Lifestyle

#erstmalverstehen: Was sind IP-Schutzarten?



Zugeordnete Tags #erstmalverstehen | Smartphone | Smart Home

Die Urlaubssaison sitzt in den Startlöchern und für viele steht ein Strandbesuch auf der Agenda. Baden, Sonnen, Sandburgen bauen – und am besten noch ein Foto für Familie und Freunde schießen, um den Neidfaktor zu erhöhen.

Wer das mit seinem Smartphone erledigen möchte, sollte sich im Vorfeld darüber informieren, ob das eigene Mobiltelefon vor Staub und Wasser geschützt ist, um keine unangenehmen Überraschungen am Ende des Badeausflugs zu erleben. Zum Glück informiert euch darüber die IP-Schutzart.

Wozu benötige ich die IP-Zertifizierung?

Leuchten, Lautsprecher, SicherheitskamerasSmartphones und so weiter sind je nach Einsatzgebiet unterschiedlichen Witterungsbedingungen ausgesetzt. Für die Überwachung der Einfahrt sollte eine Kamera beispielsweise gegen Regen geschützt sein und der LED-Leuchtstreifen im Garten gegen Staub. Das Smartphone ist bei den meisten Usern immer griffbereit, sodass dieses potenziell in jeder Umgebung zum Einsatz kommen kann.

Hier gibt es zwei Begrifflichkeiten, die in diesem Zusammenhang öfters auftauchen: Schutzart und Schutzklasse. Aber Vorsicht: Schutzart ist nicht das Gleiche wie Schutzklasse. Letztere wird in drei Kategorien eingeteilt und informiert euch über die gegebenen Vorrichtungen eines technischen Geräts, die vor einem elektrischen Schlag schützen, der bei Berührung auftreten kann. Die Schutzart hingegen gibt an, für welche unterschiedlichen Umgebungsbedingungen Kamera, Leuchte und Smartphone geeignet sind.

Außenkameras sind zwangsläufig allen Wetterbedingungen ausgesetzt.
Auch das Smartphone muss so einiges vertragen im Alltag.
Außenkameras sind zwangsläufig allen Wetterbedingungen ausgesetzt.

Aufbau der Zertifizierung

Wenn ihr wissen möchtet, zu welchen Umweltbedingungen ihr eure Technik-Gefährten einsetzen könnt, dann lohnt sich also ein Blick auf die IP-Schutzart. Die Abkürzung „IP“ steht für „International Protecting Marking“ und wird nicht nur in der Unterhaltungselektronik angewendet, sondern zum Beispiel auch in der Automobilindustrie.

Angegeben wird diese Information anhand der Abkürzung „IP“ und einer darauffolgenden zweistelligen Ziffer. Die erste Zahl verrät euch den Schutz gegen Schmutz und Staub, die zweite gegen Wasser. Eine Lampe mit beispielsweise IP23 wäre gegen Fremdkörper größer gleich 12,5 Millimeter und fallendes Sprühwasser geschützt und demzufolge auch für den Einsatz im Außenbereich geeignet.

Übersicht der verschiedenen Schutzarten

Je nach Schutzart sind eure Geräte gegen Spritzwasser ...
... und vollständiges Eintauchen in klaren Wasser geschützt.
Je nach Schutzart sind eure Geräte gegen Spritzwasser ...

Die höchste Schutzstufe gegen feste Fremdkörper wird mit der 6, gegen Wasser wird der maximale Schutz mit der 8 gekennzeichnet. Das Samsung Galaxy S8 besitzt beispielsweise einen solchen umfassenden Schutz mit einer IP68-Zertifizierung.

Die komplette Einteilung über die verschiedenen Abstufungen und Bedeutungen findet ihr in der folgenden Übersicht:

Erste Kennzahl – Schutz gegen Staub und Schmutz:
0 – kein Schutz
1 –  feste Fremdkörper ≥ 50 mm
2 – gegen feste Fremdkörper ≥ 12,5 mm
3 – feste Fremdkörper ≥ 2,5 mm
4 – feste Fremdkörper ≥  1 mm
5 – Staub in schädigender Menge
6 – staubdicht

Zweite Kennzahl – Schutz gegen Wasser:
0 – kein Schutz
1 – Tropfwasser
2 – fallendes Tropfwasser (unter 15° Abweichung zur Senkrechten)
3 – fallendes Sprühwasser (unter 60° Abweichung zur Senkrechten)
4 – Spritzwasser von allen Seiten
5 – Strahlwasser
6 – starkes Strahlwasser
7 – zeitweiliges Untertauchen
8 – dauerndes Untertauchen

Hersteller-Einschränkungen: Lest die Packungsbeilage

Wer mit dem Smartphone tauchen möchte, benötigt besondere Schutzhüllen.
Wer mit dem Smartphone tauchen möchte, benötigt besondere Schutzhüllen.

Auch wenn Hersteller einen vollständigen Schutz gegen Wasser versprechen, weisen diese meistens auf Ausnahmen hin. Das Samsung Galaxy S8 zum Beispiel ist nur gegen dauerhaftes Untertauchen bis 1,5 Meter Wassertiefe für 30 Minuten geschützt. Außerdem gilt der Schutz nur in klarem Wasser, also kein Salzwasser oder anderen Flüssigkeiten.

Hier sei noch zusätzlich erwähnt: Viele Smartphones lassen sich unter Wasser selbst mit einer IP68-Zertifizierung nicht nutzen, da die Touchscreen-Eingaben nicht erkannt werden.

Wer also auf Nummer sicher gehen oder das Einsatzgebiet des Smartphones erweitern möchte, für den gibt es spezielle Schutzhüllen. Catalyst bietet beispielsweise für das iPhone 6 und 7 Gehäuse an, die bis zu einer Tiefe von 10 Meter wasserdicht sind. Alternativ könnt ihr eure Aufnahmen unter Wasser auch mit einer Action-Cam machen, die für längere Tauchgänge geeignet sind.

Solltet ihr vorhaben, euch in naher Zukunft ein neues Smartphone zuzulegen oder euren Garten mit neuen Leuchten zu gestalten, dann werft mal einen Blick auf die IP-Schutzart. So erkennt ihr blitzschnell, ob die Technik euren Ansprüchen und die eurer Umwelt genügt.

Weitere interessante Beiträge rundum unsere #erstmalverstehen-Kampagne findet ihr in unserem Cyberbloc. Viel Spaß beim Lesen!

RSS-Feed

Werde Autor!

Dieser Beitrag wurde von veröffentlicht.
hat bereits Artikel geschrieben.
Sei auch dabei: Werde jetzt Autor und teile dein Wissen!

Kommentieren

Schreibe einen Kommentar

avatar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*

Ähnliche Beiträge

#erstmalverstehen: Mini-PCs - Alternative zu Notebooks oder Tower-PCs?

Lifestyle

17.08.2017

 | Sarah Park

Bei all den mobilen technischen Geräten heutzutage sind herkömmliche stationäre Desktop-PCs scheinbar immer mehr in Vergessenheit geraten. Das ist, meiner Meinung nach, ziemlich schade, denn allen voran Mini-PCs bieten einige Vorteile... mehr +

#erstmalverstehen: Was sagt die Brennweite aus?

Lifestyle

10.08.2017

 | André Nimtz

An welches technisches Detail denkt ihr als Erstes, wenn Ihr euch die Kamera eures Smartphones vor Augen ruft? Wohl doch am ehesten an die Megapixel, denn die sind, wie uns jeder Hersteller glauben machen will, das A und O einer jeden guten... mehr +