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GoPro Hero 6 – die neue Action-Cam-Referenz?



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Zugeordnete Tags GoPro | Sport
Bereiche

Bewertung
Action-Cam-Referenz zum Premium-Preis
4,5

 Pro

  • Kompatibel mit existierendem Zubehör
  • Bildqualität und -raten nochmal verbessert
  • Praktische App mit hohem Funktionsumfang

 Contra

  • Hoher Preis
  • Lange Übertragungszeiten per WLAN

Motorradfahrt, Paragliding, Skifahren: Wer viel draußen ist und vielleicht sogar (Extrem-) Sport betreibt, braucht eine gute Action-Cam, wenn er die schönsten Augenblicke seines Abenteuers festhalten und mit anderen teilen möchte. Den Klassiker für dieses Einsatzgebiet stellt seit jeher die Firma GoPro mit ihrer Hero-Reihe her. Die Action-Cams waren lange Zeit die absolute Referenz; in letzter Zeit geriet der Hersteller jedoch unter Druck und kämpfte mit schwindenden Umsätzen und Marktanteilen. Mit der GoPro Hero 6 soll sich das nun ändern: Äußerlich kompatibel mit existierendem Zubehör, doch innerlich komplett überholt mit neuer Technik aus dem eigenen Hause möchte GoPro an vergangene Erfolge anknüpfen. Ob die Rechnung aufgeht, zeigt der Testbericht, in der die GoPro an Fahrrad und Geländemotorrad durch die Natur geführt wird.

Lieferumfang

Action-Cam mit Black Label

Schick ist sie ja, die Verpackung der GoPro. Die GoPro Hero 6 Black kommt im gleichen, überaus hübschen Plexiglas-Showcase daher, wie auch schon ihr letztjähriger Vorgänger. Fürstlich thront die Action-Cam auf einem Karton in dem sich das Zubehör befindet: USB-C-Kabel, Akku (gleich der GoPro 5), Handbuch und zwei Halter samt Klebe-Pads.

Optisch ist „Black“ das Motto der GoPro 6: Dunkle Farben, genauer gesagt Grau auf Schwarz, bestimmen hier das Aussehen und verschaffen der Cam einen hochwertigen Eindruck. Bei näherer Untersuchung fällt auf: Äußerlich unterscheidet sich die Kamera nur wenig vom Vorgänger. Hier und da ein anderes Symbol oder minimal geändertes Design, die Abmaße und Bedienelemente bleiben ansonsten unverändert. Das bedeutet praktischerweise auch, dass die GoPro 6 mit dem schon auf dem Markt befindlichen Zubehör kompatibel ist.

Auf der Oberseite findet sich der Auslöser, links unter einer Klappe die Anschlüsse für HDMI und USB, rechts der Powerbutton und unten eine Klappe hinter der sich Akku und Speicherkarte verstecken. Auf der Vorderseite der Kamera ist neben der großen Linse ein kleines Display verbaut, das wie gewohnt Auskunft zu Akkustand, aktuellen Aufnahmen und Restspeicherkapazität gibt. Die Rückseite der Kamera wird fast vollständig von einem zwei Zoll messenden Touch-Display eingenommen, über das auch die Bedienung der Kamera erfolgt.

Mit ihrer gummierten Oberfläche und den dicht schließenden Klappen, die die Hero 6 ohne weiteres Zubehör bis zu einer Tiefe von zehn Metern wasserdicht machen, hinterlässt die Kamera schon vom Start weg einen unverwüstlichen Eindruck – hier spürt man die jahrelange Erfahrung des Herstellers deutlich.

Die GoPro kommt im schicken Plastik-Gehäuse daher.
Die Kamera thront über der Box mit dem Zubehör.
Im Lieferumfang finden sich Kabel und zwei Halterungen.
Die Cam im Detail: Oben der Auslöser
Unter der Klappe an der Unterseite verbergen sich Speicherkarte & Akku.
Eine weitere Klappe gibt es an der Seite.
Darunter verbergen sich Anschlüsse für USB-C und HDMI.
Das Display ist hell, farbstark und touchempfindlich.
Hier befindet sich der Power-Button.
Auch auf der Frontseite gibt es ein kleines Status-Display.
Die GoPro kommt im schicken Plastik-Gehäuse daher.
Technische Daten

Eigens entwickelter Prozessor für 60-fps-4K-Aufnahmen

Innerlich ist bei der GoPro Hero 6 alles neu: Herzstück der Kamera ist der von GoPro eigens entwickelte Prozessor GP1. Und das ist wirklich bemerkenswert: GoPro muss keine Fremd-Chips mehr einkaufen und eine Kamera drumherum konstruieren, sondern kann Hard- und Software nach eigenen Bedürfnissen optimal aufeinander abstimmen. Die neue Technik verschafft der Kamera nun Bildraten von 60 Bildern pro Sekunde bei Auflösung von 4K und erstaunliche 240 Bilder pro Sekunde bei Full HD – eine glatte Verdopplung im Vergleich zur GoPro Hero 5.

Fotos speichert die Hero 6 mit zwölf Megapixeln und auf Wunsch auch mit HDR. Dank dieses Features lassen sich nun sogar einigermaßen brauchbare Gegenlichtaufnahmen anfertigen. Ebenfalls an Bord: Digitale Bildstabilisierung. Diese lässt sich bis zu einer Auflösung von 1440p aktivieren und gleicht Erschütterungen durch Bodenunebenheiten oder kleine Bewegungen sehr gut aus. Aus der Bewegung heraus aufgenommene Videos wirken dadurch deutlich ruhiger und sind die Einbuße an Auflösung in der Regel wert.

Doch nicht nur an den Zahlen hat GoPro gedreht: Auch der Bildeindruck ist dank höherem Kontrast und mehr Dynamik farbstärker und eindrucksvoller als beim Vorgänger.

Anwendung

Handling im Praxiseinsatz

Die Ersteinrichtung ist schnell erledigt: Akku und Speicherkarte einsetzen, Cam starten und den Anweisungen auf dem Display folgen. Nach Installation der GoPro-App und der Verbindungsherstellung mit dem GoPro-WLAN-Netzwerk kann’s dann auch schon losgehen: Schnell noch das obligatorische Firmware-Update installieren und schon überträgt die GoPro Hero 6 das aktuelle Sucherbild ans Smartphone.

Ebenfalls über WLAN erfolgt dann später die Übertragung der Daten von der Speicherkarte: Wichtig hierbei sind zwei neue Features der Action-Cam: Dank 5-Gigahertz-WLAN und HEVC-Video-Codierung nehmen die Aufnahmen zum einen weniger Speicherplatz ein und werden andererseits mit höherem Tempo übertragen. Unterm Strich stehen damit deutlich reduzierte Handlingzeiten bei der Übertragung von der Kamera zum Smartphone.

Nichtsdestotrotz fühlt sich die Übertragung längerer 4K-Videos immer noch recht zäh an und bedarf einiges an Zeit. Die Übertragung per Kabel ist dafür immer noch die bessere Variante. Kürzere Clips landen jedoch recht fix auf dem Smartphone und lassen sich von dort im Handumdrehen weiter verteilen. Ähnliches gilt auch für die Nachbearbeitung der Videos: Mit 4K bei 60fps wird es auch auf aktueller Hardware zäh. Da braucht es schon einen schnellen Rechner, um die Videos in angemessener Zeit bearbeiten zu können. Wer das Plus an Auflösung nicht benötigt, fährt mit Full HD besser – da gelingt die Konvertierung im Handumdrehen.

Die Bedienung der GoPro auf dem kleinen 2-Zoll-Display gestaltet sich da schon schwieriger. Schaltflächen geraten teilweise sehr klein, sodass sie sich mit Handschuhen so gut wie nicht mehr bedienen lassen. Die Benutzerführung, die viel auf Herein- und Herauswischen von Menüs und kleine Buttons setzt, bedarf einiges an Eingewöhnungszeit. Die Kamera bleibt dabei immer kontrollierbar und filmt sofort los, wenn’s sein muss. Doch hier ist definitiv noch Luft nach oben für die nächsten Modelle. Kleiner Trost: Der Auslöser ist nach wie vor ein physischer Knopf und lässt sich auch durch reines Fühlen immer gut erwischen. Ebenfalls möglich ist es, die Aufnahme durch ein Sprachkommando zu starten.

Für die Aufnahme stehen folgende Bildmodi zur Auswahl: Foto, Nachtbildaufnahme, Serienbildaufnahme, Video, Videoschleife und Zeitraffer. Beim Zeitraffervideo stehen dabei sieben verschiedene Aufnahmeintervalle von 0,5 bis 60 Sekunden zur Auswahl. Nachdem Modus, Auflösung und Bildrate eingestellt sind, kann die Aufnahme dann auch starten. Die GoPro signalisiert per Ton, sobald das Video läuft.

Auflösungsabhängig nimmt die GoPro in verschiedenen Sichtfeld-Formaten auf: So gibt es neben dem linearen Standard-Modus noch einen Weitwinkelmodus und schließlich den Ultra-Weitwinkel „SuperView“ mit sehr breitem Sichtfeld aber auch deutlich sichtbarem Fish-Eye-Effekt.

Eine 32 Gigabyte große Speicherkarte genügt dabei für etwa 1,5 Stunden Filmaufnahme bei 1080p und 60 Bildern pro Sekunde beziehungsweise für eine knappe Stunde bei 4K und 60 Bildern pro Sekunde. Da das auch in etwa der Batterielaufzeit der GoPros entspricht, harmonieren Akku und Speicher gut miteinander.

Dank HDR wirken die Bilder kontraststark.
Es stehen drei Sichtfelder zur Auswahl: Linear, Weit & SuperView.
Dank HDR wirken die Bilder kontraststark.
Software

Companion-App für iOS & Android

Die GoPro-App ist für iOS und Android kostenlos verfügbar. Die App erlaubt die Fernsteuerung der Kamera sowie die Übertragung der Bilder und Videos von der Kamera zum Smartphone. Das geschieht wahlweise per Bluetooth oder WLAN, wobei aufgrund der höheren Datenraten WLAN eindeutig zu empfehlen ist. Ebenfalls dabei ist der kostenpflichtige Dienst „Quik“, der den schnellen Videoschnitt auf dem Smartphone erlauben soll.

Als erstes möchte die Kamera upgedatet werden
Per App gelangen Bilder & Videos auf das Smartphone
Als erstes möchte die Kamera upgedatet werden
Fazit

GoPro kehrt mit der Hero 6 zu alter Stärke zurück

Mal ehrlich: Eigentlich geht es hier doch gar nicht um’s Produkt. Viel mehr geht es um Abenteuer, Action und die Magie des Augenblickes, die auf bestmögliche Art und Weise eingefangen werden soll. Und genau da trumpft die GoPro Hero 6 auf: Mit ihrer kompakten Größe bleibt sie dezent im Hintergrund und hält jeden Moment hochaufgelöst und farbstark für die Ewigkeit fest.

Das konnten schon die Vorgänger gut, doch die Hero 6 macht alles noch ein bisschen besser: 4K bei 60 Bildern pro Sekunde und Superzeitlupe mit 240 Bildern pro Sekunde bei 1080p sind starke Zahlen, die mit sehr guter Bildqualität einher gehen. Einzig die etwas mühselige Bedienung über das dann doch zu kleine Display und der sportliche Preis trüben das Bild etwas. Als Fazit bleibt: Für anspruchsvolle Action-Fans ist die Hero 6 die erste Wahl.

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1 Kommentar

  1. avatar
    Wolfram schrieb am
    Bewertung:

    Danke für den Bericht. Kleine Anmerkung, die Bildstabilisierung geht bei 4K nur bis 30 fps, bzw. bis 120 fps bei 1080p.

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