Tests

Firelord im Gaming-Einsatz: Dell Inspiron 15 7567 angetestet



Zugeordnete Tags Dell | Notebook | Produkttest
Bereiche

Bewertung
Schick, aber nicht perfekt
3,5

 Pro

  • Ansprechendes Design
  • Recht schlank
  • 4K-Display & Top-Hardware
  • Guter Sound
  • Ordentliche Akkuleistung

 Contra

  • Kein Zubehör
  • Durchschnittliches Anschluss-Portfolio
  • Blaustich & geringe Display-Helligkeit
  • Lauter Lüfter unter Last

Ohne ordentliche Gaming-Serie gewinnt heute kaum mehr ein Hersteller die Gunst des Notebook-Publikums. So scheint es zumindest, schaut man einmal darauf, wie massiv zum Beispiel der Business-Riese HP mit seiner OMEN-Reihe in den Zocker-Sektor vordringt. Eigentlich hätte Konkurrent Dell so etwas ja gar nicht nötig, hat er doch mit Alienware die schon seit Jahren renommierte Antwort parat.

Aber warum sollte man einer etablierten Eigenserie nicht auch einmal ein aggressiveres Äußeres und einen reißerischen Beinamen mitgeben. Das Ergebnis ist der Inspiron 15 Firelord, der viel Gutes ahnen lässt: 16 Gigabyte Arbeitsspeicher, i7-Quad-Core, GTX 1050Ti mit 4 Gigabyte VRAM und 4K-Display verheißen ein vielversprechendes Gaming-Erlebnis. Und der Preis von aktuell 1.479 Euro gibt sich überschaubar angesichts der beschriebenen Leistung. Verspricht der Firelord zu viel oder kann er sich im Test bewähren?

Lieferumfang

Gaming-Notebook im braunen Papp-Gewand

Unspektakuläre braune Pappe außen
Überschaubarer Lieferumfang innen
Der 15-Zöller in seiner ganzen Pracht
Mehr als das Ladegerät gibt es nicht dazu.
Unspektakuläre braune Pappe außen

Wer erwartet, dass man den Wert eines Notebooks bereits an der Verpackung erkennt, der wird vom Inspiron Firelord sicherlich etwas enttäuscht sein. Mir zumindest ging es so, als ich nichts weiter als ein bisschen braune Pappe um das 1.500-Euro-Dell-Book vorfand. Bewusst designte Verpackungen sind wohl doch nur den durchgestylten Business-Notebooks und Convertibles vorbehalten.

Im Inneren der Wellpappe geht es ebenso überschaubar weiter. Denn neben dem Inspiron 15 finde ich nicht viel mehr als zwei Heftchen und den Ladeadapter in zwei Teilen. Ich hätte zwar mehr vom Unboxing erwartet, allerdings braucht es ja eigentlich auch nicht viel mehr.

Design

Ansprechendes Design & gute Anschluss-Ausstattung

Kontrasteinsatz vorne am Book
Etwas kantiges Design mit spitzen Ecken
Gut platzierte Anschlüsse
Die optischen Highlights des Dell Inspiron ,,,
... sind ohne Zweifel die Lüfter, ...
... die hinten am Notebook prangen.
Das Dell-Notebook ist einigermaßen schlank ...
... im Vergleich zu manchem Konkurrenten.
Kontrasteinsatz vorne am Book

Bei der Aufmachung ihrer Gaming-Notebooks legen die meisten Hersteller Wert auf Auffälligkeit. Das Dell Inspiron 15 Firelord macht hier keine Ausnahme und setzt auf die üblichen Verdächtigen, nämlich rote Akzente und auffälliges Lüfterdesign. Beides verleiht dem Firelord eine gute Wiedererkennbarkeit und für meinen Geschmack kommt das Dell Inspiron sehr stylisch und modern rüber.

Auch vorn am Notebook gibt es zwischen Handballenauflage und Gehäusewanne nochmals rote, wabenförmige Kontrastelemente, während sich Dell dem Trend hingibt, die Displayscharniere nicht links und rechts sondern mittig zu verbauen. Nach dem Aufklappen ergibt sich so ein kleiner Abstand zwischen Gehäusewanne und Display, der hübsch futuristisch wirkt, aber dem Bildschirm auch ein stückweit Stabilität nimmt. Die Displayrückseite ist übrigens gummiert und wirkt wenig rutschig, dafür aber staubanfällig.

Anschlussseitig ist der Firelord nicht überragend, aber ausreichend bestückt. An der rechten Gehäuseseite findet ihr eine Kopfhörer-Buchse, zweimal USB, einmal HDMI und einen LAN-Port. Linkerhand gibt es einen Steckplatz für das Kensington Sicherheitsschloss, die Netzbuchse sowie einen weiteren USB-Port und einen Kartenleser. Auf ein physisches Laufwerk wird glücklicherweise zugunsten der recht schlanken Bauweise verzichtet.

Display

4K-Panel mit Blaustich & geringer Helligkeit

4K-Display mit Mängeln
4K-Display mit Mängeln

Das erste Wow-Erlebnis erzeugt das Display des Inspiron 15. Zumindest sollte es das, denn das Panel meines 15-Zöllers kommt in IPS-Bauweise und mit stattlichem 4K daher. Blickwinkelstabiles Gaming auf 3.840 mal 2.160 Pixeln kann doch nur gut aussehen. Was den Detailgrad und die Farbstabilität angeht, ist das auch durchaus wahr. Dank einer Bildwiederholfrequenz von maximal 120 Hertz sind dabei auch Bewegungsunschärfen und Ghosting kein Thema.

Etwas düsterer sieht es allerdings bei der Bildschirm-Helligkeit aus, denn die taugt trotz entspiegeltem Display am ehesten zum Zocken zuhause. Für den Outdoor-Einsatz ist die maximale Helligkeit nicht immer ausreichend, mehr als ein „durchschnittlich“ kommt nicht zustande. Die Farben und Kontraste gehen dabei zwar in Ordnung, sind aber weit entfernt von dem, was man zum Beispiel für Hobby-Bildbearbeitung brauchen würden. Beim Spielen fällt’s glücklicherweise nicht so sehr auf. Last but not least muss noch erwähnt werden, dass das Panel ab Werk mit einem ordentlichen Blaustich ausgeliefert wird. Diesen solltet ihr als erstes über die Display-Settings abmildern.

Tastatur

Gute Haptik beim Tippen

Bis auf wenige Tasten ist die Tastatur ...
... ziemlich gut gelungen.
Auch ein Nummernblock ist an Bord.
Bis auf wenige Tasten ist die Tastatur ...

Weniger zu meckern gibt es bei der Tastatur des Firelord. Dell verbaut hier eine Inseltastatur mit zweistufiger Hintergrundbeleuchtung, die mit einem vollständigen Nummernblock punktet und nur bei den etwas klein geratenen Pfeiltasten enttäuscht. Das Tippgefühl ist durchaus angenehm, der Tastenhub bauweisenbedingt recht kurz aber ausreichend. Auf Eingaben reagiert das Notebook präzise, während beim Schreiben keine übermäßige Geräuschkulisse entsteht.

Ergänzt wird die gute Tastatur durch ein ziemlich großes Touchpad, das recht unauffällig anmutet, mich aber ebenso mit einem hohen Maß an Präzision überzeugt hat. Selbst Multitouch-Gesten gehen zielsicher von der Hand und auch beim Klicken macht es keinen allzu auffälligen Lärm. Lediglich die ziemlich weit links angesiedelte Position hat mich in Kombination mit der äußerst spitzen linken Ecke der Gehäusewanne eine ganze Weile gestört. Lege ich nämlich meinen Handballen beim Multitouchen auf dem Dell-Notebook ab, bohrt sich recht spürbar die Ecke in meine Hand, was auf Dauer doch unangenehm ist.

Hardware

Stattliche Hardware, die alles meistert

„Assassin’s Creed Syndicate“, „For Honor“ und „Tom Clancy’s Ghost Recon Wildlands“ – damit bin ich auf die Hardware des Dell Inspiron 15 Firelord los und vor keinem der mehr oder minder aktuellen Spiele ist das Notebook in die Knie gegangen. Das hatte ich so nicht erwartet, denn zum Beispiel „Wildlands“ habe ich mit 4K-Auflösung und hoher Detailstufe gespielt, was meiner Erwartung nach mit der GeForce GTX 1050Ti zu Schwierigkeiten hätte führen müssen. Den Firelord hat’s nicht weiter gestört und er hat das Game ruckelfrei auf die UHD-Leinwand gebannt.

Generell bekommt ihr hier ein wahrlich ausladendes Hardware-Buffet zu einem überschaubaren Preis. Sei es der Intel Core i7-Quad-Core 7700HQ mit einer Taktrate von bis zu 3,8 Gigahertz, die 16 Gigabyte Arbeitsspeicher, die 4 Gigabyte GPU-RAM oder die 512 Gigabyte große SSD – das Gaming-Notebook von Dell klotzt ordentlich und stemmt damit auch anspruchsvolle Herausforderungen. Technisch habe ich kaum etwas zu meckern.

Audio

Horch, da brummt ein Bass

Der Sound ist beim Dell Inspiron ein zweischneidiges Schwert. Das Notebook liefert einen ziemlich guten Stereo-Sound, der eine ordentliche Räumlichkeit erzeugt. Schwinge ich mich in „Wildlands“ ins Auto, höre ich nicht nur den Motor brummen, ich spüre sogar einen leichten Bass, der über die Gehäusewanne übertragen wird. Klangtechnisch ist der Firelord damit durchaus für die ein oder andere Gaming- beziehungsweise Multimedia-Session gewappnet.

Allerdings liegt die maximale Lautstärke nicht besonders hoch, was beim Spielen schnell auffällt. Denn sobald das Book etwas mehr Last abbekommt, touren die Lüfter so deutlich hoch, dass der differenzierte Klang schnell dem Lüfterlärm zum Opfer fällt. Das hat letzten Endes bei mir dazu geführt, dass ich am ehesten mit Kopfhörern gespielt habe, um auch akustisch alles mitzubekommen.

Akku

Zocken über Akku? Maximal 1,5 Stunden

Wer zocken will, braucht Stromzufuhr.
Wer zocken will, braucht Stromzufuhr.

Bei der Akkuleistung verspricht uns Dell beim Inspiron 15 ein kleines Wunder: Bis zu 10 Stunden soll das Notebook abseits der Steckdose durchhalten. Schraube ich die Displayhelligkeit herunter und nutze das Book im WLAN-Betrieb zum Surfen, Tippen und Lesen komme ich dem Wert sogar ziemlich nahe. Zwischen 9 und 10 Stunden hielt der Firelord im Nicht-Gaming-Einsatz durch.

Starte ich aber in die nächste Spiele-Session, ist es um den Akku recht schnell geschehen. Effektiv kommt das Notebook dabei auf maximal 1 bis 1,5 Stunden Laufzeit. Dennoch muss ich sagen: Akku-Gaming ist ohnehin eine Seltenheit und mit 1,5 Stunden liegt das Dell-Book auf Augenhöhe mit der Konkurrenz. Mit den 10 Stunden im Alltagseinsatz läuft es den Mitbewerbern allerdings deutlich davon.

Fazit

Schickes Technik-Paket für die meisten Gaming-Anforderungen

Das Dell Inspiron 15 7567 Firelord lässt mich nach dem Test mit zwiegespaltenen Gefühlen zurück. Irgendwie will ich dieses Gaming-Notebook toll finden, denn das Design trifft genau meinen Geschmack, die Hardware-Ausstattung ist üppig und vollständig und gerade bei Alltagsaufgaben überzeugen Tastatur und Akkulaufzeit durchaus. Aber leider erlaubt es sich auch einige Schnitzer.

Der heftigste ist wohl die Bildleistung des Displays. 4K und IPS klingen zwar reizvoll und sind in der Preisklasse durchaus ein Alleinstellungsmerkmal. Allerdings stört der Blaustich, die maximale Helligkeit fällt zu gering aus und auch der Farbumfang lässt zu wünschen übrig. Hinzu kommt die omnipräsente Geräuschkulisse des Lüfters beim Zocken, der den Einsatz von Kopfhörern empfiehlt. Dennoch muss ich das auch noch ein klein wenig relativieren: Für aktuell 1.479 Euro findet ihr wohl kaum ein zweites Gaming-Notebook, das derart viel Leistung inklusive 4K-Display bietet. Wer also mit nicht ganz so toller Bildleistung leben kann, der findet im Firelord sicherlich eine Gaming-Option, die einen Blick wert ist.

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