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#erstmalverstehen: Wie funktioniert Eye Tracking beim Gaming?



Zugeordnete Tags #erstmalverstehen | Games | Zukunft

Stell dir vor, du stehst mitten auf dem Spielfeld deines Games. Um dich herum wird gekämpft und geschossen. Du hast aber nur deinen Gegner im Blick. Mit Eye Tracking reicht dann nur ein Klick und er ist tot. Die Gaming-Industrie entdeckt das Thema „Eye Tracking“ (übersetzt: Blickbewegungsregistrierung) gerade erst für sich. Damit kann nämlich eines der wichtigsten Dinge beim Zocken vereinfacht werden: das Zielen.

Wie Eye Tracking genau funktioniert, welche Hilfsmittel man für die eigene Verwendung braucht und welche Einsatzgebiete sich dadurch erschließen, erfahrt ihr hier.

Von Infrarotkameras verfolgt

Grundsätzlich gibt es derzeit zwei verschiedene Instrumente, durch die Eye Tracking möglich ist: die Eye-Tracking-Leiste und Eye-Tracking-Brille.

Eye-Tracking-Leiste

Die Leiste wird unterhalb des Bildschirms angebracht und besitzt drei Kameras, die infrarotnahes Licht in Richtung Nutzer aussenden. Diese Infrarot-Strahlen treffen auf die Augen und je nachdem, wo die Pupille gerade ist, wird das Licht unterschiedlich reflektiert.

Während die Hornhaut (also die Regenbogenhaut und das „Weiße“ darum) die Strahlen direkt reflektiert und somit Reflexpunkte auf den Augen entstehen, fällt das Licht an der Stelle, an der die Pupille ist, erst auf die Netzhaut im hinteren Teil des Auges, bevor es zurückgeworfen wird. Die Kameras nehmen diese unterschiedlichen Strahlen auf.

Die Daten der Kameras laufen in der Leiste zusammen und werden von einem Prozessor verarbeitet. Durch Filter und Berechnungen weiß der Eye Tracker genau, wie sich deine Augen bewegen und wohin du gerade schaust. Diese Informationen werden dann dazu verwendet, beispielsweise die Blickrichtung deines Spiele-Avatars zu ändern.

Eye-Tracking-Brille

Die Funktionsweise der Brille ist ähnlich der der Leiste. Der einzige Unterschied ist, dass du die Eye-Tracking-Brille aufsetzt und die Infrarot-Kamera somit näher am Auge ist. Oft werden die Kameras auch in den Seitenbügel integriert und die Strahlen über die Brillengläser aufs Auge geworfen.

Es gibt außerdem noch andere Methoden des Eye Trackings, wie das sogenannte Elektrookulogramm, bei dem der Blick des Auges auch beim Schlafen verfolgt werden kann. Mehr dazu findet ihr hier.

Durch die Kameraleiste unterhalb des Bildschirms werden deine Augen verfolgt. (Quelle: Tobii AB)
Funktioniert durch Licht-Reflektion der Augen
Die Brille erkennt genau, wo du hinsiehst (Quelle: Tobii AB)
Durch die Kameraleiste unterhalb des Bildschirms werden deine Augen verfolgt. (Quelle: Tobii AB)

Vielfältige Einsatzgebiete

Gaming

Eye Tracking hält gerade vor allem im Gaming-Bereich Einzug. So gibt es beispielsweise schon einige Brillen oder Gaming-Monitore, die mit dieser Funktion ausgestattet sind. Der Nutzen besteht vor allem darin, den Blick des Avatars in die Richtung zu lenken, in welche du auch auf dem Bildschirm schaust oder wie  im Spiel Assassin’s Creed Rogue mit der Pistole zielen und Gegner so exakt treffen zu können. Das Zielen geht so noch ein paar Millisekunden schneller und die Hand auf der Maus ist nur noch fürs Klicken zuständig.

Außerdem ist durch Eye Tracking auch „Immersive Graphics“ und „Immersive Sound“ möglich. Immersive Graphics heißt, dass das Spiel nur dort scharf angezeigt wird, wo du hinsiehst. Der Rest des Bildschirms hingegen ist leicht unscharf. So wird der natürliche Tiefenunschärfe-Effekt des menschlichen Auges nachgeahmt. Ähnlich funktioniert der Immersive Sound. Der Blick bestimmt die Stelle, von der die lauteren Geräusche kommen. Alles andere wird zu leiseren Hintergrundgeräuschen.

Unterstützung im Alltag

Noch nützlicher und fast schon unersetzbar ist die Eye-Tracking-Technologie für körperlich beeinträchtigte Personen. So ist es jemandem, der weder sprechen noch sich bewegen kann, Eye Tracking nutzen, möglich, sich mitzuteilen. Er „schreibt“ mit Hilfe der Augen einfach die Wörter und kann sie dann vom Computer laut vorlesen lassen.

Neben der Sprachausgabe ist aber auch die Steuerung von Geräten möglich. Nachrichten werden via Eye Tracking verfasst und anschließend von PC, Tablet oder Smartphone verschickt. Dies ermöglicht körperlich beeinträchtigten Menschen beispielsweise aktiv am Schulunterricht teilzunehmen, zu arbeiten oder Hobbys auszuüben.

Marktforschung

In der Marktforschung wird Eye Tracking eingesetzt, um beispielsweise Werbungen und Verpackungen zu analysieren. Der Blick des Konsumenten wird verfolgt und die Verweildauer auf einem Punkt gemessen. So kann ermittelt werden, wo zum Beispiel das Logo, ein Bild oder Werbetext am besten platziert ist. Auch die Anordnung der Produkte im Supermarkt kann durch Blickverfolgung optimiert werden.

Den Controller könnt ihr vielleicht bald aus der Hand legen.
Welches Produkt wo hinstellen? Eye Tracking in der Marktforschung. (Quelle: Tobii AB)
Den Controller könnt ihr vielleicht bald aus der Hand legen.

Die Zukunft des Gamings?

Die Steuerung durch Eye Tracking wird aber die Tastatur, Maus oder Controller beim Gaming wohl auch in Zukunft nicht vollständig ersetzen. Zum einen ist es sehr anstrengend, seine Augen ständig gezielt zu steuern, ohne mal Pause machen zu können. Zum anderen sind die Eye-Tracking-Gadgets auch noch relativ hochpreisig und somit nicht für jeden Hobbyspieler erschwinglich.

Allerdings bietet diese Technologie die Möglichkeit einer neuen Art des Spielens, bei dem die Augen aktiv am Spielgeschehen mitwirken. Vielleicht wird sich Eye Tracking auch bald in Kombination mit Virtual Reality im Spiele-Markt durchsetzen, zumindest gibt es schon erste vielversprechende VR-Brillen, die beides miteinander verbinden.

Habt ihr schon mal Eye Tracking ausprobiert und was ist eure Meinung zu diesem Thema und der Zukunft des Gamings? Hinterlasst uns gerne einen Kommentar!

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