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Audeze iSine 10 – Edelkopfhörer für iOS & Android im Test



Zugeordnete Tags Audio | Kopfhörer | Musik
Bereiche

Bewertung
Premium-Sound mit Schwächen in der B-Note
4

 Pro

  • Erstklassiger Sound
  • Equalizer-App
  • Lightning-Kabel mit DSP

 Contra

  • Anspruchsvoll zu befestigen
  • Fernbedienung am Lightning-Kabel schwer
  • Umstehende hören immer mit

Audiophile Apple-Fans aufgehorcht: Audeze (spricht sich übrigens wie das englische „Odyssey“ aus) bringt mit dem iSine 10 einen absoluten Premium-In-Ear-Kopfhörer auf den Markt, der in Kalifornien entwickelt und hergestellt wird und sich dank Lightning-Kabel und integriertem DSP insbesondere für iPhone und iPad eignet. Wer es lieber traditionell mag, kann den iSine 10 jedoch auch einfach per Klinke anschließen.

Die Außergewöhnlichkeit des Kopfhörers beginnt bereits bei der extravaganten Optik und der innovativen Technik: iSine 10 ist nämlich weltweit der erste In-Ear-Kopfhörer mit Planarmagneten, der nach dem magnetostatischen Prinzip arbeitet. Das soll dem Kopfhörer nie dagewesene Dynamik und einen breiten Frequenzgang bescheren. Im Testbericht erfahrt ihr, was sich hinter dieser Technik verbirgt und wie sich der extravagante Ohrhörer anhört und anfühlt.

Lieferumfang

Edle Verpackung, ungewöhnlicher Inhalt

Schon an der Verpackung sieht und spürt man, dass es sich hier um ein Premium-Produkt handelt: Ich öffne den Magnetverschluss der dicken und bunt bedruckten Kartonhülle, nur um festzustellen, dass ihr Inhalt von einer stabilen und wertigen Plastikbox beschützt wird. Diese ist mit wenigen Handgriffen geöffnet und so liegt kurz darauf der sehr üppige Packungsinhalt vor mir: Neben den beiden Treibern finden sich je ein 1,5 Meter langes Anschlusskabel für Lightning und Klinke, eine Transporttasche, ein USB-Stick mit Treibern, diverse Haltebügel und In-Ear-Aufsätze, Reinigungswerkzeug und ein Echtheitszertifikat im Lieferumfang – wow! Hier hat der Hersteller wirklich an alles gedacht.

Der iSine 10 von Audeze fällt sofort durch die außergewöhnliche Form auf – Star-Wars-Fans fühlen sich an TIE-Fighter erinnert. Die Verarbeitungsqualität ist gut, doch angesichts des hohen Preises hätte ich etwas weniger Plastik erwartet. Das Lightning-Kabel ist schnell angeschlossen, die wirkliche Herausforderung kommt aber erst noch: Mit 22 Gramm pro Ohrstöpsel gehört der Kopfhörer nämlich nicht gerade zu den Leichtgewichten, will somit ordentlich am beziehungsweise im Ohr befestigt werden und bedarf durch die schiere Größe mehr als nur einen gut sitzenden In-Ear-Aufsatz, um auch bei Bewegung zuverlässig im Ohr zu halten. Dafür liegt dem Lieferumfang eine breite Auswahl an Stöpseln, Aufsätzen und Bügeln bei, sodass für jede Ohrform etwas dabei sein sollte. Negativ fällt dabei das Cipher-Kabel mit Lightning-Anschluss auf: Dessen Fernbedienung ist derart schwer, dass sie mir immer wieder zuverlässig die Knöpfe aus den Ohren zieht.

Der Verpackung wurde von BMW designt
und beschert schon beim Auspacken echtes Premium-Feeling
Dank umfassenden Lieferumfang sollte sich der Kopfhörer an jedem Ohr befestigen lassen
Der Verpackung wurde von BMW designt
Technische Daten

Cipher-Kabel und Magnetostat-Technik

Die Besonderheit des Audeze iSine 10 ist die Audio-Technik, denn hierbei handelt es sich um den weltweit ersten In-Ear-Kopfhörer mit Magnetostat-Technik. Die von den wunderbar klingenden EL-8-Titanium bekannte und eigentlich raumgreifend konstruierte Technik mit Planarmagneten schrumpft Audeze hier auf In-Ear-Größe.

Das Augenmerk liegt dabei auf den 30-Millimeter-Membranen: Diese sind für In-Ear-Kopfhörer außergewöhnlich groß und wohl gleichzeitig auch der Grund für die enormen Ausmaße des Kopfhörers, denn größere In-Ears hattet ihr mit Sicherheit noch nicht in den Händen respektive Ohren. Die zarten Membranen werden von besonders starken Fluxor-Magneten bewegt, die der Hersteller hier erstmals soweit geschrumpft hat, um in In-Ear-Kopfhörern zum Einsatz zu kommen. So funktioniert dann auch die Schallerzeugung: Die hauchdünne Membran ist mit Leiterbahnen versehen und wird von einem Steuerstrom durchflossen und so zur schallerzeugenden Schwingung angeregt. Trotz der Schrumpfkur bleibt es natürlich bei einer gewissen physikalisch erforderlichen Mindestgröße, um souveräne Mitten und Tiefen liefern zu können.

Nicht unwesentlich zum Soundeindruck trägt das beiliegende Lightning-Kabel bei: Wer ein iPhone, iPad oder iPod sein Eigen nennt, schließt den iSine 10 auf diesem Weg an und profitiert von digitalem 24-Bit-Sound. Dieses Kabel enthält einen dedizierten Soundchip, einen Verstärker und einen D/A-Wandler. Eine Fernbedienung mit den üblichen drei Knöpfen für die Wiedergabesteuerung ist natürlich ebenfalls an Bord. Insbesondere für iPhone-7-Nutzer, die ja bekannterweise ohne Klinkenbuchse zurechtkommen müssen, lohnt der Griff zum Cipher-Kabel.

Die Form des Kopfhörers erinnert entfernt an Star Wars
Außergewöhnlicher Klang geht mit außergewöhnlicher Form einher
Beim Kabel habt ihr die Wahl zwischen Lightning und Klinke
Die Form des Kopfhörers erinnert entfernt an Star Wars
Sound

Das Wichtigste: Der Klang

Um es kurz zu machen: Der iSine 10 ist der sehr wahrscheinlich beste In-Ear-Kopfhörer, den ihr in einem sehr langen Zeitraum hören werdet. Dank wunderbarer Klarheit gibt der Ohrhörer auf breiter Bühne fein differenziert jedes Audiodetail wieder. So werdet ihr mit Sicherheit Details in euren Lieblingsstücken erkennen, die euch bis dato nicht aufgefallen sind. Das gilt insbesondere für hohe und mittlere Tonfrequenzen, denn in den Bässen spielt der iSine 10 etwas weniger wuchtig auf, kann aber bei Bedarf die Tonleiter bis zu sehr tiefen 10 Hertz herabsteigen. Und das ist auf jeden Fall besser als ein zu breites und undifferenziertes Bass-Fundament hinzustellen, wie es viele andere In-Ear-Kopfhörer tun.

Einziger Nachteil: Nicht nur der geneigte Hörer darf sich an diesen Klangqualitäten erfreuen, sondern alle Umsitzenden gleich mit. Bedingt durch die eher offene Konstruktion der In-Ear-Kopfhörer (Welch‘ Ironie!) erraten Außenstehende nämlich zuverlässig, welchen Song ihr gerade hört.

Der Klang hängt übrigens sehr stark vom verwendeten Kabel ab: Die oben geschilderten Eindrücke beziehen sich auf die Verwendung mit dem Cipher-Kabel mit Lightning-Anschluss. Nutzt man das normale Klinkenkabel fällt der Klang relativ stark ab und büßt an Klarheit ein. Daher sei an dieser Stelle eine eindeutige Empfehlung für das Cipher-Kabel ausgesprochen. Außerdem: Nur wer dieses Kabel nutzt, profitiert auch von der im App Store verfügbaren Audeze-App, mit der sich das Sounderlebnis per Equalizer auf insgesamt zehn Bändern anpassen lässt. Im Anschluss speichert ihr eure Lieblingskonfiguration in einem von zwei zur Auswahl stehenden Presets, zwischen denen sich per Tap umschalten lässt.

Der Equalizer bietet zehn Bänder. Und ein Update für den Kopfhörer gibt's auch
Der Equalizer bietet zehn Bänder. Und ein Update für den Kopfhörer gibt's auch
Fazit

Premium-Sound, aber Schwächen in der B-Note

Eines ist Fakt: Der Sound, den die Audeze-Ingenieure aus In-Ear-Kopfhörern zaubern können, beeindruckt. Durch die spezielle Magnetostat-Technik stellt der iSine 10 den Sound auf eine kristallklare und breite Bühne und gibt dabei zuverlässig auch die tiefsten Töne wieder. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten: Durch das hohe Gewicht will der iSine 10 ordentlich am und im Ohr befestigt werden. Die schwere Fernbedienung des Cipher-Kabels macht das nicht gerade einfacher. Umstehende nehmen dabei immer an eurer Musikparty Teil – ob sie wollen oder nicht.

Wer den wahrscheinlich besten In-Ear-Kopfhörer für sein iOS-Gerät sucht, sollte den Audeze iSine 10 aber dennoch unbedingt bei seiner Suche berücksichtigen. Und die Audiophilen unter euch, die zufällig über unbegrenzte finanzielle Mittel verfügen, können sich auch die iSine 20 oder das Top-Modell LCDi 4 von Audeze anschauen.

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