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Xperia XZ: Das neue Sony-Flaggschiff im Test



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Bereiche

Bewertung
Licht & Schatten
4

 Pro

  • Attraktives Design
  • Gute Ausstattung
  • Hohes Arbeitstempo
  • Sehr gutes Display
  • Android 7.0 verfügbar
  • Gute Kameraleistung bei Tageslicht

 Contra

  • Altbackenes Software-Design
  • Kamera schwächelt oft
  • Flacher Klang
  • Durchschnittlicher Akku

Ein bisschen traurig stimmte mich die Entwicklung meiner einst heiß geliebten Xperia-Z-Serie schon. Das Design veränderte sich seit dem Z1 kaum, die technischen Details gingen im Bestfall mit der Zeit und zum Schluss musste sich das klassische Z5 zwischen dem gelobten Z5 Compact und dem ansatzinnovativen Z5 Premium verstecken.

Daher war ich ganz erleichtert zu sehen, dass das Xperia XZ endlich ein paar neue Design-Akzente ins Sony-Premium-Segment bringt. Rein technisch gibt sich das Smartphone zwar erneut klassentypisch, allerdings versteht Sony seine im XZ verbaute Kameratechnologie als Kampfansage, auf der der gesamte Fokus liegt. Damit punktet das Phone zumindest schon bei dem Aspekt, der mir aktuell besonders am Herzen liegen. Ein Test ist also Pflicht.

Lieferumfang

Überraschend kompakter Karton, überschaubarer Inhalt

Das Xperia präsentiert sich im äußerst kompakten Karton.
Der Lieferumfang gibt sich ungewöhnlich überschaubar.
Standard-Zubehör: Ohrhörer mit zusätzlichen Polstern & Clip
Das Ladekabel in zwei Teilen
Das Xperia präsentiert sich im äußerst kompakten Karton.

Ziemlich handlich kommt die Verpackung des Xperia XZ daher und suggeriert mit Design und Farbgebung eher jugendlichen Lifestyle als Luxus. Als Erstes im Karton begrüßt mich dabei natürlich das Smartphone, unter dem sich das Zubehör verbirgt. Das wiederum gibt sich fast schon aufs Wesentlichste reduziert: Neben dem Ladekabel in zwei Teilen liegen nur noch ein paar In-Ears nebst zwei Paar Ohrpolstern in unterschiedlicher Größe sowie ein Halte-Clip bei. Ach ja, eine sehr kurze Kurzanleitung und ein Garantie-Blättchen sind natürlich ebenfalls im Karton.

Optik & Haptik

Das Design gefällt

Das Sony Xperia XZ ...
... zeigt sich im ansprechenden neuen Design.
Der SIM-Slot lässt sich ohne Tool öffnen.
SIM-Abdeckung
Die rückseitige Kamera nebst Blitz
Kopfhörer-Anschluss
Power-Button mit Fingerabdruck-Sensor, Lautstärkewippe, Kamera-Knopf
Der USB-Port Typ-C
Alles in allem ein sehr stimmiges & ansprechendes Design
Das Sony Xperia XZ ...

Mit 161 Gramm ist der 5,2-Zöller nicht gerade das Leichtgewicht unter den Smartphones. Dennoch liegt das Xperia XZ sehr angenehm in der Hand, was vor allem dem überarbeiteten Design geschuldet ist. Die Ecken des Phones sind sowohl Display- als auch rückseitig abgerundet, sodass keine harten Kanten zu spüren sind. Das gefällt mir ausnehmend gut.

Allgemein wird das Design selten und dann sehr elegant von Hardware-Komponenten unterbrochen. Lautstärkewippe und Kamera-Auslöser geben sich in sehr flacher Bauweise mit gutem haptischen Feedback, der Power-Button ist in den Rand eingelassen und birgt gleichzeitig den obligatorischen Fingerabdrucksensor in sich. An der Oberkante gibt es dann noch den Kopfhörer-, an der Unterkante den USB-C-Anschluss. Rückseitig wartet das Xperia mit der Hauptkamera nebst Blitz auf. So gesehen macht das in sich geschlossene Design einen sehr guten Eindruck.

Im Übrigen habe ich mich für den Test für die Farbvariante Forrest Blue entschieden, die optisch sehr ansprechend gelungen ist. Der Farbton ist hell genug, um als Blau erkennbar zu sein, driftet aber nicht ins Pastellige oder Kitschige ab. Und im Übrigen #2: Den Schlitten für die SIM-Karte kann ich ohne eigenes Tool entfernen, sodass ich jederzeit bequem an SIM und microSD heran komme. Das finde ich schon einmal sehr sympathisch, da ich ein großer Freund Tool-freier Bedienung aller Smartphone-Elemente bin.

Display

Full HD der Spitzenklasse

Das Display beeindruckt aus jedem Blickwinkel.
Das Display beeindruckt aus jedem Blickwinkel.

Ein wenig verwundert es schon, dass oben und unten über dem Display des Sony Xperia XZ ein ordentlich breiter Rand prangt. Dafür muss sich die Bildqualität des Smartphones selbst keinerlei Vorwürfe machen lassen. Auf Quad-HD verzichtet das Panel und bringt stattdessen völlig ausreichende 1.920 mal 1.080 Pixel mit. Die geben ein brillantes Weiß und ein tiefes Schwarz wieder und überzeugen auch bei Kontrasten und Farben in jeder Hinsicht.

Die maximale Helligkeit liegt auf absolut vorzeigbarem Niveau und lässt mich auch beim Außeneinsatz im Tageslicht noch alles gut erkennen. Von Schwächen bei der Blickwinkelstabilität ist ebenso keine Spur, sodass es richtig Spaß macht Games, Filme, Bilder und Co. auf dem Sony-Display zu genießen. Hier zeigt sich einmal mehr die tiefgreifende Expertise von Sony, wenn es um Bildschirme geht.

Software

Android 6 ab Werk & das altbekannte Design

Als Software bringt das Xperia XZ Android 6.0.1 mit und ist damit leider nicht mehr ganz zeitgemäß aufgestellt. Optisch erinnert mich die Oberfläche sehr an mein 3,5 Jahre altes Xperia Z1, was mich nicht mehr wirklich anspricht. Homescreen, Icons und App Drawer haben wenig Aktuelles, nur die neuen Features von Android 6 sowie ein paar moderne optische Gimmicks wie der neue Lock-Screen wurden drübergebügelt. Alles in allem könnte die Sony-Software eine grundlegende und tiefgreifendere Auffrischung vertragen.

Frisch im Vergleich zu meinem Z1 ist allerdings der Fingerabdrucksensor, der bei Sony im Power-Button verbaut ist. Nach der initialen Einrichtung reagiert der Sensor zuverlässig und fehlerfrei und avanciert auf Grund der clever gewählten Position schnell zur Login-Methode Nummer 1.

Bloatware-seitig könnte das Xperia etwas sparsamer daherkommen. Ob Xperia Lounge, AVG Protection, diverse Kamera-Effekt-Anhängsel oder weitere Sony-Anwendungen wie die PlayStation-App: Es ist schon recht viel Unnützes an Bord, was ich nicht wirklich als Speicherplatz-Blocker benötige.

Update: Kurz vor Ende meines Tests überraschte mich das Xperia mit guten Nachrichten: Das gut 1 Gigabyte große Update auf Android 7.0 steht zur Verfügung. Nach dem recht langwierigen Installationsprozess steht mir so auch das aktuelle OS zur Verfügung, das sich optisch kaum verändert hat, aber einige sinnvolle Features wie die Multi-Window-Unterstützung für die simultane Nutzung zweier Apps sowie erweiterte Energie-Optionen mitbringt. Sicherlich kein schlechtes Argument für das Sony-Smartphone.

Hardware

Überragend flottes Smartphone

AnTuTu bestätigt Höchstleitung.
AnTuTu bestätigt Höchstleitung.

32 Gigabyte interner Speicher, 3 Gigabyte Arbeitsspeicher, Vier-Kern-Prozessor Snapdragon 820 – das klingt grundlegend erst einmal ganz okay. Was das Sony Xperia XZ allerdings draus macht, ist beeindruckend. Zunächst das Benchmark: Bei AnTuTu setzt sich das Xperia locker unter die Top 10 und begeistert mit gewaltigen 143.742 Punkten.

In der Praxis macht sich das ebenso bemerkbar, denn das XZ manövriert absolut flott und verzögerungsfrei durch App-Screens und Load-Prozesse. Auch vor anspruchsvollen Spielen geht das Smartphone nicht in die Knie, von den klassischen Anwendungen wie Google Drive, Kamera-Software oder diversen Web- und Social-Media-Diensten ganz zu schweigen. Lediglich beim Systemstart des Smartphones an sich könnte alles etwas schneller gehen.

Neben den inneren Werten überzeugt das Sony-Phone bei den aktuellen Verbindungsstandards. Der USB-Anschluss kommt mit Typ-C, LTE, NFC und Bluetooth 4.2 sind ebenso an Bord. Beim WLAN verzichtet das Smartphone seltsamerweise auf den Standard ac, hier haben Galaxy S7 und iPhone 7 die Nase vorn.

Kamera

Die Kamera, die angeblich alles kann

Die Kamera-Software lässt Profi-Features vermissen ...
... und kommt altbekannt daher.
Tageslichtaufnahme mit guten Farbwerten & Detail
Detailansicht, 100 Prozent
Bei einigen Tageslicht-Schnappschüssen mit der überlegenen Automatik ...
... werden deutliche Mängel offenkundig.
Stimmen die Bedingungen hingegen ...
... schafft das Smartphone detailreiche Bilder.
Das Xperia XZ nutzt bei Low Light das verfügbare Licht maximal aus ...
... kann aber bei genauerem Hinsehen nicht überzeugen.
Die Kamera-Software lässt Profi-Features vermissen ...

Kein anderes Feature steht beim Xperia XZ – wie könnte es 2016 auch anders sein – mehr im Fokus als die Haupt-Kamera. Prädiktiver Laser-Autofokus und RGBC-Infrarotsensor sind dabei nur zwei Schlagworte, die für Aufregung sorgen sollen. Wie viel ihr davon in der Praxis erwarten könnt, schauen wir uns jetzt an.

Zunächst ein Wort zur Kamera-Software: Auch die ist wieder einmal auf klassischem Xperia-Niveau. Von Profi-Settings ist wenig zu sehen. Zwar wirft die Software mit der ein oder anderen Option um sich, erreicht aber dabei nie den Grad an Professionalität, wie sie zum Beispiel das Huawei P9 garantiert. Wer Dateien im RAW-Format speichern möchte sucht dabei ebenso vergebens wie Freunde langer Belichtungszeiten über 1 Sekunde.

In der Praxis schlägt sich die 23-Megapixel-Knipse ganz wacker, was vor allem dem sehr schnellen Fokussieren und Auslösen sowie der sehr guten Farb- und Kontrastleistung des Sensors geschuldet ist. Zu den besten Ergebnissen komme ich dabei nach wie vor mit dem manuellen Modus und nicht mit der prahlerischen überlegenen Automatik. Neben den Fotos schafft die Kamera übrigens auch ansehnliche 4K-Videos.

Bildqualität

Die Bildqualität im Detail

Im manuellen Modus ...
... kann ich bessere Ergebnisse erzielen.
Bei Gegenlichtaufnahmen kann das Sony-Smartphone punkten ...
... und auch die Detailzeichnung fällt akzeptabel aus.
Mit etwas Detailarbeit in den Einstellungen ...
... schafft das Xperia dennoch starke Aufnahmen.
Der prädiktive Autofokus versagt bei Low Light total ...
... und kann auch bei besseren Lichtbedingungen in Alltagssituationen ...
... nicht die gewünschten Ergebnisse liefern.
Die Leistung des Selfie-Cam geht in Ordnung.
Im manuellen Modus ...

Die Qualität der Bilder überzeugt auf dem Smartphone-Screen ohne Einschränkung, am Notebook hingegen zeigen sich einige Schwächen

Zunächst aber die Stärken:

1. Bei Tageslicht gelingen beeindruckend scharfe und kontrastreiche Aufnahmen.

2. Gegenlicht-Aufnahmen erzeugen eine tolle Stimmung bei ordentlichen Details.

3. Selbst bei Low Light nutzt das Sony Xperia XZ jedes bisschen Licht für überraschend helle Aufnahmen.

Aber wo Licht ist, ist auch Schatten:

1. Selbst bei guten Lichtverhältnissen fallen einige Aufnahmen übermäßigem Rauschen und Detailarmut zum Opfer.

2. Low-Light-Bilder sind im Detail meist qualitativ unzureichend.

3. Der hoch gelobte prädiktive Autofokus berechnet laut Sony, wohin sich ein Objekt bewegt und stellt dann auf den Punkt scharf, wo sich das Objekt beim Auslösen befindet. Das klappt in der Alltags-Praxis so gut wie nie bei Tageslicht und liefert bei Low Light erschreckende Ergebnisse.

So gesehen fand ich die Kamera-Leistung beim Blick aufs Smartphone zwar überzeugend, bei genauerem Hinsehen allerdings offenbarten sich einige Schwächen.

Eine Selfie-Cam gibt es übrigens und selbstverständlich auch und die löst mit 13 Megapixeln sehr hoch auf. Die Ergebnisse sind gut bis sehr gut, sodass die Kamera für Schnappschüsse allemal taugt. Einmal mehr allerdings stellt sich bei mir das Gefühl ein, dass die Sensoren mit der Masse der Pixel nicht uneingeschränkt zurechtkommen.

Sound

Guter Telefon-Klang, flache Audio-Wiedergabe

Es soll ja immer noch Menschen geben, die mit einem Smartphone auch telefonieren möchten. Spaß beiseite, mit dem Xperia XZ seid ihr dank LTE schonmal empfangstechnisch gut aufgestellt. Und auch der Klang beim Telefonieren konnte während des Tests durchweg überzeugen. So habe ich mein Gegenüber selbst bei etwas lauteren Umgebungsgeräuschen stets gut verstanden, ebenso wurde ich fast ausnahmslos klar und deutlich übertragen.

Ein kleines Müh weniger deutlich kommt der Audio-Klang des Lautsprechers bei der Medien-Wiedergabe daher. Dass Bass fehlt, ist klassentypisch. Allerdings kann das Sony-Smartphone bei der maximalen Lautstärke nicht mit der teils auch deutlich günstigeren Konkurrenz mithalten. Ebenso erscheint der Klang gern mal zu flach und blechern, um richtig zu überzeugen. Klar, Musik hört man ohnehin nur per Kopfhörer oder angeschlossenem Bluetooth-Speaker. Schade ist es für das 609 Euro teure Smartphone dennoch.

Akku

Ein Akku mit Sony-typischer Ausdauer

Zu guter Letzt möchte ich noch einen Blick auf den Akku des Sony-Smartphones werfen. Das Xperia XZ kommt mit 2.900 Milliamperestunden daher und setzt damit keine wirklichen Maßstäbe. In der Praxis hält das Phone bei alltäglicher Nutzung inklusive ein bisschen Surfen hier, ein Gelegenheits-Game da und drei Dutzend Fotos rund um die Uhr zirka einen ganzen Tag durch. Der gute alte Stamina-Modus ist auch wieder an Bord und hilft, Strom zu sparen.

Beim Laden lernt das Sony Xperia übrigens mit der Zeit dazu, was die Akku-Lebensdauer verlängern soll. So analysiert die Software, wann und wie lang geladen wird, und optimiert dabei die Geschwindigkeit des Aufladens. Dadurch hat das XZ zwar weiterhin einen eher durchschnittlichen Akku, punktet aber im Hintergrund mit dem ein oder anderen sinnvollen Software-Feature.

Fazit

Leistungsstarkes Smartphone, aber nicht der große Wurf

Aus dem Test des Sony Xperia XZ gehe ich mit gemischten Gefühlen hervor. Eigentlich möchte ich dieses Smartphone toll finden, war ich doch schon seit dem Xperia Z1 Fan der Sonys. Aber das Ergebnis ist für meinen Geschmack zu durchwachsen. So stehen auf der Haben-Seite das tolle Display, eine beeindruckend rasante CPU-Performance und nicht zuletzt das sehr schöne, neue Design samt attraktiver Farbgebung in dunklem Blau. Auch dass das Telefon bereits im Test-Zeitraum ein Update auf Android 7.0 erhielt, muss als Positivum aufgeführt werden.

Weniger überzeugt haben mich im Gegenzug das kaum veränderte Design der Software, die sichtbaren Schwächen der hoch gelobten Kamera und die eher durchschnittliche Akku-Ausdauer. Ebenso ist beim Klang noch Luft nach oben. So bleibt letztlich das unschöne Gefühl, dass die aktuell 609 Euro, die das Smartphone aufruft, nicht gerechtfertigt sind. Im direkten Vergleich liefern leistungstechnisch etwas schwächere Phones wie das LG G5 oder das Huawei P9 bessere Gesamtpakete bei deutlich attraktiverem Preis. Für die 4-Sterne-Wertung reicht es gerade so.

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