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#erstmalverstehen: SD-Karten für Kamera, Smartphone & Tablet



Zugeordnete Tags #erstmalverstehen | Kamera | Speicherkarte

Beim Thema Speicherkarten hat die Technik-Welt eine Vielzahl an unterschiedlichen Bezeichnungen für Typ, Geschwindigkeitsklasse und so weiter zu bieten. Diese sollen eigentlich für Ordnung und eine gute Vergleichbarkeit sorgen, rufen jedoch oft eher Verwirrung und Unsicherheit hervor.

Wir erklären euch, was SD, SDHC, SDXC, Class 10 sowie UHS Class 3 bedeuten und wer besonders auf die Geschwindigkeit von Speicherkarten schauen sollte.

SD, miniSD oder microSD - Euer Typ?

Fangen wir mal mit den Grundlagen an. Speicherkarten gibt es in drei verschiedenen Typen. Als USB-Stick-Ersatz oder für Digitalkameras werden normale SD-Karten genutzt.

In Smartphones, Tablets und 2in1-Notebooks setzt man für gewöhnlich microSD-Karten ein. Diese und auch die entsprechenden Slots fallen um einiges kompakter aus, wodurch die Gehäuse der Geräte schlanker gebaut werden können.

Eine weiterer Typ ist die sogenannte miniSD, diese wird aber kaum noch genutzt. Wirklich gebräuchlich sind heutzutage eher die SD und microSD. Mit entsprechenden Adaptern könnt ihr ein micro-Modell auch in einen normalen SD-Kartenslot nutzen.

Insgesamt gibt es drei Typen: SD, microSD & miniSD
Mit Adaptern lassen sich microSDs auch in normale SD-Slots nutzen.
Insgesamt gibt es drei Typen: SD, microSD & miniSD

Kapazitätsklassen: SD, SDHX & SDXC

Diese unterschiedlichen Kartentypen gibt es in verschiedenen Kapazitätsklassen. Je nach Klasse unterscheiden sich das verwendete Dateisystem und die maximal unterstützte Speichergröße. SD bedeutet „Security Digital Standard“, SD-Karten werden im FAT16-Dateisystem formatiert und dürfen höchstens 2 Gigabyte groß sein.

Das reicht natürlich nicht für hochauflösende Fotos oder 4K-Videos aus, deswegen entwickelten Speicherkarten-Hersteller „Security Digital High Capacity“, abgekürzt SDHC und „Security Digital Extended Capacity“, kurz SDXC. SDHC-Karten bieten dabei eine Kapazität von bis zu 32 Gigabyte und als Dateisystem kommt FAT32 zum Einsatz.

SDXC ist die bisher neueste Weiterentwicklung, aktuell sind bis zu 512 Gigabyte große SDXC-Karten erhältlich, theoretisch möglich sind aber bis zu 2 Terabyte. Beim Dateisystem handelt es sich um exFAT. Auch bei den Kapazitätsklassen ist die älteste Form, die SD, schon fast ausgestorben und nur die aktuelleren SDHC und SDXC werden noch verkauft.

Aber nicht jedes technische Gerät unterstützt alle Kapazitätsklassen. Der Blick ins Datenblatt verrät euch, ob euer Smartphone oder eure Kamera eine microSDXC oder nur eine microSDHC unterstützt.

Solltet ihr diese Info dort nicht vorfinden, gibt euch die maximal mögliche Speichererweiterung einen Hinweis auf die Kapazitätsklasse. Unterstützt ein Smartphone zum Beispiel eine Erweiterung des internen Speichers um mehr als 32 Gigabyte könnt ihr davon ausgehen, dass dieses mit microSDXC-Karten kompatibel ist.

Geschwindigkeit: Class 10 = UHS Class 1

Class 10 steht für eine Schreibgeschwindigkeit von mindestens 10 MB/s.
Die Samsung-microSD bietet UHS Class 1, die SanDisk-SD Class 10.
Diese SD-Karte von Lexar Professional bietet sogar UHS-II.
Class 10 steht für eine Schreibgeschwindigkeit von mindestens 10 MB/s.

Diese Erweiterung der Speicherkarten-Standards hat neben der bloßen Erhöhung der möglichen Speichergröße auch noch weiteren Gründe. SDHC und SDXC bieten nämliche höhere Schreibgeschwindigkeiten.

Mit der SDHC-Kategorie wurden erstmals Geschwindigkeitsklassen eingeführt. Class 2 bietet dabei eine Mindest-Schreibrate von 2 Megabyte pro Sekunde, Class 4 ist mindestens 4 Megabyte pro Sekunde schnell und Class 10 ist mit 10 Megabyte pro Sekunde quasi die beste Kategorie. Auf der Speicherkarte wird diese Klasse zum großen Teil immer noch angegeben, die Klassenzahl ist dabei in einem runden „C“ eingefasst.

Nach SDHC kommt SDXC und damit auch neue Klassen für die Schreibrate. Das scheint in der Technik-Welt so üblich zu sein, ein neuer Standard kommt auf den Markt, sogleich werden neue Einheiten und Messkategorien erstellt. Bei SDXC-Karten sind es die UHS-Klassen, wobei die Abkürzung UHS für „Ultra High Speed“ steht. UHS Class 1 entspricht dabei der ursprünglichen Class 10, Karten mit dieser Einstufung schreiben also mit mindestens 10 Megabyte pro Sekunde.

SD-Karten mit UHS Class 3 bieten sogar eine Schreibrate von mindestens 30 Megabyte pro Sekunde. Die UHS-Klasse erkennt ihr an der Zahl mit dem „U“ drumherum.

Hier wird es ein wenig kompliziert, denn es gibt neben UHS-I auch noch UHS-II. Letztere steht dabei für noch bessere Schreibgeschwindigkeiten von bis zu 260 Megabyte pro Sekunde. Ob eure Karte UHS-I oder UHS-II unterstützt erkennt ihr an der römischen Ziffer, neben der Kapazitätsklasse.

Schnelle SD-Karten für Fotografen

Schnelle SD-Karten sind vor allem für Profi-Fotografen wichtig.
Auch wenn ihr gerne 4K-Videos aufnehmen wollt, solltet ihr lieber auf...
... eine SD-Karte mit UHS Class 3 greifen.
Schnelle SD-Karten sind vor allem für Profi-Fotografen wichtig.

Eine hohe Schreibgeschwindigkeit ist besonders für Fotografen wichtig, die gerne viele hochauflösende Aufnahmen schnell hintereinander schießen wollen. Vor allem die RAW-Dateien, die von Profi-Fotografen bevorzugt genutzt werden, können bis zu 30 Megabyte pro Bild groß sein. Die Speicherkarte muss also schnell genug sein, um große Dateien richtig abspeichern zu können. Dieselbe Anforderung gilt für 4K-Videos.

Bei der Speichergröße müsst ihr nicht unbedingt zur größt-möglichen Kapazität greifen. Hier kommt es wirklich auf den Anwendungszweck an. Fotografen, die RAW-Aufnahmen bevorzugen, oder Filmer, die in 4K drehen möchten, sollten sich eher für eine höhere Kapazität ab 64 Gigabyte entscheiden.

Für die Speichererweiterung beim Smartphone, Tablet oder 2in1-Notebook empfehlen sich 16 bis 64 Gigabyte große microSDHC- und microSDXC-Karten. Das sollte für Fotos, Musik und Videos ausreichen. Wer sein Smartphone gerne als kleine externe Festplatte nutzen möchte, kann natürlich auch zur 128-Gigabyte-Karte greifen.

Speicherkarten kaufen klingt leicht

Eine Speicherkarte zu kaufen, das klingt erstmal leicht. In Wirklichkeit gibt es aber einiges zu beachten und manchmal muss man sich erstmal durch den technischen Kauderwelsch von Geschwindigkeitsklassen kämpfen, um herauszufinden, welche die richtige SD-Karte  für einen selbst ist.

Alle Infos zu den wichtigen Aspekten einer Speicherkarte habt ihr aber nun und somit sollte eurem nächsten SD-Karten-Kauf nichts im Weg stehen. ;) Mehr #erstmalverstehen-Beiträge ebenfalls mit spannenden Themen rundum die Technik findet ihr im Cyberbloc.

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