Tests

Im Test: Sennheiser PXC 550 Bluetooth-Kopfhörer mit Noise Cancelling



Zugeordnete Tags Sennheiser | Kopfhörer | Produkttest
Bereiche

Bewertung
Rundum begeisternd
5

 Pro

  • Überwältigender Klang
  • Gutes Noise Cancelling
  • Hervorragender Tragekomfort
  • Gute Headset-Funktionalität
  • Stimmige Verarbeitung
  • Audio-Meldungen über diverse Einstellungen
  • Umfangreiche App mit zahlreichen Zusatzfeatures
  • Zahlreiche Optionen direkt am Kopfhörer
  • Touch-Fläche an der rechten Hörmuschel
  • Stattlicher Lieferumfang

 Contra

  • Gummierung der Hörmuscheln verschleißanfällig
  • Touch-Steuerung verlangt Eingewöhnung

Ein bisschen Bescheidenheit wäre schon schön: Da nenne ich ein paar klanglich sehr gute Sennheiser-Ohrhörer mein Eigen und schon denke ich mir, passende Kopfhörer wären auch nicht schlecht. Und kaum habe ich ein paar kabelgebundene On-Ears (von Sennheiser, natürlich), wären auch Bluetooth-Kopfhörer nicht verkehrt.

Zum Glück muss ich ja nicht bescheiden sein und kann mir guten Gewissens eines der aktuellen Kabellos-Highlights im Detail zu Gemüte führen. Man mag mir Geschmäcklerei vorwerfen, aber es ist wieder ein Sennheiser, genau genommen der PXC 550. Und ich erwarte doch so Einiges von dem aktuell gut 400 Euro teuren Klanggeber. Noise Cancelling, Touch Control, Headset-Funktion, Sound-Profile? Das kann doch nur gut werden, oder?

Lieferumfang

Das ist ordentlich was im Karton

Ein bisschen Pappe mit jeder Menge Infos zum PXC 550, mehr trennt mich nicht vom Sennheiser. Na ja, nicht ganz, denn nach dem Öffnen des Kartons finde ich zunächst ein schickes schwarzes Etui vor, das den weiteren Box-Inhalt in sich birgt. Daneben purzelt nur noch ein Tütchen mit den üblichen Heftchen aus der Box.

Das Etui aus zum Teil samtigem Stoff erscheint zwar nicht als das robusteste, bietet aber dennoch guten Schutz für den Sennheiser PXC 550, der sich mir gleich nach dem Öffnen des Reißverschlusses präsentiert. Das weitere Zubehör finde ich in einer kleinen Tasche im Etui. Hierzu gehört ein USB-Ladekabel (nicht Typ-C), ein Klinkenkabel zum kabelgebundenen Betrieb, ein Klinken-Adapter von 3,5er- auf 6,3er-Klinke sowie ein Adapter mit doppeltem Klinkenstecker für den Headset-Betrieb per Kabel.

Sennheiser hat hier wirklich an alles gedacht, was ich im Alltag und auf Reisen benötige, um den Kopfhörer ganz nach Belieben zu nutzen.

Der Sennheiser-Karton ...
... bringt zahlreiche Infos ...
... zu den wesentlichen Funktionlitäten mit.
Transporttasche & Begleitheftchen
Die Ohrmuscheln lassen sich drehen und einklappen.
Zum stattlichen Lieferumfang gehören neben dem Kopfhörer ...
... zwei Klinkenadapter ...
... die den Kopfhörer z.B. mit der Audio- und Mikro-Buchse verbinden.
Ein Kabel für den kabelgebundenen Betrieb liegt auch bei.
USB-Ladekabel, allerdings nicht vom Typ-C.
Der Sennheiser-Karton ...
Verarbeitung

Materialwahl okay, Tragekomfort überragend

Stellt sich die Frage, ob ich den PXC 550 denn auch immer und überall nutzen möchte. Und die beantwortet der Sennheiser in Sachen Komfort bereits nach wenigen Stunden Test für mich mit „Ja“.

Dafür sorgen der gepolsterte und in Leder eingefasste, verstellbare Bügel sowie die ebenfalls in samtweiches Leder gehüllten Ohrpolster. Nichts drückt, nichts liegt unangenehm an und selbst nach tagelangem Einsatz mit 4 bis 5 Stunden Dauerbeschallung spüre ich den Sennheiser kaum. Hinzukommen die drehbaren und damit ans Ohr anpassbaren Muscheln sowie das angenehm geringe Gewicht von gerade einmal 230 Gramm.

Beim Material setzt Sennheiser auf eine Mischung aus Leder, Plastik und Metall. Die Außenseiten der Hörmuscheln kommen in griffig-gummiertem Plastik daher, was leider sehr fingerabdruckanfällig ist und auch den Eindruck erweckt, dass hier am ehesten der „Lack“ abgehen wird. Dennoch geht die Materialwahl grundlegend in Ordnung und die Verarbeitung liegt auf durchweg sehr hohem Niveau.

Optisch eher zurückhaltend
Die gummierte Hörmuschel mit den Bedienelementen
Die Polster kann ich entfernen, die Treiber bleiben verborgen.
Optisch eher zurückhaltend
Bedienung

Der Sennheiser ist eine “Sie” mit britischem Akzent

Das erste Bluetooth-Pairing geht beim Sennheiser PXC 550 so einfach und konsequent vonstatten, dass ich ein klein wenig staunen muss: Bluetooth am Smartphone anschalten, rechte Ohrmuschel um 90 Grad drehen und schon stellt der Kopfhörer automatisch eine Verbindung her. „Power on“ tönt es dabei aus dem PXC und gleich darauf säuselt mir die vornehme britische Sprecherin ein „Phone 1 connected“ ins Ohr. Ja, die Dame ist mir sympathisch.

Generell sagt sie mir ganz gern Bescheid, wenn etwas im Sennheiser passiert. So erfahre ich, wenn sich ein zweites Device verbindet oder höre mir an, in welchem Sound-Profil ich gerade unterwegs bin. Derer gibt es so gesehen vier, die ich per Knopf an der rechten Hörmuschel wähle. Zur Auswahl stehen die Effekt-Modi „Off“, „Club“, „Movie“ und „Speech“. Lediglich beim Einschalten des zweistufigen Noise Cancelling hat sie seltsamerweise nichts zu vermelden.

Beeindruckt und ein stückweit herausgefordert hat mich die Außenfläche der rechten Ohrmuschel, die als touch-sensitives Bedienfeld fungiert. Per Wisch nach oben steigere ich, beim Wisch nach unten verringere ich die Lautstärke. Tippen startet und stoppt die Wiedergabe und per Wischgeste vor oder zurück skippe ich zwischen den Titeln. Mit meinem Huawei-Smartphone klappt jegliche Steuerung hervorragend, wenngleich ich zu gern mal versehentlich an die Touch-Fläche komme und damit irgendeinen Befehl auslöse. Am MacBook startet das Tippen dummerweise immer nur iTunes. Der Rest klappt aber auch hier.

Schalter für Effektmodus & Noise Cancelling
Der rote Punkt signalisiert, dass der PXC 550 aus ist.
Rund um die Hörmuscheln finden sich diverse Mikros.
Schalter für Effektmodus & Noise Cancelling
Klang

Der beste Sound, den ich je in einem Kopfhörer erlebt habe

Ich war ja bereits von den Momentum-In-Ears von Sennheiser und vom Urbanite F703 recht angetan. Der PXC 550 liegt allerdings noch einmal Welten darüber und bietet einen Klang, der in dieser Preisklasse seinesgleichen sucht. Ich persönlich habe das Soundprofil „Club“ als Favoriten gewählt.

Mit „Club“ im Ohr arbeite ich mich durch diverse Genres und stelle ein ums andere Mal fest: Der Sennheiser gibt alles, aber auch alles absolut brillant wieder. Ein bisschen „Klassik“ by Strawinsky? Völlig klar und differenziert im Klangbild. Ein wenig Prog Metal à la Opeth? Satter Sound im Bass, während jedes Instrument für sich zur Geltung kommt. Und auch Elektro-Spielereien wie der dritte Oxygene-Aufguss von Jean-Michel Jarre bergen auf einmal noch ein Müh mehr Details. Selbst weniger aufwändig produzierte Alben klingen mitreißend im Bass, ausgewogen in den Mitten und klar in den Höhen. Ich habe im Test absolut kein Album gefunden, das durch die Leistung des Sennheiser PXC 550 nicht zu neuem Glanz erstrahlt wäre.

Noch ein Wort zu den Effekt-Modi: Am differenziertesten kommt der Sennheiser wohl bei ausgeschalteten Effekten daher. Mir jedoch gefiel der Modus „Club“ ein Müh besser, da ich den deutlicher betonten Bass sehr angenehm fand. Beide Modi schaffen eine beeindruckende Klangbühne, die mich mitten ins Musikgeschehen hineinversetzten, anstatt mir nur Sound von links und rechts in die Ohren zu drücken. Der Effekt-Modus „Movie“ taugt dem Namen entsprechend ziemlich gut für Filme und schafft einen ebenso ausgewogen beeindruckenden Klangraum. Lediglich das Klangbild „Speech“ gibt sich bewusst bassarm und eignet sich am besten für Telefonie oder für hörbeeinträchtigte Nutzer, die bei aktuellen Filmen Probleme mit der Sound-Vielfalt bekommen.

#erstmalverstehen: Noise Cancelling

Gute Ergebnisse bei der Geräuschunterdrückung

„NoiseGard Hybrid“ nennt Sennheiser die Noise-Cancelling-Technologie, die im PXC 550 werkelt, und sie kommt in drei möglichen Einstellungen daher, die ich am Kopfhörer selbst per Schalter auswählen kann. Position 0 bedeutet logischerweise „Aus“, Position II schaltet den Kopfhörer auf maximale Geräuschunterdrückung. Dazwischen liegt noch der adaptive Modus, in dem sich der Sennheiser automatisch den Umgebungsgeräuschen anpasst.

Die Funktionsweise ist auch hier nichts Neues: Kleine Mikrofone nehmen Umgebungsgeräusche auf, die Software des Kopfhörers erzeugt die entgegengesetzte Phasenlage und schickt diese zum Ohr. Die störenden Umgebungsgeräusche heben sich dadurch auf. Das funktioniert beim PXC ziemlich gut vor allem mit den Tiefen, sodass nervige Betriebsgeräusche von Bus, Bahn und Flugzeug ganz gut weggebügelt werden. Mitten und Höhen bleiben in Teilen erhalten, sind aber beim Musik kaum noch wahrzunehmen.

Umgekehrt führt der Geräuschunterdrückung zu einer leichten Veränderung im Klangbild der Musik. So wirken bei eingeschaltetem Noise Cancelling vor allem Tiefen und Mitten ein klein wenig betonter und heller. Das fällt aber nicht übermäßig und vor allem nicht negativ auf.

Übrigens tritt auch ganz wenig der Musik aus dem Kopfhörer nach draußen. Der Sound bleibt weitestgehend mir vorbehalten und geht meinen Sitznachbarn und Kollegen nicht auf die Nerven.

Headset-Funktion

Telko-tauglicher Kopfhörer dank Headset-Funktion

Bleibt noch der Blick auf die Headset-Tauglichkeit des Sennheiser PXC 550 und auch die hinterlässt einen positiven Eindruck. Während der Kopfhörer per Bluetooth verbunden ist, nehme ich problemlos Telefonate an oder beende sie per Touch auf die Hörmuschel.

Der Klang hängt dabei ein Stück vom genutzten Telefon ab, sodass ich bei Anrufen aus dem Festnetz ein hervorragendes Klangbild im Ohr hatte, Smartphone-Anrufe jedoch mit den üblichen Defiziten, aber dennoch laut und deutlich übertragen wurden. Hier liegt die Schuld aber eher bei der mäßigen Netzverbindung als bei der Leistung des Sennheiser.

Gefälliges Design, hervorragender Komfort, sensationeller Klang
Gefälliges Design, hervorragender Komfort, sensationeller Klang
Software

Übersichtliche & funktionsreiche App

Last but not least gehört zu einem Kopfhörer-Highlight wie dem Sennheiser PXC 550 natürlich auch eine passende App. Die heißt CapTune, ist für iOS und Android verfügbar und erkennt jeden Bluetooth-fähigen Sennheiser. Die App selbst ist eine schöne Mischung aus Mediaplayer und System-Software. Ersterer gibt alle Audiodateien vom Smartphone und vom Mediennetzwerk wieder, in dem sich das Smartphone gerade befindet, und hält hierfür die üblichen Bedienelemente bekannter Mediaplayer bereit.

Die System-Software ermöglicht zudem diverse Anpassungen des Kopfhörer-Sounds. So kann ich die Effektmodi ein stückweit abändern oder aus einer Reihe von Equalizer-Presets wählen. Auch eigene EQ-Einstellungen sind möglich. Hinzukommen detailliertere Settings für den adaptiven Modus des Noise Cancellings: Per App kann ich den gewünschten Prozentsatz der Geräuschunterdrückung selbst festlegen.

Zu guter Letzt stelle ich in einem weiteren Menü auf Wunsch ein, dass die Audiowiedergabe pausiert, wenn ich den Kopfhörer auf den Tisch lege, und auch die Ausgabesprache der Audiomeldungen des Kopfhörers kann ich auf Deutsch, Russisch, Chinesisch und noch einige andere Sprachen umstellen. Allerdings merke ich schnell, dass ich bei Umstellung auf Deutsch auch die vornehme Britin gegen eine besserwisserisch-gelangweilte Oberlehrerin tausche. Da switche ich lieber schnell wieder zurück.

Einstiegsseite der App sowie Player-Ansicht
Für die Sound-Einstellungen ...
... stehen zahlreiche Parameter zur Verfügung.
Einstellungen & verfügbare Pairing-Geräte
Auch Geräuschunterdrückung & Ausgabesprache kann ich finetunen.
Einstiegsseite der App sowie Player-Ansicht
Fazit

Stattlicher Preis, aber der Sound ist es wert

Will man wirklich 400 Euro für einen Kopfhörer ausgeben? Beim Sennheiser PXC 550 möchte ich die Frage mit einem klaren „Ja“ beantworten. Der Grund für dieses deutliche Urteil: Der Sound des Kopfhörers ist überragend und dürfte in dieser Preisklasse seinesgleichen suchen. Zudem ist der Sennheiser auch überragend komfortabel, sodass ich den tollen Klang problemlos stundenlang genießen kann. Der PXC 550 schafft einfach ein Gesamtbild, das ich schon nach kurzer Nutzungszeit nicht mehr missen möchte.

Hinzukommen Details wie das gute Noise Cancelling, die praktikable Headset-Funktion, eine sehr gute App sowie zahlreiches Zubehör, die das Paket bestens abrunden. Als Negativa stehen dem lediglich die teils zu überdenkende Materialwahl sowie die Gewöhnungsbedürftigkeit der Touch-Fläche an der rechten Hörmuschel entgegen.

Wer also einen reisetauglichen Kopfhörer mit anbetungswürdigem Sound sucht, sollte definitiv über die Investition von aktuell 400 Euro nachdenken. Der Sennheiser PXC 550 ist es absolut wert.

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