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#erstmalverstehen: Schlafanalyse bei Fitness-Trackern



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Die Gesundheit eines Menschen hängt von vielen Faktoren ab. Der Schlaf ist dabei ein ganz entscheidender Aspekt, denn während dieser Ruhezeit regeneriert sich der Körper, speichert Gelerntes ab und wehrt sich gegen Krankheitserreger.

Beim Schlaf ist aber nicht nur das „wie viel“ entscheidend, sondern auch das „wie“. Wer seine Schlafqualität genau erfassen möchte, der greift heutzutage zum Fitness-Tracker oder zur Smartwatch. Wie dieses Tracking funktioniert und warum es sinnvoll ist, euren Schlaf zu dokumentieren, erfahrt ihr jetzt.

Schlafphasen: Leicht, Tief & REM

Der Mensch verbringt zwei Drittel seines Lebens mit Schlafen.
Dabei durchläuft der Mensch mehrere Schlafzyklen.
In der Tiefschlafphase erholt er sich am meisten.
Der Mensch verbringt zwei Drittel seines Lebens mit Schlafen.

Aber zuerst ein paar Grundlagen: Wie lange sollte ein Mensch eigentlich schlafen? Ein Erwachsener benötigt im Schnitt 7 bis 9 Stunden Schlaf. Kinder und Jugendliche sollten sich 8 bis 10 Stunden aufs Ohr hauen, Babys sollten 14 bis 17 Stunden schlafen.

Wie ihr bereits von diesem Beitrag wisst, ist das Hormon Melatonin für euren Tag-Nacht-Rhythmus und damit für eure Müdigkeit verantwortlich. Vom Einschlafen bis zum Aufwachen „durchschlaft“ ihr vier bis sechs Zyklen, die aus mehreren Phasen bestehen.

In der Leichtschlafphase entspannen sich die Muskeln, die Hirnaktivität wird heruntergefahren und eure Augen bewegen sich kaum. Körperliche Bewegungen können dennoch ab und zu auftreten. In der darauffolgenden Phase schlaft ihr tief und fest, deswegen auch der Name „Tiefschlafphase“. Während dieser Zeit erholt sich Körper sowie Geist am meisten und die Bewegungsaktivität nimmt stark ab.

Anschließend setzt die sogenannte REM-Phase ein. „REM“ steht dabei für „rapid eye movement“, also schnelle Augenbewegungen, die in diesem Zeitraum vermehrt auftreten. Körperlich bewegt ihr euch, wie in der Tiefschlafphase, eher weniger. Im Gegensatz dazu nimmt die Gehirnaktivität zu, der Puls schlägt schneller und auch der Blutdruck steigt. Ihr träumt in dieser Phase am meisten und verarbeitet die Ereignisse des Tages.

Wie tracken Wearables meinen Schlaf?

Mit Hilfe von Puls- & Bewegungssensor erfasst Fitness-Tracker...
...oder Smartwatch eure Schlafqualität & -dauer.
Mit Hilfe von Puls- & Bewegungssensor erfasst Fitness-Tracker...

In diesem Cyberbloc-Beitrag habe ich euch erklärt, dass das Tracking in Wearables bestimmte Sensoren übernehmen. Bei der Schlafanalyse ist das nicht anders, der Fitness-Tracker greift auf die von Bewegungs- sowie Pulssensor gesammelten Daten zurück und kombiniert diese miteinander.

Die Unterscheidung zwischen Leichtschlaf- und Tiefschlaf- beziehungsweise REM-Phase fällt durch die unterschiedliche Bewegungsaktivität in den Zeiträumen (Leichtschlafphase: leichte Bewegungen, Tiefschlaf- und REM-Phase: kaum Bewegungen) recht einfach. Schwieriger wird es zwischen REM- und Tiefschlafphase zu unterscheiden. Hier hilft der Pulsmesser weiter, der die erhöhte beziehungsweise sich schnell verändernde Herzfrequenz während der REM-Phase erkennt.

Des Weiteren sind Wearables oft lernfähig, das heißt: Je länger ihr den Tracker tragt, desto mehr Daten werden gesammelt und desto besser erkennt das Gadget eure Schlafmuster. So wird die Analyse mit der Zeit präziser.

Nicht jeder kann REM-Tracking

So erfassen Fitness-Tracker und Smartwatches nicht nur die Länge eures Schlaf, Einschlaf- sowie Aufwachzeitpunkte, sondern auch eure Schlafphasen. Aber Achtung: Nicht jedes Wearable ist in der Lage, die Phasen so präzise zu unterscheiden.

Bei Trackern ohne Pulsmesser kann immerhin zwischen Leicht- und Tief- beziehungsweise REM-Phase unterschieden werden. Wearables mit beiden Sensoren sind theoretisch zum REM-Tracking fähig, allerdings ist hier die Software entscheidend. Ist diese nicht für die Erfassung der Phasen ausgelegt, so werden euch natürlich auch keine REM-Phasen angezeigt.

Fitbit gehört zu den Herstellern, die eine solche Funktion bei einer Auswahl seiner Wearable-Modelle als erstes zur Verfügung stellt. So können Fitbit Alta HR, Charge 2 und Blaze seit April 2017 REM-Phasen erkennen.

Ein zu 100 Prozent genaue Erfassung des Schlafs kann ein Fitness-Tracker aber nicht bieten. Dies können annähernd nur sogenannte Schlaflabore, in denen zusätzlich zu Bewegung, Atmung, Herzschlag noch die Hirnaktivität gemessen wird.

Wozu benötige ich das Schlaftracking?

Aber wozu das alles? Eigentlich steht die Antwort schon im zweiten Satz dieses Beitrags: Schlaf ist einfach ungemein wichtig für euch, eure Leistungsfähigkeit, Gesundheit und für eure Laune. Jeder, der schlecht geschlafen hat, kennt dieses Leistungstief, das während des darauffolgenden Tags fast dauerhaft einsetzt.

Auf Basis eurer Schlummerdaten könnt ihr euch auf die Suche nach Störfaktoren eures Schlafes gehen und ihn so optimieren. Schlaft ihr zu wenig? Weckt das Haustier euch immer in der REM-Phase auf? Ist euer Schlaf unruhig? Testet verschiedene Temperatur- und Helligkeitsstufen und prüft, wie sich das auf euren Schlaf auswirkt.

Abschließend sei noch gesagt: 4 Stunden lang gut zu schlafen ist besser als 8 Stunden schlechter Schlaf. Moderne Technologie hilft euch dabei euren Schlaf zu verbessern. Mehr #erstmalverstehen-Beiträge zu weiteren spannenden Technik-Themen findet ihr im Cyberbloc.

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