Tests

ednet Dash-Cam im unfallfreien Test



5
Zugeordnete Tags Auto | Video | Kamera
Bereiche

Bewertung
Tolle Dash-Cam zum günstigen Preis
4

 Pro

  • Hohe Auflösung
  • Hohe Bildqualität am Tag
  • Viele Einstellungsmöglichkeiten
  • Sicherer Halt im Auto
  • Kompakte Abmessungen
  • Loop-Funktion
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

 Contra

  • Kurze Akkulaufzeit
  • Mangelnde Beleuchtung im Dunklen

Die Sicherheit auf deutschen Straßen nimmt zu, auch wenn zeitgleich das Risiko durch immer mehr Autos auf der Straße steigt. Kommt es wirklich einmal zu einem Unfall, ist der Ärger groß, besonders wenn sich die Unfallteilnehmer uneinig sind, wer die Schuld trägt. Nun lässt sich ein Unfall im Nachhinein oft schwierig rekapitulieren und nicht immer stehen Zeugen parat, die den Unfallhergang ausreichend beschreiben können.

In diesem Fall wäre eine Video-Aufzeichnung des Unfallhergangs praktisch. Genau das bietet die Dash-Cam von ednet, die ich euch in meinem Test vorstellen möchte.

Allerdings sind Dash-Cams nicht immer als Beweismittel zugelassen und ob die Aufnahmen ausgewertet werden, obliegt meist der Entscheidung des jeweiligen Gerichts. Dennoch gibt es bisher einen Präzedenzfall, in dem durch Dash-Cam-Aufnahmen die Unschuld eines Autofahrers bewiesen werden konnte. Weitere Fälle, in denen die kleinen Kameras zur Aufklärung dienten sind bisher nicht bekannt. Dennoch kann es nicht schaden, für mögliche Unfälle gewappnet zu sein.

Lieferumfang

Umfassendes Zubehör

edet Dash-Cam
edet Dash-Cam

In einem handlichen kleinen Karton versteckt sich mein neuer digitaler Augenzeuge, der in rechtlich schwierigen Situationen für Aufklärung sorgen soll und eventuell sogar vor ungerechtfertigen Strafen oder Kosten schützen könnte. Alternativ dient die Dash-Cam auch zur Aufzeichnung von Urlaubsfahrten oder zur Dokumentation von Fahrstrecken.

Neben der kleinen Kamera befinden sich ein USB-Ladekabel, ein Kfz-Stromadapter sowie eine Anleitung in der Packung. Natürlich liegt auch eine Autohalterung bei, auf die ich besonders gespannt bin. Denn ich habe leider schon viele Smartphone-Halterungen im Auto ausprobiert, deren Saugfuß nach kurzer Zeit die Haftung verlor und dafür sorgte, dass das Telefon während der Fahrt in den Fußraum stürzte. Ich hoffe, das bleibt mir diesmal erspart!

Hardware

Anschlüsse & Display

Dash-Cam mit drehbarer Linse
Dash-Cam mit drehbarer Linse

Die Kamera selbst ist mit etwa 8 Zentimetern Länge und 6 Zentimetern Breite bei einer Stärke von 2 Zentimetern sehr klein und bringt dank des Plastikgehäuses auch ein geringes Gewicht mit.

Während sich auf der oberen Seite bis auf Lüftungsschlitze und den Anschluss für die Halterung nichts befindet, verzieren ein 2 Zoll großes Display sowie vier Eingabeknöpfe die Unterseite. Links sitzen der Einschub für eine microSD-Speicherkarte sowie eine Kombination aus Ein- und Ausschalter und der Beleuchtungsfunktion. Die rechte Seite bietet alle notwendigen Anschlussmöglichkeiten. Neben dem microUSB-Anschluss zur Datenübertragung sowie zum Laden der Kamera befindet sich ein microHDMI-Port, falls ihr gespeicherte Videos direkt auf einem Fernseher wiedergeben möchtet.

Die Linse der Kamera befindet sich auf der schmalen Rückseite und lässt sich vertikal drehen. So könnt ihr die vertikale Ausrichtung der Kamera nach der Montage nochmals um etwa 100 Grad anpassen und zur Fahrbahn hin ausrichten.

Kamera

Kamerafunktionen & Beleuchtung

Die verbaute Kamera nimmt Videos in Full HD mit einer Auflösung von 1.920 mal 1.080 Pixeln bei 60 Bildern pro Sekunde auf. Die Videos sehen dementsprechend scharf und natürlich aus. Rauschen kann ich am Tag nicht feststellen und die Belichtungskorrektur funktioniert sehr gut und schnell. Auch die Farben sind realistisch und der Weißwert geht ebenfalls in Ordnung.

Nachts sieht es etwas anders aus: Obwohl die Kamera an der Vorderseite zwei einschaltbare Leuchten verbaut hat, kann ich bei einem Beleuchtungs-Test im Fußraum rein gar nichts auf dem Video erkennen. Die Lampen sind so schwach, dass sie keine 10 Zentimeter auch nur halbwegs beleuchten könnten. Jede Miniaturlampe am Schlüsselbund hat hier deutlich mehr Power. Zum Glück liefert bei Nachtfahrten das Auto selbst so viel Licht, dass ihr auf dem Video wenigstens etwas sehen könnt. Für meinen Geschmack sind die Bilder zwar noch immer dunkel, für den Notfall reicht das aber.

Die Steuerung der Kamera ist mit den vier Funktionstasten denkbar intuitiv. Das Menü ist einfach sowie leicht verständlich gehalten und bietet alle notwendigen Einstellungsmöglichkeiten. Neben den Optionen für die Bild- und Videoformate lassen sich auch Farben, Helligkeit oder Weißabgleich einstellen. Ebenso könnt ihr Art und Dauer der Aufnahme anpassen sowie den Aufnahmeton oder die Tastentöne ausschalten. Zusätzlich habt ihr die Möglichkeit, eine Bewegungserkennung zu aktivieren, um die Aufnahme bei einer registrierten Bewegung automatisch zu starten. Zudem könnt ihr im Menü die Speicherkarte schützen oder löschen.

Video-Feature

Dash-Cam mit Loop-Funktion

Für den Einsatz als Dash-Cam ist vor allem die Loop-Funktion interessant. Hierbei nimmt die Kamera einzelne Videos mit vorgegebener Länge auf und wiederholt den Vorgang permanent. Die Loop-Länge kann hierbei auf eine, zwei, drei, fünf oder zehn Minuten eingestellt werden. Hier werden also permanent Videos nacheinander aufgezeichnet und gespeichert, bis die Speicherkarte voll ist. Sobald dies geschieht, hört die Cam aber nicht mit der Aufnahme auf, sondern löscht das jeweils erste aufgenommene Video, um wieder Platz für aktuelle Aufnahmen zu schaffen. Dies wiederholt sie so lange, bis ihr sie manuell ausschaltet. Somit sichert ihr für den Notfall immer den zuletzt aufgenommenen Zeitraum.

Wie lang dieser Zeitraum ist, hängt allein von der Größe der Speicherkarte und der eingestellten Auflösung ab. Bei maximaler Auflösung braucht ein Loop von zwei Minuten circa 355 Megabyte Speicher, was hochgerechnet eine Aufnahmezeit von zehn Minuten bei einer Speicherkarte mit 2 Gigabyte bedeutet.

Ich empfehle daher dringend eine Speicherkarte mit wenigstens 8 Gigabyte. So ist die Chance höher, die Aufnahme des kritischen Zeitpunkts noch im Kasten zu haben, ohne dass der wichtige Loop schon wieder überschrieben wurde. Sinnvoll ist es, die Loop-Zeit bei zwei Minuten zu halten und sie nicht direkt auf zehn Minuten zu stellen. So geht immer nur ein kleiner Video-Teil verloren.

Der Sinn der Funktion liegt darin, den Autofahrer vor einer vollen Speicherkarte und damit auch vor verpassten Aufnahmen zu bewahren. Wichtig ist nur, dass ihr die Kamera abschaltet, sobald ihr steht. Sonst riskiert ihr, die wichtige Szene irgendwann wieder durch die nächsten Loops zu überschreiben – und das obwohl beim Parken wenig passieren kann.

Hardware

Starker Halt an der Frontscheibe

ednet Dash-Cam hält perfekt an der Frontscheibe
ednet Dash-Cam hält perfekt an der Frontscheibe

Wie schlägt sich denn nun der Saugfuß an der Scheibe? Ich bin ehrlich gesagt überrascht. Obwohl der Fuß sehr klein und leicht ist, hält er die Kamera sicher und wackelfrei, was natürlich auch an seiner kompakten Bauweise und dem geringen Gewicht der Kamera liegt.

Der Saugfuß kann sehr weit oben an der Frontscheibe platziert werden, da die Dash-Cam kopfüber daran befestigt wird. Lediglich das Entfernen der Kamera vom Fuß ist etwas schwierig, da sie wirklich fest daran sitzt.

Ich empfehle, den Fuß so einzustellen, dass die Kamera etwas schräg nach oben hängt. So könnt ihr das Display und die Knöpfe besser erreichen, als wenn ihr unter die Kamera schauen müsst.

Damit die Kamera die Straße im Blick hat und nicht nur das Armaturenbrett, könnt ihr die Linse nach dem Einstellen wieder passend ausrichten. So stört die Kamera nicht während der Fahrt und ist zudem relativ unauffällig im Auto platziert. Ab und an schauen Passanten zwar befremdet ins Auto, wenn sie die kleine Kamera entdecken, aber damit lässt es sich leben.

Akku

Grenzwertige Akkulaufzeit

Vielmehr stört mich das Ladekabel, das quer hinter der Frontscheibe zum Kfz-Anschluss läuft. Das ist leider auch dringend notwendig, denn der Akku der Kamera hält auch im voll geladenen Zustand nur wenige Minuten. Im besten Fall geht euch nach einer halben Stunde der Strom aus und das Kabel muss angesteckt werden. Da ist es sicherer, das Kabel bereits vor der Fahrt zu befestigen, um nicht beim Anschließens während der Fahrt den Dash-Cam-Einsatz am eigenen Auto zu erproben.

Fazit

Hochwertige Dash-Cam mit kleinen Makeln

Auch wenn die Beleuchtung der Kamera und der Akku unbrauchbar sind, begeistern die hohe Bildqualität, der sichere und stabile Saugfuß sowie die tollen Funktionen der Kamera. Zwar müsst ihr nachts Abstriche machen, dennoch genügt die Video-Qualität dank Scheinwerferlicht. Tagsüber könnt ihr dafür schöne Videos drehen, da Farben und Beleuchtung automatisch und zuverlässig an die jeweilige Situation angepasst werden.

Zudem gibt es viele Einstellungsmöglichkeiten und das kleine Display informiert über alle wesentlichen Ereignisse oder dient zur Not dem schnellen Betrachten der Bilder und Videos. Und dank Loop-Funktion geht nie der Speicherplatz aus.

Obwohl eine Speicherkarte nicht im Lieferumfang enthalten ist, empfinde ich den Preis von 52,90 Euro für die ednet Dash-Cam mit Full-HD-Auflösung mehr als angemessen. Daher empfehle ich die Kamera allen unfallgeplagten Autofahrern, die so den einen oder anderen Fall hoffentlich besser klären können.

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5 Kommentare

  1. avatar
    mike3k schrieb am
    Bewertung:

    Gibts Test-Aufnahmen? Kann man denn Nachts auch die Nummernschilder der anderen Verkehrsteilnehmer erkennen?

    • avatar
      Elsa Philipp schrieb am
      Bewertung:

      Hallo Mike,
      Testaufnahmen haben wir leider keine. Aber ednet stellt ein Video mit Originalaufnahmen bereit.
      Durch die Beleuchtung der Scheinwerfer, sollten Nummernschilder auch bei Nacht zumindest aus der Nähe erkennbar sein.
      Viele Grüße
      Elsa

  2. avatar
    Siegried Heuer schrieb am
    Bewertung:

    Ich habe die ednet DASHCAM am 22.5.2014 über Amazon gekauft und bin total enttäuscht.
    Das Bild hat in keiner Auflösung etwas mir HD zu tun. Es ist unscharf wie beim alten Videocamcorder. Irgendwie muss der Focus nicht stimmen, hoffe ich, denn ich habe
    eine zweite über Amazon angefordert. Ich werde berichten, ob die besser ist.
    So ist sie jedenfalls nicht zu gebrauchen.

  3. avatar
    Ivolu schrieb am
    Bewertung:

    Interessant wäre vor allem auch zu wissen, ob bei Parkschäden mit anonymem Verursacher Aufnahmen als Überwachung gemacht werden könnten.
    Wie sieht dies hierzu aus?
    Ivolu

  4. avatar
    Walter Tanner schrieb am
    Bewertung:

    Meine Ednet Kamera schaltet auf der Fahrt nach einigen Minuten ab. Bis jetzt konnnte mir niemad sagen warum dies geschieht und was dagegen zu tun ist

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