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#erstmalverstehen: Wasser- vs. Luftkühlung im PC



Zugeordnete Tags #erstmalverstehen | PC | Grafikkarte

Beim Gaming oder Videoschnitt können PCs ganz schön heiß werden, auch wenn aktuelle Prozessoren immer weniger Strom benötigen. Damit die Hardware nicht kaputt geht und ordentlich arbeiten kann, muss sie gekühlt werden.

„Wasserkühlungen sind am besten für den PC.“, meinen da viele. Stimmt diese Aussage oder sind Lüfter mittlerweile nicht sogar sinnvoller? Wir klären, ob sich die Investition in eine Wasserkühlung lohnt und welche Vor- sowie Nachteile die beiden Kühlmethoden bieten.

So funktioniert die Luftkühlung

Um die Vor- beziehungsweise Nachteile eines Kühlsystems zu verstehen, müssen auch die Unterschiede in der Funktionsweise klar sein.

Die Luftkühlung erfolgt in zwei Schritten. Die zu kühlenden Komponenten übertragen ihre Hitze über Heatpipes, die meist aus stark wärmeleitendem Kupfer bestehen, auf einen Kühlkörper. Dieser ist aus Metall, genauer gesagt häufig aus Aluminium und setzt sich aus vielen einzelnen Lamellen zusammen. So wird eine große Oberfläche geschaffen, welche die Wärme des Kühlkörpers schneller an die Luft abgeben kann.

Nun setzt der zweite Schritt ein. Die Lüfter, die direkt am Kühlkörper sowie am Rand des Gehäuses angebracht sind, pusten die heiße Luft aus dem Inneren des PC-Gehäuses hinaus und schaffen somit Platz für nachströmende, kühlere Luft von außen.

Lüfter plus Kühlkörper aus fünf Heatpipes und vernickelten Aluminiumlamellen
Lüfter plus Kühlkörper aus fünf Heatpipes und vernickelten Aluminiumlamellen

So funktioniert die Wasserkühlung

Die Funktionsweise einer Wasserkühlung ist etwas komplexer. Hier wird die Wärme der Komponenten über einen Wasserkreislauf abtransportiert. Es gibt ebenfalls einen Kühlkörper am zu kühlenden Bauteil, allerdings wird Wasser durch Schläuche hingepumpt, dass dort die Hitze aufnimmt. Das warme Wasser fließt dann zu einem weiteren Kühlkörper, der ähnlich dem ersten ist, nur nicht mit einem Bauteil verbunden ist.

Dieser Kühlkörper wird Radiator genannt. Er nimmt die Hitze des Wassers auf und leitet sie an die Umgebungsluft weiter. Das gekühlte Wasser macht sich daraufhin wieder auf den Weg zur CPU beziehungsweise Grafikkarte. Kleinere Lüfter transportieren währenddessen die warme Luft um den Radiator nach außen.

Zusätzlich ist in den Kreislauf ein Ausgleichsbehälter eingebaut, der den Druck ausgleicht und das Befüllen mit Wassser sowie das Entlüften möglich macht. Da das Wasser nach einer gewissen Zeit verdunstet, muss der Wasserstand regelmäßig überprüft werden und gegebenenfalls Wasser nachgefüllt werden. Auch die Pumpe sollte regelmäßig kontrolliert werden.

Wer die nötigen Einzelteile nicht selbst zusammenbauen will, also keine Custom-Wasserkühlung nutzen möchte, findet für CPUs mittlerweile auch eine AiO-, also eine All-in-One-Wasserkühlung. Dabei sind die einzelnen Komponenten fest miteinander verbunden und lediglich der Radiator lässt sich auswechseln.

Der Aufbau einer Wasserkühlung (Quelle: pcmasters.de)
Der Aufbau einer Wasserkühlung (Quelle: pcmasters.de)

Kühlleistung & Optik: Die Vorteile der Custom- & AiO-Wasserkühlung

Für eine Wasserkühlung sprechen eindeutige Argumente. Wasser ist zum einen ein viel besseres Kühlmittel als Luft, da es eine deutlich höhere Wärmekapazität hat, also mehr Wärme pro Volumen aufnehmen kann. Zum anderen arbeitet die Kühlung meist leiser, da lediglich die Pumpe und der Lüfter des Radiators Geräusche verursachen.

Da Lautstärke und Kühlleistung der verschiedenen Kühlarten aber stark von der Beschaffenheit, Qualität sowie Positionierung der jeweiligen Einzelteile abhängen, möchte ich hier mehr auf andere Besonderheiten der Wasserkühlung eingehen.

Hier sind für viele weniger die Kosten, die sich meist auf 100 bis 1.000 Euro belaufen, der Zeitaufwand oder das handwerkliche Geschick wichtig, vielmehr stehen die Tatsache, dass die Kühlung eigens gebaut wurde, die individuellen Möglichkeiten sowie die Optik im Vordergrund. Durch die starke Kühlung könnt ihr höchste CPU-Taktraten erreichen und auch mehrere Grafikkarten sicher kühlen.

Eine AiO-Wasserkühlung ist mit einem geringeren Kosten- und Einbauaufwand verbunden. Trotzdem erhaltet ihr damit eine schöne Optik sowie eine hohe Kühlleistung. Die Kühlung ermöglicht durch ihre kompaktere Bauweise zudem einen leichten Zugang zum Mainboard und ihr tragt weniger Risiko, dass etwas falsch angeschlossen wurde. Diese Sicherheit ist auch wichtig, um den PC gefahrlos transportieren zu können. Ein Austausch der Komponenten ist aber nur schwer oder gar nicht möglich.

Eine AiO-Wasserkühlung ist einfacher zu installieren.
Eine AiO-Wasserkühlung ist einfacher zu installieren.

Preis & Montage: Die Vorteile der Luftkühlung

Warum eine Luftkühlung einbauen, wenn die Wasserkühlung doch effizienter ist? Dafür sprechen viele Gründe, allen voran natürlich der Preis. Die Luftkühlung ist aber nicht nur günstiger, auch in puncto Lautstärke sind vor allem neuere Lüfter fast auf Augenhöhe mit Wasserkühlungen. An deren Kühlleistung werden Luftkühlungen zwar nie ganz herankommen, jedoch ist die Kühlung für die meisten CPUs, Grafikkarten beziehungsweise Einsatzgebiete völlig ausreichend.

Weitere Vorteile sind, dass ihr weniger Zeit in die Steuerung und Überwachung der Kühlung investieren müsst und der Einbau einfacher von der Hand geht.

Welche Kühlung brauche ich?

Welche Kühlung du benötigst, hängt davon ab, wie viel Geld sowie Energie du in den Einbau stecken und welche Aufgaben du mit deinem PC bewältigen möchtest. Weitere Faktoren sind die Optik, der Wartungsaufwand sowie die Anzahl der Komponenten, die gekühlt werden müssen.

Für die meisten ist eine Luftkühlung wohl die beste Alternative, da der Energie-, Installations sowie Geldaufwand gering bleibt und die Kühlleistung trotzdem ausreichend ist.

Alle, die auf die Optik einer Wasserkühlung nicht verzichten, aber weniger als 200 Euro dafür ausgeben möchten, ist die AiO-Wasserkühlung gut geeignet. Ihr bekommt damit eine hervorragende Kühlleistung, braucht euch nicht um alle Einzelteile kümmern und der Einbau ist auch einfacher.

Wer leistungshungrige Games zocken, den PC für anspruchsvolle Anwendungen nutzen möchte und handwerklich begabt ist, kann sich über eine Custom-Wasserkühlung Gedanken machen. Diese hat die beste Kühlleistung und macht auch optisch einiges her, allerdings müsst ihr hierfür etwas tiefer in die Tasche greifen.

„Wasserkühlungen sind am besten für den PC.“ kann man also pauschal nicht so sagen. Sie sind vielleicht am leistungstärksten, jedoch haben auch die anderen Kühlungsmethoden ihre Vorzüge.

 

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