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#erstmalverstehen: Wie funktionieren 360-Grad-Kameras?



Zugeordnete Tags #erstmalverstehen | Kamera | Fotografie

Google Street View, der Livestream des Unpacked-Event zum Samsung Galaxy S8 oder moderne Wohnungsbesichtigungen bieten eins: die Rundumansicht. 360-Grad-Inhalte liegen aktuell absolut im Trend. Das ist nicht weiter verwunderlich, zumal Zuschauer anhand solcher sphärischen Fotos sowie Videos einen umfangreicheren Eindruck erhalten und ein stärkeres Gefühl entwickeln, tatsächlich dabei zu sein.

Gut und schön, aber wie funktioniert eine 360-Grad-Kamera eigentlich? Die Antwort lest ihr jetzt.

360-Grad-Fotos mittels Fischaugenlinsen

Es gibt mehre Möglichkeiten 360-Grad-Inhalte aufzunehmen. Die aktuell gängigste Variante ist die Aufnahme über zwei Fischaugenobjektive. Diese Weitwinkellinsen nehmen dabei jeweils horizontal sowie vertikal einen Sichtbereich von 180 Grad auf. Platziert man zwei Linsen auf Vorder- und Rückseite einer Halterung werden so 360 Grad abgedeckt.

Möchtet ihr ein 360-Grad-Foto aufnehmen, schießt die Kamera gleichzeitig zwei Bilder, pro Linse eine Aufnahme. Mittels einer Software werden beide Fotos zu einem Rundumbild zusammengesetzt, ähnlich wie bei der Panorama-Funktion von Digitalkameras und Smartphones. Dieses Verfahren nennt man „Stiching“.

Das Zusammensetzen der Bilder ist recht aufwendig und benötigt daher relativ viel Rechenleistung. Es kann also passieren, dass euer Smartphone, Notebook oder PC, je nachdem „wer“ das Stiching übernimmt, erstmal Ruhe zum Arbeiten braucht.

Grenzen bei 360-Grad-Fotos

360-Grad-Kameras wie die LG 360 Cam setzen zwei Bilder zusammen.
Kollege André hat die LG 360 Cam getestet. Den Link findet ihr im Text.
Samsung Gear 360 (2017) bietet zwei Fischaugenlinsen.
360-Grad-Kameras wie die LG 360 Cam setzen zwei Bilder zusammen.

Ein häufiges Problem bei solchen Rundum-Aufnahmen ist jedoch, dass die Bildränder an denen die zwei Fotos miteinander kombiniert werden, deutlich sichtbar sind.

Auch bei der allgemeinen Bildqualität kommt es zu Einbußen. In den meist kompakt gehaltenen Gehäusen dieser 360-Grad-Kameras ist einfach kein Platz für leistungsstarke Linsen mit hoher Lichtempfindlichkeit und so weiter.

Letztlich bildet auch der Preis eine Grenze. Aktuell kosten 360-Grad-Kameras wie die LG 360 Cam, Samsung Gear 360 (2017) und Rico Theta S360 aus diesem Segment bis 350 Euro. Mehr Budget, mehr Leistung – das ist auch bei Rundum-Cams so.

Übrigens: Kollege André hat die LG 360 Cam zusammen mit dem LG G5 getestet. Zum Test geht’s hier lang.

professionelle Rundumaufnahmen

Professionelle 360-Grad-Aufnahmen lassen sich mit mosaikzentrierten Kameras kreieren, wobei mehr als nur zwei Linsen zum Einsatz kommen. Bei der Vuze 3D sind es beispielsweise acht, die Panono Explorer Edition bietet gleich 36 Objektive. Auch hier werden die Einzelbilder, wie ein Mosaic, über eine Software zusammengesetzt.

Durch die vielen Linsen und entstehenden Fotos sind in Aufnahmen von mosaikzentrierten Kameras mehr Bildinformationen enthalten. Damit ist die Bildqualität deutlich besser als bei Modellen mit lediglich zwei Fischaugenobjektiven. Auch Bildränder können dadurch besser kaschiert werden.

Die Vuze 3D bietet gleich 8 Linsen für detailliertere Rundumaufnahmen.
Für Naturaufnahmen eignen sich 360-Grad-Kameras besonders gut.
Auch Outdoor-Sport lässt sich mit 360-Grad-Kameras gut aufnehmen.
Die Vuze 3D bietet gleich 8 Linsen für detailliertere Rundumaufnahmen.

Von Virtual-Reality-Brillen & Cardboards

Eure Rundumaufnahmen könnt ihr ganz klassisch über euer Smartphone, Notebook oder euren PC anschauen. Den Blickwinkel verändert ihr einfach mit Maus, Touchpad, Pfeiltasten, über den Touchscreen oder wenn ihr das mobile Endgerät dreht und wendet.

Eine viel lebendigere Variante die 360-Grad-Inhalte anzuschauen bieten jedoch Virtual-Reality-Brillen wie die Zeiss VR One Plus, die Immerse von ThumpsUp! oder sogenannte Cardboards. Bei letzterem handelt es sich um eine Halterung aus Karton, die ihr euch selbst basteln könnt und dieselben Funktion erfüllt wie eine herkömmliche VR-Brille.

In die meisten VR-Brillen könnt ihr euer Smartphone einfach hineinklipsen. Danach startet ihr das 360-Grad-Video und setzt die Brille auf. Schaut ihr euch nun um, ändert ihr auch den Blickwinkel im Video. Ein paar empfehlenswerte 360-Grad-Videos habe ich euch mal aufgelistet:

Für Dokumentarfilme, YouTube & Privatanwender

360-Grad-Fotos und -Videos bieten kreative Möglichkeiten, Zuschauer stärker in das Geschehen mit hineinzuziehen – gerade für Dokumentarfilmer und YouTube-Influencer eine interessante Chance! Aber auch der normaler Nutzer kann seine alltäglichen Erlebnisse und seinen Urlaub auf ganz andere Weise Freunden und Familie präsentieren.

Wenn euch jemand fragt „Wie funktioniert eigentlich so ein 360-Grad-Apparat?“, dann habt ihr jetzt die passende Antwort. ;) Mehr #erstmalverstehen-Beiträge findet ihr im Cyberbloc.

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