Song. Möchte ich die Lautstärke steuern, kann ich das problemlos und ohne hinzusehen direkt am Telefon — die anderen Funktionen würden einen Blick auf das Display erfordern.

Doch ohne guten Klang bringt der beste Komfort nichts — glücklicherweise landet Sony auch hier einen Volltreffer. Audiophiler und gleichzeitig spaßiger war für mich noch kein Bluetooth-Hörer, und selbst viele verkabelte Kopfhörer können nicht mithalten. Egal was ich gehört habe, überall tauchten Details auf die mir zuvor nicht aufgefallen sind. Manche Lieder und Alben gefallen mir sogar besser als auf meiner teuren Anlage. I Spy von Pulp ist erst durch diesen Kopfhörer zu einem Lieblingslied geworden.

Punktabzüge gibt es für den Lag und die durchwachsene Verbindungsqualität. Je nach Quellgerät, Empfindlichkeit und Umgebung schwankt es zwischen perfekt und unbrauchbar. Mit künftigen Firmware-Updates sowie neuen Android- und iOS-Versionen sollte sich die Situation aber zunehmends verbessern

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