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Fitness-Tracker & Smartwaches - eine Kaufberatung Teil 2



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Weiter geht's mit Teil 2 meiner Kaufberatung zu Fitness-Trackern und Smartwatches!
Weiter geht's mit Teil 2 meiner Kaufberatung zu Fitness-Trackern und Smartwatches!

In Teil 1 meiner Kaufberatung zu Fitness-Trackern und Smartwatches ging es um Pedometer/Schrittzähler, smarten Schmuck/Bracelets und herkömmliche Fitness-Tracker, ihre Vor- und Nachteile sowie passende Modelle zu jeder Kategorie.

In diesem Artikel widme ich nun den etwas „intelligenteren“ und vielseitigeren Wearables: den Smartwatch-Hybriden, Smartwatches sowie Multisportuhren. Zum Abschluss werde ich noch ein paar Worte dazu verlieren, ob eine Pulsmessung und ein GPS-Modul wirklich nötig sind. Los geht’s!

Halb-Smartwatch, Halb-Tracker: Smartwatch-Hybride

Keine neue Spezies, aber mittlerweile als eigene Sparte etabliert, haben sich sogenannte Smartwatch-Hybride. Im Endeffekt handelt es sich dabei um Fitness-Tracker mit großen Displays, die einige Funktionen einer Smartwatch mitbringen, aber dann doch keine sind. Am einfachsten erkennt ihr Hybrid-Modelle am Betriebssystem. Verfügt das Wearable über Android Wear oder WatchOS, dann handelt es sich um eine „echte“ Smartwatch, alle anderen Geräte mit eigenen Betriebssystemen zähle ich zur Klasse der Hybriden.

Für viele gelten sie als die Wearables schlechthin, denn sie bieten das Beste aus beiden Welten der Fitness-Tracker und Smartwatches. Zum einen sind sie mit allem ausgestattet, was man bei einem Wearable eben braucht. Zum anderen halten Hybride dank oftmals kleinerer und „einfacher“ Displays mit einer Akkuladung länger durch ohne bei der Anzeige Abstriche machen zu müssen.

Ich selber habe genau so einen Hybriden im Einsatz. Genauer gesagt bin ich vor einigen Wochen von der ASUS VivoWatch auf den Fitbit Blaze umgestiegen. Diese Mischung aus beiden Wearable-Kategorien ist für mich ideal. Apps brauche ich auf meiner smarten Uhr nicht, genauso wenig wie bunte und große Displays mit vielen Pixel. Wichtiger ist mir die Akkulaufzeit.

Hybride für Stil-Bewusste

Schick & unauffällig: Nokia Activité Steel
Das Ziffernblatt verfügt über eine dezente Aktivitätsanzeige.
Der Smartwatch-Hybrid ist sogar wasserdicht.
Schick & unauffällig: Nokia Activité Steel

Die Auswahl auf dem Markt ist auch hier sehr groß, wobei für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas passendes zu finden sein sollte.

Für meine Frau ist die Withings beziehungsweise mittlerweile Nokia Activite Steel HR für knapp 179 Euro aktuell der schönste Hybrid auf dem Markt: klassisches Design gepaart mit einer intuitiven App, Benachrichtigungsfunktion und Pulsmessung sowie einem unscheinbaren Display. Wer weder Bildschirm noch Herzfrequenzmessung braucht, aber auf die schlichte und schicke Uhren-Optik nicht verzichten möchte, der ist mit dem Vorgänger Nokia Activite Steel (ohne HR) für knapp 118 Euro ebenfalls gut beraten.

Eher an die männliche Fraktion richtet sich der Misfit Phase für 179 Euro. Elegant aber sportlich präsentiert sich dieser Hybrid in vielen verschiedenen Farben. Das Misfit-Wearable verfügt zwar über kein Display, kann aber dafür mit der Steuerung von Smart-Home-Geräten punkten. Das bietet aktuell sonst kein anderer Hersteller.

FitBit Surge, Garmin vivoactive HR & Co.

Wem der Fitbit Blaze nicht „extrem“ genug ist, für den lohnt sich ein Blick auf den Fitbit Surge. Knapp 200 Euro bezahlt ihr für diesen Fitness-Tracker, im Gegensatz zum Blaze ist der Surge jedoch wasserdicht.

Beinahe schon ein Profi-Wearable ist der Garmin vivoactive HR für 250 Euro. Fast alle aktiven Sportler in meinem Umfeld, tragen diesen Hybriden am Arm. Zugegeben, der Tracker ist mit Herzfrequenzmesser, GPS-Modul, wasserdichtem Gehäuse und übersichtlicher App sehr gut ausgestattet und auch in der Fachpresse liest man eigentlich nur Gutes.

Wer nicht gar so viel ausgeben, aber bei Garmin bleiben möchte, findet in der großen Familie der Garmin Forerunner ein passendes Modell für sich.

Vorhang auf für die Profis: Smartwatches

Diese Wearable-Gattung kennt dank der Apple Watch mittlerweile jeder: Groß, rund oder eckig, dick oder dünn, Marke oder No-Name – es gibt nichts, was es nicht gibt. Die Preise für vernünftige Modelle beginnen ab 200 Euro und sind nach oben offen. Smartwatches von Designermarken wie Michael Kors kosten gerne mal 400 Euro und mehr.

Mittlerweile hat so gut wie jeder Hersteller eine Smartwatch im Programm. Allen voran Samsung mit der Gear-S-Reihe. Wer ein Samsung-Smartphone nutzt, kommt um eine Gear S2 oder S3 eigentlich nicht herum. Denn kaum ein Hersteller integriert seine Smartwatch derart perfekt in seine Produktpalette wie die Südkoreaner. Allerdings sind hier bis zu 333 Euro fällig.

Ebenfalls eine Erwähnung verdient die Huawei Watch. Ganz gleich, ob Classic oder Active – beide Modelle gibt es in diversen Ausführungen zu Preisen ab 200 Euro inklusive Android Wear 2.0 sowie einigen Extras. Die nur in rund erhältliche Smartwatch hat sich fest auf dem Markt etabliert und findet immer mehr Käufer und Fans.

Misfit Vapor, Asus Zenwatch 2 & Apple Watch

Mein persönlicher Favorit ist derzeit die Misfit Vapor, die im Sommer 2017 in den Handel kommen soll. Dabei handelt es sich um eine echte Smartwatch mit Android Wear 2.0, die mit einem Preis von voraussichtlich 200 Euro ihre Konkurrenz sicherlich ins Schwitzen bringen wird.

Bei der Asus Zenwatch 2 zum Preis von 199 Euro könnt ihr sparen und müsst trotzdem auf so gut wie nichts verzichten. Diese Smartwatch tritt eher unspektakulär auf und bietet viel Technik unter dem 1,63-Zoll-AMOLED-Display darunter ein Android Wear, ein Qualcomm Snapdragon 400 und die Schnelladefunktion.

Für Apple-Fans ist die Apple Watch das Maß der Dinge, auch wenn viele andere Smartwatches ebenfalls mit iOS kompatibel sind. Eines muss man Apple allerdings lassen: Im eigenen Ökosystem ist diese Smartwatch unschlagbar. Leider ist sie relativ teuer, was bei Apple aber wohl bekannt sein dürfte.

Asus Zenwatch 2 - vollwertige Smartwatch mit Android Wear
Asus Zenwatch 2 - vollwertige Smartwatch mit Android Wear

Für Sportler & Aktive: Multisportuhren

Sportler, die über alle wichtigen Daten ihres Trainings genau Bescheid wissen sowie alles haarklein analysieren wollen und eben das Beste vom Beste suchen, werden wohl direkt die Gattung der Multisportuhren ansteuern. Funktionen, wie das Anzeigen von Whatsapp-Benachrichtigungen, interessiert diese Zielgruppe eher weniger.

Eher interessant ist, ob der Tracker wirklich wasserdicht ist, die Pulsmessung korrekt funktioniert und vor allem, ob die Strecken auf den Meter genau aufzeichnet. Daher sind in den allermeisten Modellen eigene GPS-Module verbaut, sodass man auch längere Zeit ohne Smartwatch unterwegs sein kann.

Überhaupt ist es extrem wichtig, dass die Multisportuhr lange Zeit auch mal ohne die Verbindung zu einem Smartphone auskommt. Der Speicher kann dabei bis zu 30 Tage am Stück aufzeichnen.

Garmin Fenix oder Polar M?

Sportler schwören auf die Multisportuhren der Garmin Fenix-Serie.
Garmin genießt zudem einen guten Ruf für höchste Qualität, Langlebigkeit & Präzision.
Sportler schwören auf die Multisportuhren der Garmin Fenix-Serie.

Fragt man Sportler nach bevorzugten Modellen, fallen eigentlich immer dieselben Namen. Ganz vorne mit dabei ist die Fenix-Serie von Garmin. Etwas günstiger, dafür aber nicht so gut ausgestattet, ist die bereits erwähnte Forerunner-Reihe. Garmin genießt bei den Sportlern einen sehr guten Ruf für höchste Qualität, Langlebigkeit und Präzision.

Auch die Polar-M-Serie sei hier genannt. Die Polar- sind etwas günstiger als die Garmin-Modelle, stehen ihnen in Sachen Funktionen aber kaum in etwas nach. Ebenfalls ganz vorne mit dabei ist immer auch die TomTom Spark 3.

Bei diesen Modellen schaue ich eher auf die Sportfunktionen, denn je nach Sportart gibt es spezialisierte Watches. Ihr müsst jedoch bereit sein mehrere 100 Euro zu investieren.

Liefert die Herzfrequenzmessung präzise Werte?

Das wars erstmal mit den wichtigsten Kategorien von Wearables. Nun möchte ich mich zwei Fragen widmen, die speziell die Messungen von Fitness-Trackern und Co. betreffen. Zum ersten: Liefern die Herzfrequenzmesser, die in den herkömmlichen Wearables verbaut sind, wirklich präzise Werte? Zum zweiten: Braucht man diese Funktion?

Durch meinen Job bei der Berufsfeuerwehr Frankfurt und meine Ausbildung zum Rettungsassistenten, habe ich jederzeit Profigeräte für die Pulsmessung zur Hand. Dementsprechend habe ich die Tracker auch mal gegen Profigeräte antreten lassen. Im Rettungswagen haben wir EKG-Geräte mit integrierter Pulsmessung. Ich habe immer dreimal gemessen: in Ruhe, während eines Workout und 5 Minuten danach.

Brauch ich wirklich eine Pulsmessung?

In allen Fällen hat keiner der Tracker, egal ob No-Name oder Marke, vollständig überzeugen können. Teilweise variieren die Ergebnisse um bis zu 40 Schläge pro Minute und sind damit eigentlich unbrauchbar. Es ist ein großer Unterschied, ob ein Tracker bei einem leichten Training 93 oder 128 Schläge pro Minute anzeigt.

Die Technik in einem Tracker reicht für eine genaue Messung leider nicht aus – zumindest im Moment noch nicht. Am genauesten war jedoch die Apple Watch. Wenn man im Kopf behält, dass die Pulsmesser in den Trackern nur eine grobe Tendenz liefern und keine genauen Werte, dann reichen diese für normale Sportler allemal aus.

Ich persönliche nutze die Pulsmessung-Funktion meines Fitbit Blaze so gut wie nie. Wenn ich einigermaßen exakte Werte haben möchte, greife ich zu einem Brustgurt.

Und was ist mit der GPS-Funktion?

Braucht es wirklich ein GPS-Modul im Wearable?
Braucht es wirklich ein GPS-Modul im Wearable?

Zum Abschluss noch ein Wort zur GPS-Funktion: Viele wollen unbedingt ein GPS-Modul in ihrem Tracker haben. Das ist aber oft nicht nötig, denn auch die allermeisten Tracker ohne eingebautes GPS-Modul können zurückgelegte Strecken aufzeichnen.

Einzige Voraussetzung ist die Verbindung zum Smartphones, denn viele Wearables können auch auf das GPS-Signal eures Mobiltelefons zurückgreifen und genau dieses hat heute eigentlich jeder zu jeder Zeit bei sich.

Auch hier reicht die Genauigkeit für normale Nutzer völlig aus. Wer sein Smartphone nicht mitnehmen will, muss zu einem teuren Tracker greifen. Ein günstiges Modul mit GPS gibt es aktuell nicht, zumindest keinen, der meiner Einschätzung nach wirklich brauchbar wäre.

Hier müsst ihr jedoch auf der Hut sein, denn viele Anbieter werben mit GPS, meinen damit aber kein verbautes GPS-Modul, sondern nur, dass der Fitness-Tracker auf das GPS des Smartphone zurückgreift – im Zweifel solltet ihr also vorher nachfragen.

vielfältige technik: Smartwatches & fitness-tracker

So viel zum zweiten und letzten Teil meiner Kaufberatung zu Smartwatches und Fitness-Trackern. Ich hoffe, ich konnte euch einen umfassenden Einblick in die Wearable-Welt bieten und ihr könnt nun zwischen Smartwatch-Hybrid und Fitness-Armband unterscheiden.

Vergesst aber eines nicht bei all der schicken, modernen und tragbaren Technik: Das Wichtigste ist, dass ihr Sport treibt oder zumindest aktiv seid, denn Bewegung ist sehr wichtig für die Gesundheit. Ob ihr dafür Wearables einsetzen möchtet, bleibt euch überlassen. Für einen groben Überblick über eure Aktivität, kann ich es persönlich jedoch sehr empfehlen.

Hier geht’s zu Teil 1 meiner Kaufberatung zu Fitness-Tracker und Smartwatches.

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2 Kommentare

  1. avatar
    Kai Sturm schrieb am
    Bewertung:

    Also ich habe mein Telefon beim Joggen nicht bei mir und genau in solch einem Zusammenhang wäre es doch klasse, wenn der Tracker als GPS-Logger agiert.

  2. avatar
    Mario H. schrieb am
    Bewertung:

    Ich hätte ja gern eine Smartwatch, die sich mit dem Brustgurt (der mich beim Sport so gar nicht stört) verbindet – Dinge anzeigt – und über die ich gleichzeitig das Smartphone steuern könnte. Wenn’s geht auch Fitbit, aber zumindest die Musik.
    Denn: beim Laufen kommt immer mal wieder ein unpassendes Lied dazwischen, das ich gern überspringen würde, was aber nicht geht, da das Smartphone halt im Futteral ist. Eine zusätzliche normale Smartwatch würde da helfen, aber dann hätte ich die Polar-Uhr für den Brustgurt und die Watch. Wäre nicht sooo toll.
    Davon ab würde ich sonst keine Smartwatch brauchen :)

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