Tests

Withings Activité Pop im Alltags-Test



Zugeordnete Tags Wearable | Fitness | Produkttest
Bereiche

Bewertung
Guter Tracker in mäßigem Design
3,5

 Pro

  • Analoge Fortschrittsanzeige
  • Lange Batterielaufzeit
  • Gute Tracking-Funktionen
  • Sehr gute App
  • Wecker
  • Wasserdicht

 Contra

  • Katastrophales Unboxing
  • Kleine Verarbeitungsschwächen
  • Withings-Konto erforderlich
  • Einige App-Features unnötig
  • Gelegentlich etwas ungenau
  • Gewöhnungsbedürftiges Design

Alle Jahre wieder steht ein guter Vorsatz ganz oben auf meiner Mal-schauen-ob’s-diesmal-klappt-Liste für das neue Jahr: Fitness und regelmäßiger Sport. Zugegeben, dieses Jahr hat er es nicht auf Platz 1 geschafft, dafür habe ich mir an Stelle von Heftchen und Fitness-Videos einen technischen Leidensgefährten ausgesucht, der mich hoffentlich mehr motiviert: den Fitness-Tracker Activité Pop von Withings.

Im Stile eines analogen Zeitmessers entspricht die Activité Pop ganz gut meinen Vorstellungen eines gelungenen Hybriden aus Uhr und Tracker. Dabei punktet der Fitness-Helfer von Withings darüber hinaus mit einer analogen Fortschrittsanzeige und einer übersichtlichen App im Hintergrund, die alle wesentlichen Work-out-Daten dokumentiert. Was der gut 140 Euro teure Fitness-Tracker wirklich kann, soll der Alltags-Test zeigen.

Unboxing

Unboxing als Gedulds- & Fitness-Übung

Schicke & irgendwie "sportliche" Box ...
... mit zahlreichen Infos
Unboxing nur mit Gewalt
Selbst ans Zubehör ...
... komme ich nur schwer ran.
Schicke & irgendwie "sportliche" Box ...

Ansehnlich ist die Box ja schon, die die Withings Activité Pop präsentiert, und sie wirkt irgendwie frisch, modern und sporty – auch wenn das Blau des mir zur Verfügung gestellten Testobjektes eigentlich nicht so ganz mein Geschmack ist. Aber hey, auf die Funktionen kommt es an und die nehme ich am besten nach dem Unboxing in Augenschein. Wenn ich denn nur an die Uhr rankäme.

Schritt 1 – das Offensichtliche: Ich löse die Verklebungen links und rechts an der Plastik-Abdeckung und entferne diese. Schritt 2 – Verwunderung: Nichts bewegt sich mehr und die Box gibt keinerlei Hinweise, wie ich die Uhr löse. Schritt 3 – Gewaltanwendung: Eigentlich müsste ich jetzt den Pappträger der Uhr zerreißen, aber bei einem Testprodukt geht das leider schlecht. Also zerre ich am blauen Innenleben der Box, bis es vom Boden losreißt.

Von unten kann ich nun zumindest das Uhrenarmband öffnen und die Activité Pop so entnehmen. Ans Zubehör komme ich allerdings immer noch nicht ran. Dazu muss ich das weiße Schächtelchen, um das das Wearable gebunden war, entfernen. Auch das geht nur mit Gewalt oder massiver Feinmotorik. Die Belohnung ist lediglich ein kleines Metallplättchen zum Resetten und Öffnen der Uhr.

An der Stelle muss ich schon sagen: Wenn ein Unboxing so verläuft, habe ich eigentlich schon keine Lust mehr aufs Produkt. Ich will die Verpackung nicht gewaltsam zerlegen müssen, um an den Inhalt heranzukommen. Das fängt nicht allzu gut an.

Verarbeitung

Gute Materialwahl, annehmbare Verarbeitung

Uhr & Zubehör
Kompakt & leicht
Armband mit Metallverschluss
Uhr & Zubehör

Die Withings Activité Pop zeigt sich auf den ersten Blick als analoge Armbanduhr mit üblichem Uhrenglas, Metall-Gehäuse und Kunststoffarmband. Dem Namen „Pop“ folgend fällt das Äußere der Withings ziemlich bunt, dem Plastik-Zeitalter verschrieben und auch ein stück weit sportlich aus. Die Verarbeitung geht in Ordnung, wenngleich gerade am Übergang von Uhrenglas zu Gehäuse leichte Verarbeitungsschwächen zu erkennen sind.

Das Armband wirkt robust genug für den alltäglichen Work-out-Einsatz, allerdings macht es keinen übermäßig langlebigen Eindruck. Zum Glück kann ich das Band bei Bedarf sehr leicht wechseln. Last but not least möchte ich noch ein Wort zu den beiden Ziffernblättern verlieren. Beide kommen mit kleinen hellgrauen Zeigerchen und ohne große Ziffernblatt-Details daher. Dadurch wirken sie minimalistisch, aber ausreichend. Was mir dabei sehr gut gefallen hat: Die analoge Fortschrittsanzeige hält mich über meine täglichen Schritt-Fortschritte auf dem Laufenden. Da entfällt der ständige Blick aufs Smartphone.

App

Bequeme App-Installation & gute Synchronisierung

Nach der App-Installation folgt die Synchronisation ...
... die nicht auf Anhieb klappt.
Wenige Versuche später ist die Activité Pop verbunden.
Konto-Einrichtung & Registrierung
Persönliche Daten
Die Uhr ist eingerichtet.
Nach der App-Installation folgt die Synchronisation ...

Wie bei jedem anderen Fitness-Tracker so ist auch bei der Activité Pop die zugehörige App mindestens die halbe Miete. Mit der „Health Mate“-App hat Withings hier keine schlechte Software auf die Beine gestellt, die ich mir nach dem Unboxing gleich aufs Smartphone ziehe. Installationsschwierigkeiten auf meinem Sony Xperia Z1 gibt es nicht, die Kopplung mit der Tracker-Uhr hingegen braucht ein paar Anläufe, bis die Pop schließlich von der App gefunden wird. Dennoch soweit alles gut, das haben größere Namen schon deutlich schlechter hinbekommen.

Bevor ich die App nutzen kann, muss ich allerdings noch ein Withings-Konto eröffnen. Für mich ist das zwar immer der Moment, an dem ich stutze und mich frage, warum ich zur Registrierung beim Hersteller gezwungen werde. Auf der anderen Seite ist diese Registrierung Voraussetzung für einige nette App-Funktionen. Ob’s diese Hürde wirklich braucht, darf Withings meiner Meinung nach aber gern noch einmal überdenken.

Sind alle Einrichtungs-Unwegsamkeiten überwunden, präsentiert sich eine gute, moderne und übersichtliche App, die Daten aus den verschiedensten Bereichen dokumentiert und mit einigen Partner-Anwendungen wir „Nike+ FuelBand“ oder „MyFitnessPal“ kompatibel ist. Daten wie Schritte, Schlafrhythmus und Co. laufen dabei aus der Uhr selbst ein, andere Werte wie Blutdruck, Herzfrequenz und Gewicht kann ich zumindest in der App dokumentieren. Allerdings erschließt sich mir nicht ganz, warum ich hier eine Menge Daten pflegen soll, die mir die Uhr nicht liefern kann.

Ein nettes Gimmick möchte ich an dieser Stelle noch erwähnen: Wer andere Withings-Nutzer kennt, kann mit ihnen in direkte Konkurrenz treten. Die „Health Mate„-App bietet hierfür eine Rangliste, die die Leistungen aller vernetzten User abgleicht und so noch mehr Ansporn zum Work-out generieren möchte. An sich keine schlechte Idee, sofern denn der Freundeskreis auf Withings setzt und man selbst genug Ehrgeiz dafür hat. Mir war’s im Test ehrlich gesagt egal.

In der Praxis

Die Withings Activité Pop im Alltag

Blutdruckwert ...
... Herzfrequenz ...
... und Gewicht misst die Uhr nicht.
Einstellung des Schrittziels
App-Menü
Alles im Überblick
Auch zu anderen Apps ist "Health Mate" kompatibel.
Schlaftracking
Blutdruckwert ...

Das Erste, was der Activité Pop im Alltag widerfuhr, war die aufbrausende Verwunderung im Freundeskreis. „Was ist das denn?“ hieß es. „Die sieht ja nicht besonders hochwertig aus“, wurde verlautbart. Eindruck schindet das Wearable also schon einmal nicht unbedingt. Ich selbst hatte mit der Zeit ganz gut vergessen, was ich da am Handgelenk hatte, denn die Uhr ist einerseits angenehm leicht und komfortabel zu tragen. Andererseits sorgt die Knopfzelle im Inneren dafür, dass ich nicht alle paar Tage an die Ladestation muss.

Die analoge Uhr und der dazugehörige Schrittzähler werkeln ebenso souverän vor sich hin und gleichen sich beim Bluetooth-Kontakt mit meinem Smartphone automatisch und meist recht verlässlich ab. Hin und wieder braucht es drei bis vier Anläufe, bis die gelaufenen Schritte in die App übertragen werden. Das kann ich aber ganz gut verschmerzen, im Gegenzug finde ich es sehr angenehm, dass die Uhr die kompletten Tageswerte speichert und ich nicht ständig synchronisieren muss.

Die Werte an sich treffen die Realität meist zu 90 Prozent. Hin und wieder fehlen ein paar dutzend Schritte, die sich im Laufe des Tages zu einigen hundert aufsummieren dürften. Unschön, allerdings besser, als wenn der Tracker zu viele Schritte zählen würde. Ich nehme es einfach mal als zusätzlichen Ansporn hin. Die Schlafphasen laufen ebenfalls zuverlässig ein und die Daten geben angemessen Aufschluss über den nächtliche Rhythmus. Und damit der Schlaf nicht zu abrupt endet, bringt die Activité Pop einen sanften Wecker per Vibration mit, der per App eingestellt wird auch ganz gut funktioniert. Das Brummen am Handgelenk war allerdings während des ganzen Tests nicht mein Fall.

Zuletzt noch ein Wort zum Schwimm-Tracking: Leider konnte ich den Einsatz im Schwimmbad nicht wie geplant testen, also muss ich Withings die Tauglichkeit der Uhr dahingehend erst einmal glauben. Wasserdicht ist sie jedenfalls, wie ich unter der Dusche feststellen konnte und auch die üblichen Alltags-Verschmutzungen am Armband lassen sich gut wieder abwaschen.

Fazit

Guter Tracker mit kleineren Schwächen

Ich muss es an dieser Stelle noch einmal sagen: Die Withings Activité Pop in Blau ist und bleibt Design-technisch nicht mein Fall. Die Activité Steel oder Sapphire träfe da wohl eher meinen Geschmack – dafür aber auch meinen Geldbeutel recht hart. Denn das muss ich der Pop zugestehen: Für aktuell 139 Euro erhaltet ihr eine ansprechende Kombi aus analoger Uhr mit Fortschrittsanzeige und vielseitigem Tracker.

Positiv fand ich an der Pop vor allem die bequeme Einrichtung, die moderne „Health Mate„-App, die eben erwähnte Fortschrittsanzeige und die guten Tracking-Funktionen. Weniger überzeugt haben mich hingegen die teils recht preiswerte Verarbeitung, das katastrophale Unboxing, der Registrierungs-Zwang und die hin und wieder auftretenden kleinen Schwächen bei Synchronisierung und Zählung. Das Thema Design erwähne ich nicht noch einmal. Letzten Endes wäre die Withings Activité Pop nicht meine erste Wahl, wenn es wieder einmal um gute Vorsätze geht. Das ist aber auch zu einem großen Teil meinem Geschmack geschuldet.

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