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#erstmalverstehen: Schnelles Internet auf dem Smartphone - so geht's



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Man möchte nur kurz etwas auf dem Smartphone nachsehen, aber die Seite lädt einfach nicht. Das ist zeit- und vor allem nervenraubend. Damit euch so etwas in Zeiten von LTE und WLAN-ac nicht mehr passiert, erklären wir euch, was ihr tun müsst, um unterwegs, aber auch zuhause schnell und entspannt surfen zu können.

GPRS, EDGE & UMTS - die Mobilfunktechnologien vor dem Jahr 2010

GPRS, EDGE, UMTS und LTE – das sind die verschiedenen Mobilfunknetze, über die ihr mehr oder weniger schnell surfen könnt. GPRS, das ihr als „G“ auf dem Smartphone sehen könnt, wurde um das Jahr 2000 etabliert und bietet eine Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 55 Kilobit pro Sekunde. Das entspricht in etwa dem gedrosselten Internet, das ihr nutzen könnt, wenn euer Datenvolumen aufgebraucht ist. Der Download eines zwei Megabyte großen Fotos dauert dabei circa eine halbe Minute.

Der Mobilfunk-Standard EDGE – häufig als „E“ auf dem Smartphone angezeigt – funkt mit bis zu 260 Kilobit pro Sekunde und nutzt das Netz von GPRS. Beide Technologien funktionieren durch die Versendung einzelner Datenpakete. EDGE schafft es aber, mehr Pakete in der gleichen Zeit zu verschicken und zu empfangen als GPRS.

Ein völlig neues Mobilfunknetz wurde mit UMTS 2004 für alle verfügbar. Wenn ihr in diesem Netz seid, erkennt ihr das an einem „3G“ auf eurem Smartphone. Hier sind Übertragungsraten von bis zu 384 Kilobit pro Sekunde möglich, allerdings wird je nach Land und Anbieter auf einem anderen Frequenzband gefunkt. Beispielsweise unterstützen europäische Smartphones häufig nur Frequenzen von 900 und 2.100 Megahertz. Das kann dazu führen, dass ihr damit in Amerika kein schnelles Internet mehr habt, da die meisten Anbietern dort bei 850 und 1900 Megahertz funken.

Mit LTE schneller unterwegs

4G, also LTE, bietet oft höhere Übertragungsgeschwindigkeiten als der heimische DSL-Anschluss. Mit 4G sind bis zu 100 Megabit pro Sekunde im Downstream möglich, mit 4G+, dem sogenannten LTE Advanced sogar bis zu einem Gigabit pro Sekunde.

Wie schnell ihr aber tatsächlich surfen könnt, hängt von mehreren Faktoren ab. Da wäre zum einen der Stand des Netzausbaus am eigenen Standort. Dieser ist für LTE schon weiter fortgeschritten als für UMTS, weswegen sich die Möglichkeit einer LTE-Nutzung auch bei Verträgen lohnt, die auf eine maximale Geschwindigkeit von 21,6 Megabit pro Sekunde begrenzt sind. In Regionen, in welchen kein UMTS verfügbar ist, kann dann nämlich auf das 4G-Netz ausgewichen werden anstatt auf das langsamere GPRS.

Ein weiterer Faktor ist die Anzahl anderer Nutzer in der Funkzelle. Funkzellen sind wabenförmige Gebiete, die unterschiedlich groß sind und eine bestimmte Anzahl an darin befindlichen Endgeräten mit Netz versorgen kann. In Städten sind sie kleiner und können teilweise nur ein paar Häuser oder einen Bahnhof umfassen, während sie in ländlichen Gegenden einen Durchmesser von mehreren Kilometern haben können. Eine LTE-Funkzelle kann bis zu 200 aktive Nutzer fassen. Je mehr es sind, desto langsamer ist das Internet, je weniger, desto schneller.

Außerdem hängt die Geschwindigkeit natürlich auch vom Netzbetreiber und vom gewählten Tarif ab. Hier sind Schwankungen zwischen völlig ungedrosselten einem Gigabit pro Sekunde bis hin zu maximal 7,2 Megabit pro Sekunde möglich.

Aktuell erreichen die Netzbetreiber schon ca. 90% bis 95% der Deutschen mit LTE.
Aktuell erreichen die Netzbetreiber schon ca. 90% bis 95% der Deutschen mit LTE.

Mit WLAN-ac auch zuhause flüssig streamen

WLAN 802.11ac, kurz WLAN-ac, ist seit Dezember 2013 der aktuelle Standard zum kabellosen Übertragen von Daten an Notebooks, Smartphones und Co. Der Vorgänger davon ist der WLAN-n-Standard, der es auf Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 450 Megabit pro Sekunde schafft, die praktisch aber so gut wie nie zu erreichen sind, da meist zu wenig Antennen im Empfänger oder Sender verbaut sind und die Frequenz, auf der gesendet wird, häufig überlastet ist.

WLAN-ac übertrumpft diese Geschwindigkeit aber ohnehin mit bis zu 1.300 Megabit pro Sekunde. Um diese Schnelligkeit nutzen zu können, müssen aber sowohl der Router als auch das Endgerät den WLAN-ac-Standard unterstützen. Euer Notebook könnt ihr mithilfe einer Steckkarte nachrüsten, bei Smartphone oder Tablet gibt es diese Lösung nicht. Allerdings können so gut wie alle neueren mobilen Endgeräte über diesen Standard kommunizieren, beispielsweise auch schon das 2014 erschienene iPhone 6.

Mit dem richtigen Router ist sowohl WLAN-ac als auch LTE-Funk möglich.
Mit dem richtigen Router ist sowohl WLAN-ac als auch LTE-Funk möglich.

LTE & WLAN-ac sind die Lösung

Wenn ihr also nicht mehr in eine Situation kommen wollt, bei der Seiten ewig laden, solltet ihr einen WLAN-ac-fähigen Router und ein Smartphone besitzen, das diesen Standard ebenfalls unterstützt.

Für unterwegs ist es wichtig, einen LTE-Tarif mit hohen Übertragungsraten zu wählen und zu hoffen, dass in der Funkzelle, in der ihr euch gerade befindet, nicht schon zu viele Endgeräte aktiv sind. Dann kann es höchstens noch in wenigen ländlichen Regionen zu niedrigeren Geschwindigkeiten kommen, aber auch das wird stetig besser. Bis 2018 wollen die Netzbetreiber das 4G-Netz deutschlandweit komplett ausgebaut haben.

Und noch ein Tipp vor allem für die Regionen, in denen der DSL-Ausbau noch nicht so weit fortgeschritten ist, dafür aber LTE-Funk vorhanden ist: Mit dem richtigen Internet-Vertrag und einem LTE-Modem kann man die hohe 4G-Geschwindigkeit auch zuhause bequem nutzen.

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