Tests

Drivelog Connect – Der Auto-Flüsterer im Dauertest



2
Zugeordnete Tags Auto | Gadget | Produkttest
Bereiche

Bewertung
Gutes Tool mit leichten Schwächen
4

 Pro

  • Sehr gute Hardware
  • Moderne App
  • Zuverlässige Diagnose
  • Detailliertes Fahrtenbuch
  • Tank-Füllstand & -Buch
  • Autofinder

 Contra

  • Keine Datensammlung im Hintergrund
  • Manchmal keine Synchronisation beim Motorstart
  • Falsche Verbrauchszahlen im Stadtverkehr
  • Nicht getrackte Kilometer verursachen Lücken in der Dokumentation

Freitag, 12:34 Uhr. Ich erreiche mit den Kindern auf der Rückbank das Einkaufszentrum meines Vertrauens und schalte den Motor meines Autos ab. 60 Minuten Shopping und eine große Kugel Eis später schnalle ich die Kinder wieder in ihre Kindersitze, nehme auf dem Fahrersitz Platz und drehe den Autoschlüssel im Zündschloss um. Der Motor scheint zu starten, stottert dann und bricht kurz vor der Zündung ab.

„Verdammt, die Batterie ist tot“, denke ich mir und rufe den gelben Automobilsachverständigen an. Eine Stunde später dann die Diagnose vom Fachmann: „Die Batterie ist es nicht, aber meine Diagnose-Software zeigt einen Fehler im Nockenwellensensor. Das kann ich hier nicht beheben. Ich bestelle Ihnen einen Abschleppwagen.“ Eine weitere Stunde und einige kindliche Langeweileanfälle gehen ins Land, dann hänge ich am Abschlepp-Haken und ärgere mich, dass ich so wenig von meinem Auto verstehe.

Ein kleines Tool soll solchen Problemen nun Abhilfe verschaffen: Drivelog Connect ist eine Mischung aus Diagnose-Werkzeug, Fahrtenbuch und Service-Assistent, die angeschlossen an den OBD-Port des Autos und verbunden mit der Smartphone-App punkten will. Mehr Grund als genug für mich, dem kleinen Helferlein die Chance zu geben, mich über all das auf dem Laufenden zu halten, was mein Auto im Innersten zusammenhält. Auf geht’s zum Dauertest.

Einrichtung

Spielend leichte Installation im Auto

Winziger Karton ...
... mit jeder Menge Infos.
Der ultrakompakte Connector
Noch mehr Infos auf der Karton-Rückseite
Die PIN für die Verbindung mit der App finde ich auf dem Connector.
Eigentlich nur ein wenig Plastik ...
... und ein paar Kontakte.
Der OBD-Port meines Autos
Drivelog Connect am OBD-Port
Winziger Karton ...

Ich bin mir nicht ganz sicher, was ich erwartete, aber als der Drivelog Connector bei mir ankam, war ich doch überrascht, dass ein so kleiner Karton im Paket ist. Der ist sehr hübsch und modern gestaltet und berichtet mir in zahlreichen Facetten von den Vorzügen des Connectors sowie von seiner Installation. Viel mehr als den kleinen Karton braucht es aber auch nicht, denn auch das Diagnose-Tool selbst präsentiert sich äußerst kompakt und kommt ohne Zubehör daher.

Ebenso schnell wie das Unboxing abgeschlossen ist, habe ich den Connector in mein Auto installiert. Hierzu notiere ich mir erst einmal die PIN auf dem Drivelog und suche in meinem Opel nach dem On-Board-Diagnose-Anschluss. Den OBD finde ich links unterhalb des Lenkrads auf halbem Weg in den Fußraum. Hier stecke ich den Connector ein, woraufhin er seinen Betrieb durch eine grün blinkende Diode anzeigt. Abschließend drehe ich noch den Schlüssel im Zündschloss und kann mich ab jetzt der Drivelog-App zuwenden.

Software

Zuverlässige Verbindung & (fast) reibungslose App-Einrichtung

Die habe ich nach dem Unboxing bereits auf meinem Smartphone installiert und dabei auch festgestellt, dass es sich noch um eine Beta-Version handelt. Damit sich der Connector mit der App verbinden kann, muss ich Bluetooth an meinem Xperia aktivieren. Ist das geschehen, kann ich in der Anwendung nach dem Drivelog suchen, das auch in zwei bis drei Anläufen gefunden wird.

Im Laufe der Anmeldung muss ich nun auch die PIN des Connectors eingeben und ein Drivelog-Konto erstellen. Das klappt recht zügig, sodass ich nach zirka 10 Minuten alle wesentlichen Schritte auf dem Weg zum eigentlichen Interface der Drivelog-App gemeistert habe. So gesehen hat alles gut geklappt, nur die initiale Kopplung funktionierte nicht auf Anhieb.

Diagnose

Motor an, Drivelog (meistens) auch

Überblicksseite der App mit Tankfüllung & Reisestatistiken
Überblicksseite der App mit Tankfüllung & Reisestatistiken

Damit wird es Zeit, den Motor zu starten und zu schauen, was der Connector an die App zu melden hat. Ich starte also zunächst die Drivelog-Anwendung und schaue, ob eine Verbindung aufgenommen werden kann. Dass das der Fall ist, zeigt mir ein kleines grünes Konnektivitäts-Icon an der Bezeichnung meines Fahrzeuges direkt auf der Startseite der App.

Jetzt kann ich den Schlüssel im Zündschloss drehen und den Motor starten, was in der App die Auto-Diagnose auslöst. Der Connector liest nun die Daten der Sensoren für den Antrieb, das Fahrgestell die Karosserie und die Elektronik aus. Sollte also zum Beispiel ein Fehler bei der Motorsteuerung, im Getriebe oder an den Unfallsensoren vorliegen, müsste die App Alarm schlagen. Das passiert nicht, stattdessen prangt ein erleichterndes „Deinem Auto geht es gut“ auf dem Bildschirm.

Bleibt an dieser Stelle nur die Frage, klappt die Verbindung immer und reibungslos? Nach 4 Wochen Test kann ich das zu 80 Prozent bestätigen. In den restlichen 20 Prozent der Fälle sprang der Fahrten-Monitor nicht an. Fakt ist hierbei: Bluetooth muss aktiviert sein und ich muss die App starten, bevor ich den Motor anlasse. Wird zum Beispiel der Connector nicht schnell genug erkannt oder switcht mein Smartphone vor dem Start gar in den Stand-by, ist eine Kopplung kaum möglich. Im Hintergrund sammelt die Drivelog-App leider keine Daten. Das heißt aber auch, dass die Kilometerzählung aussetzt, wenn ich ohne aktive Anwendung fahre. Das verfälscht leider die Zahlen.

Fahrtenbuch

Übersichtliches Fahrtenbuch mit zahlreichen Details

Der Fahrten-Monitor mit Fahrtdauer, Verbrauch ...
... Geschwindigkeiten und Datenüberblick.
Der Fahrten-Monitor mit Fahrtdauer, Verbrauch ...

Bei der Einrichtung der Drivelog-App musste ich unter anderem auch den aktuellen Kilometerstand angeben. Darauf basierend zählt die App nun die bei jeder Tour gefahrenen Kilometer. Während die Fahrt läuft, wische ich durch 4 Interfaces, die mir zahlreiche Daten zur Fahrt liefern.

Auf Seite 1 sehe ich Fahrtdauer, die Standzeit und die gefahrenen Kilometer. Seite 3 zeigt mir die Durchschnitts-, die Maximal- und die aktuelle Geschwindigkeit, während ich auf Seite 4 alle Werte im Überblick erhalte. Aber was ist mit Seite 2? Hier laufen die Daten zum Verbrauch ein, die allerdings zunächst 15 Kilometer oder 30 Minuten Fahrt voraussetzen. Bei meinen Kurzstrecken in der Stadt stehe ich mit der Verbrauchsmessung allerdings auf Kriegsfuß. Der durchschnittliche Höchstverbrauch wird so zum Beispiel auch schon einmal mit über 110 Litern pro 100 Kilometern angezeigt.

Wenn die Messung mal stimmt, rechnet mir die Anwendung auch die Kosten für die gefahrene Strecke aus und listet alle Daten aller Fahrten in einer hilfreichen Monats-Übersicht. Aber ist das alles denn nun ein Mehrwert zu meinem Bord-Computer, der mir die meisten Werte auch zeigt? Durchaus, denn neben einer Bestätigung der Bord-Werte speichert und dokumentiert die App alle Daten und fasst sie zu einem detaillierten Fahrtenbuch zusammen. Ein klarer Mehrwert.

Weitere Features

Von kontinuierlicher Diagnose über Tankbuch bis Autofinder

Link: Diagnose beim Fahrzeugstart. Rechts: Drivelog hat Fehler gefunden.
Links: Details zum Fehler. Rechts: Fehler wurde behoben.
Links: Der Auto-Finder. Rechts: Tankbuch-Eintrag.
Link: Diagnose beim Fahrzeugstart. Rechts: Drivelog hat Fehler gefunden.

Der Drivelog Connector und die dazugehörige App bieten aber auch jenseits von Fahrtenbuch und initialer Diagnose eine Menge nützlicher Details.

Kontinuierliche Diagnose im Hintergrund: Nicht nur beim Motorstart findet eine Diagnose der diversen Fahrzeug-Sensoren statt. Vielmehr schickt der Connector auch bei der Fahrt Daten an die App, sobald ein Sensor einen Fehler meldet. In meinem Fall war es Fehler P 2282. Ohne Drivelog hätte ich einen abrupten Leistungsabfall verspürt und im Bord-Computer die Meldung „Fahrzeug demnächst warten“ gelesen. Der Connector hingegen ließt den Fehler brav aus und die App zeigt mir, was im Argen liegt: „Luftleck zwischen Drosselklappe und Einlassventilen“. Und der Blick in den Motorraum zeigt tatsächlich einen Riss im Turboschlauch – ein toller Fingerzeig für mich und meine Werkstatt.

Tankbuch: Ebenso, wie ich die Fahrten dokumentiere, trage ich auch meine Tankfüllungen in die App ein. Als grundlegende Daten hinterlege ich das Tank-Datum, die getankten Liter und die gezahlte Summe. Der Literpreis wird automatisch berechnet. Auch den Kilometerstand kann ich hinterlegen, allerdings habe ich hier das Problem, dass ich auf Grund der nicht getrackten Fahrten die Tankfüllung nicht mit dem wirklich vorliegenden Kilometerstand verknüpfen kann, da dieser über dem Stand liegt, den die App berechnet. Eine Anpassung der hinterlegten Kilometer habe ich während des gesamten Tests nicht bewerkstelligen können.

Zahlreiche sinnvolle Details: Ergänzt werden die Diagnose- und Dokumentations-Tools um eine Reihe hilfreicher Features wie zum Beispiel dem Autofinder. Genau genommen ist er in der App nicht viel mehr als eine Google-Maps-Ansicht mit der Adresse, an der das Auto steht. Per Tipp auf die Karte gelange ich in den Routenplaner von Google Maps, der mich zielsicher zu meinem Auto dirigiert. Hinzu kommen eine Übersicht über alle privaten und dienstlichen Fahrten des Tages, des Monats und des Jahres, eine Tank-Füllstandsanzeige sowie die Vorstufe eines Service-Heftes, in der ich aktuell meine geplanten Service-Termine eintragen kann. Über die Einstellungen suche ich dann bei Bedarf noch Tankstellen und Werkstätten beziehungsweise rufe den Pannendienst. Angesichts des recht schmalen Preises des Connectors für aktuell gut 70 Euro ist das doch eine stattliche Show.

Fazit

Günstiges Diagnose- & Doku-Tool mit kleinen Kinderkrankheiten

Vier Wochen habe ich den Drivelog Connector nun schon im Einsatz und ich bereue die Investition keineswegs. Denn das Tool nebst dazugehöriger App bringt zahlreiche Features mit und hat zudem auch noch jede Menge Potenzial für künftige Updates. Für mich war aktuell die Diagnose am wichtigsten und die kommt bei Drivelog nicht zu kurz. Die wichtigsten Sensoren werden geprüft und deren Statusmeldungen erfasst. Allerdings gibt es meiner Werkstatt zufolge wohl auch noch ein paar Komfort-Sensoren, die kaum ein Analyse-Tool konsequent ausließt – Drivelog eingeschlossen. Jenseits davon fand ich auch das Fahrtenbuch als angenehmes Feature und war beeindruckt von der Funktionsvielfalt der App.

Ein paar Kinderkrankheiten hat das Hardware-Software-Duo dann aber doch. Das fängt damit an, dass ich die App zu Beginn jeder Fahrt aktivieren muss, damit die Protokollierung startet. Im Hintergrund funktioniert sie leider nicht und so manches Mal ging ihr im Test auch der Motorstart zu schnell. Mit den nicht getrackten Fahrten fehlen mir Kilometer in der Dokumentation, die ich später auch nicht auf die hinterlegte aktuelle Kilometerzahl aufschlagen kann. Zwischen vorliegendem Wert im Auto und dokumentiertem Wert in der App entsteht mit der Zeit eine ordentliche Diskrepanz. Weiterhin fiel mir negativ auf, dass die Verbrauchswerte im Stadtverkehr selten realistisch waren.

Mit den kommenden Updates dürften einige dieser Mankos ausgebügelt werden und sicherlich kommen im Laufe der Zeit auch noch einige neue Funktionen hinzu. In dieser Hinsicht bin ich zuversichtlich, dass mich der Drivelog Connector noch lange begleiten wird. Aber eines möchte ich an dieser Stelle auch noch anmerken: Ein gutes Ohr für das eigene Auto ist auch durch ein OBD-Tool nicht zu ersetzen. Den Defekt in meinem Anlasser haben weder die Sensoren im Auto noch der Connector vorhergesehen. Dass da etwas im Argen liegt, verrieten mir vielmehr meine Ohren bei jedem Autostart. Die Kombi aus beiden dürfte aber auf lange Sicht optimal sein.

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2 Kommentare

  1. avatar
    Stefan schrieb am
    Bewertung:

    Auf dem ersten Blick gefällt mir der Ideengeber PACE besser

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