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Immer besser werden - Samsung Gear Fit 2 im Test



Zugeordnete Tags Samsung | Sport | Smartwatch
Bereiche

Bewertung
Smartwatch mit vielen Funktionen & viel Potenzial
3,5

 Pro

  • guter Tragekomfort
  • großer Funktionsumfang
  • ausdauernder Akku
  • durchdachte Touch-Bedienung

 Contra

  • Messabbrüche beim Laufen
  • Verschluss des Armbands zu schwach
  • Touch-Display reagiert zu sensibel

Die Samsung Gear Fit 2 ist eine auf Android Wear basierende Smartwatch mit GPS-Funktion und optischem Pulssensor. Dabei dient das Samsung-Wearable ebenso als Fitness-Tracker wie Smartphone-Unterstützung. Die Gear Fit 2 ist mit fast allem ausgestattet, was man sich von einer Smartwatch wünscht und bietet noch dazu ein modernes Design.

Die Frage, die ich in diesem Test klären möchte, ist, ob sich all die technischen Daten und Funktionen auch im Alltag als nützlich erweisen.

Lieferumfang & Konnektivität

Samsung Gear Fit 2 im Unboxing

Ein erster positiver Eindruck ergibt sich gleich nach dem Auspacken aus der ansprechenden Sichtverpackung. Im Lieferumfang enthalten sind neben der Smartwatch selbst noch eine Ladestation mit USB-Kabel sowie eine Kurzanleitung.

Das Wearable verbindet sich nach Installationen aller notwendigen Apps ohne Probleme mit dem Smartphone. Diese Verbindung bleibt auch stabil, was bei Smartwatches keine Selbstverständlichkeit ist.

Die Gear Fit 2 hat die für Smartwatches wichtigsten Verbindungen integriert. Dies wären GPS sowie GLONASS für die Standortbestimmung, WLAN nach den Standards 802.11 b/g/n für die Verbindung mit dem Internet und natürlich Bluetooth (in der Version 4.2) für die Kommunikation mit dem Smartphone.

Ich packe heute mal die Samsung Gear Fit 2 aus!
Die Verpackung des Samsung-Wearables sieht schick aus.
Der Lieferumfang: Smartwatch, Ladestation mit USB-Kabel & Kurzanleitung
Ich packe heute mal die Samsung Gear Fit 2 aus!
Look & Feel

Ergonomisches Design

Samsung bezeichnet das gewölbte Display der Gear Fit 2 als „ergonomischer Style“ und liegt damit nah genug an der Wirklichkeit. Natürlich muss man die Form des hochkant gestellten Rechtecks mögen, um die Gear schön zu finden. Eine klassische Uhr sieht natürlich ganz anders aus. Wer dies jedoch tut, der wird vom reduzierten Design sicher überzeugt. Zumal sich die Smartwatch dank des gebogenen Displays gut an das Handgelenk anschmiegt.

Die Uhr gibt es in den Größen S (für Handgelenke mit einem Umfang von 125 bis 170 mm) und L (für Handgelenke mit einem Umfang von 155 bis 210 mm), womit sie – je nach Umfang des Handgelenks – die passende Größe hat sowohl für sportliche Aktivitäten als auch für den Alltag. Zudem sieht sie schick genug aus, um von meiner Seite aus als ständiger Begleiter akzeptiert zu werden.

Einen Minuspunkt gibt’s für das Armband beziehungsweise den Verschluss, der sich des Öfteren mal in meinem Jackenzipfel verhakt hat, wodurch sich die Smartwatch unabsichtlich von meinem Handgelenk gelöst hat. Ich hatte Glück, dass ich dies immer rechtzeitig bemerkt habe, sonst wäre das Wearable verloren gegangen.

Das Display ist gewölbt, wodurch sich das Wearable gut an das Handgelenk schmiegt.
Das Display ist gewölbt, wodurch sich das Wearable gut an das Handgelenk schmiegt.
Display

Das Display und der Style

Das 1,5-Zoll-AMOLED-Display löst mit 432 mal 216 Pixeln auf, was bei der gegebenen Größe scharf genug ist. Die Touch-Bedienung funktioniert zuverlässig, die Symbole sind angenehm groß und selbsterklärend.

Allerdings reagiert der Touchscreen manchmal auch, wenn man es nicht will, zum Beispiel bei Berührung durch den Jackenzipfel (wie das technisch funktioniert, kann ich euch leider nicht sagen), was ich persönlich als störend empfunden habe.

Das AMOLED-Display ist 1,5 Zoll groß & sehr scharf.
Das AMOLED-Display ist 1,5 Zoll groß & sehr scharf.
Funktionsumfang: Als Uhr

Die Samsung Gear Fit 2 als klassische Uhr

Früher hatte eine Uhr eine einzige Funktion und zwar das Anzeigen der Uhrzeit. Beim aktuellen Entwicklungsstand der Smartwatches ist diese Grundfunktion nicht mehr so einfach möglich. Wäre der gebogene Bildschirm der Gear Fit 2 ständig an, würde sich der Akku zu schnell entladen. Darum ist das Display meist abgedunkelt und es wird nur bei Bedarf aktiviert.

Das Display wird über das Knöpfchen an der Seite der Uhr oder durch eine schwungvolle Drehung des Handgelenks eingeschaltet. Der Bewegungssensor erkennt, dass der Träger etwas von der Uhr ablesen will und schaltet den Bildschirm ein.

Leider hat dies nur recht ungenau funktioniert. Die zur Aktivierung notwendige Bewegung musste schwungvoller sein, als das „normale Zu-sich-drehen“ des Arms. In Situationen, wo man beschränkt bewegungsfähig ist zum Beispiel beim Radfahren oder in einer eng besetzten U-Bahn kann ich leider nicht mit so einer energischen Bewegung dienen. Wenn man dann nur eine Hand frei hat, kann man nicht mal das Knöpfchen an der Seite drücken.

Während des Testzeitraums ließ sich das Display etwas zu häufig nicht aktivieren. Vielleicht bessert sich dies mit längerer Nutzungsdauer, bis dahin ist es jedoch ärgerlich.

FUNKTIONSUMFANG: ALS SMARTWATCH

BENACHRICHTIGUNGEN & BEANTWORTEN VON NACHRICHTEN

Die Gear Fit 2 ist nicht nur Fitness-Tracker, sondern auch Smartwatch.
Die Gear Fit 2 ist nicht nur Fitness-Tracker, sondern auch Smartwatch.

Die Nutzeroberfläche könnt ihr individuell mittels unterschiedlicher Watchfaces anpassen. Die vorinstallierte Oberfläche ist intuitiv und verständlich. Da die Gear Fit 2 nicht nur als Fitness-Tracker gedacht ist, sind die Smartwatch-Funktionen und ihre Umsetzung ein wichtiges Kriterium.

Eingehende Anrufe werden bei meinem Testgerät sehr zuverlässig angezeigt genauso wie ankommende Nachrichten. Allerdings ist das Beantworten von Nachrichten nur schwer möglich, da ihr auf vorformulierte Textbausteine mit „Ja“ oder „Nein“ zurückgreifen müsst. Bislang gibt es, meines Wissens nach, noch kein überzeugendes Konzept, wie man auf diesen derart kleinen Displays eine Nachricht halbwegs vernünftig eingeben kann. Die Sprachsteuerung arbeitet meist noch zu ungenau.

Dies ist aber ein ungelöstes Problem aller Smartwatches. Sie machen auf Anrufe und Nachrichten aufmerksam, aber zum Reagieren benötigt ihr dann meistens doch das Smartphone.

FUNKTIONSUMFANG: ALS FITNESS-TRACKER

SMARTES FITNESS-TRACKING

Wer sich eine Smartwatch mit Fitness-Tracker-Funktion kauft, der will damit auch unabhängig vom Smartphone Sport machen können. Dies wird bei der Samsung Gear Fit 2 durch den in die Smartwatch integrierten GPS-Empfänger und die per Bluetooth übertragbare Musik ermöglicht. Mancher Jogger wird sich über das eingesparte Gewicht freuen.

Die Uhr bietet zudem einen sogenannten Auto-Modus, von Samsung Smart Tracking genannt, der automatisch die aktuelle Aktivität erkennt. Der Tracker erfasst also, ob man gerade joggt, im Fitnessstudio rudert oder eine andere Sportart ausführt – zumindest in der Theorie. In der Praxis funktioniert dieses Smart Tracking noch deutlich zu ungenau, die Uhr hat beim Autofahren Fahrradfabelrekorde aufgezeichnet und Laufzeiten, die durch das Rad möglich wurden.

Selbst wenn das Smart Tracking funktionieren würde, bleibt der Sinn für mich zweifelhaft. Denn wer Sport macht und diesen aufzeichnen will, der wird auch das entsprechende Programm starten können. Mir persönlich ist es lieber hier fünf Sekunden zu investieren, als durch das Smart Tracking falsche Werte geliefert zu bekommen.

Genauigkeit der Messung

UNGENAUE ERFASSUNG DER SCHRITTANZAHL & SPORTART

Überhaupt war mir die Genauigkeit der Messwerte der größte Dorn im Auge. Von drei Vergleichsläufen hat die Uhr nur einen aufgezeichnet. Zweimal ist die Gear Fit 2 abgestürzt, sie hat die Aufzeichnung kurz nach Beginn abgebrochen und nicht wieder aufgenommen. Das dritte Mal wich die Aufzeichnung um rund 20 Prozent von der TomTom Runner 2 Cardio ab. Beim Radfahren waren die Werte deutlich näher beieinander.

Diese Messungenauigkeiten machen auch keinen Halt vorm Schrittzähler. Auffällig ist, dass das Wearable von Samsung rund ein Drittel weniger Schritte zählt als die TomTom. Bei einem Testgang von mit genau 400 Schritten, haben beide Uhren 400 Schritte aufgezeichnet. Dies ist zunächst verwunderlich, aber ich nehme an, dass beide Uhren einen „Testlauf“ gut erkennen können, da die Schritte gleichmäßig und kontinuierlich gemacht werden. Die unterschiedliche Zählung kommt wohl dadurch zustande, dass entweder manche Bewegung zu wenig oder zu viel aufgezeichnet wurde. Hier könnte erst ein dritter Wert Aufschluss geben.

Insgesamt ist die Ungenauigkeit zwar ärgerlich, aber zumindest für mich nicht sehr relevant, da es zur Selbstüberprüfung reicht, sich innerhalb der eigenen Messreihe zu verbessern.

Akku

Eine Frage der Ausdauer

Aufgeladen wir das Samsung-Wearable mittels einer USB-Ladestation.
Aufgeladen wir das Samsung-Wearable mittels einer USB-Ladestation.

Der Akku der Samsung Gear Fit 2 hält bei durchschnittlicher Nutzung inklusive ein wenig Sport eineinhalb bis knapp zwei Tage durch. Dann muss die Smartwatch an die proprietäre Ladeschale angeschlossen werden. Etwas schade ist, dass der Anschluss wirklich nur für dieses Wearable nutzbar ist. Falls ihr also die Ladeschale vergessen habt, könnt ihr die Smartwatch nicht so schnell wieder aufladen. Die Konkurrenz ist in dieser Hinsicht aber auch nicht wirklich weiter.

Das Netzteil verbindet sich per Magnet mit zwei Kontakten. Die Magnete sind aber leider recht schwach auf der Brust, sodass man die Kontakte manchmal nicht gleich trifft oder die Verbindung schnell wieder verloren geht.

Fazit

Genug Motivation, genug Schub

Wenn der Test der Samsung Gear Fit 2 etwas zeigt, dann dass die technischen Rahmenbedingungen noch lange nicht perfekt sind. Smartwatches bleiben ein junges, technisches Produkt. Kurze Akkulaufzeiten, Probleme mit der Messgenauigkeit und der Software gehören dazu. Gleichzeitig sind Smartwatches aber den gröbsten Kinderkrankheiten entwachsen. Wenn ihr euer Wearable regelmäßig ans Stromkabel hängt, müsst ihr euch um die Akkulaufzeit keine Sorgen machen. Trotz der Messungenauigkeiten, bleibt der Motivationsschub dennoch vorhanden.

In der Überschrift steht, „immer besser werden“ und dies bezieht sich sowohl auf die Uhr als auch auf deren Träger. Im Vergleich zu den ersten ihrer Art hat sich die Gear Fit 2 schon deutlich verbessert. Für den Besitzer ist die Samsung Gear Fit 2 ein Ansporn, das eigene Bewegungsverhalten zu verbessern. Der Wunsch lautet: immer besser werden und Samsungs Gear Fit 2 ist die Motivation dazu. Deswegen kann ich mein Testgerät mit den genannten Einschränkungen durchaus weiterempfehlen.

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