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Sennheiser Momentum In-Ear G Ohrhörer im Soundcheck



Zugeordnete Tags Sennheiser | Kopfhörer | Test
Bereiche

Bewertung
Ausgewogen & elegant
4,5

 Pro

  • Ausgewogener Klang & beste Sound-Leistung bei jedem Genre
  • Angewinkelte Ohrhörer für besonderen Tragekomfort
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Stabiles Transport-Etui
  • Umfangreiches Zubehör

 Contra

  • Hakelige Leise-Taste
  • Telefonie-Sound noch nicht optimal

HD 414. Hinter diesem kryptischen Kürzel verbirgt sich nichts Geringeres als der Grundstein der Kopfhörer-Erfolgsgeschichte von Sennheiser. Denn als die deutschen Sound-Profis 1968 den ersten offenen Kopfhörer der Welt präsentierten, boten sie eine klangstarke und komfortable Alternative zu all den geschlossenen Modellen, die schnell Kultstatus erreichte und mit über 10 Millionen Exemplaren zum weltweit meistverkauften Kopfhörer avancierte.

Heute ist Sennheiser aus der Audio-Landschaft nicht mehr wegzudenken und liefert von Sport-In-Ear über Gaming-Headset bis DJ-Kopfhörer ein breites Portfolio, das Budget und High-End gleichermaßen umfasst. Für den alltäglichen Multimedia-Einsatz rückt sich hier vor allem die Momentum-Serie in den Vordergrund, die mit besonders elegantem, hochwertigem Design und ausgewogenem Klang Sound-Connaisseure aller Genres in ihren Bann ziehen will. Ob das gelingt, will ich am Sennheiser Momentum In-Ear G testen. Unterziehen wir also die derzeit 99,- Euro teuren Ohrhörer einem ausgiebigen Soundcheck.

Lieferumfang

Wow-Effekt #1: das Unboxing

Kleiner, aber eleganter Karton ...
... mit allen Infos zu wesentlichen Features ...
.. und der Bauweise des Momentum In-Ear G
Im Karton: Transport-Schatulle, 2 Paar Ohrpolster, Garantie-Infos
Schon das Transport-Etui rockt.
Insgesamt liegen sogar vier paar Ohrpolster bei.
Ordnung im Etui
Träger-Unterseite: Stauraum für die Klinke & ein paar Polster
Kleiner, aber eleganter Karton ...

Die Verpackung des Sennheiser Momentum ist an sich schon etwas, was im Store meine Aufmerksamkeit auf sich lenken würde. Neben ansprechenden Ohrhörer-Shots schmökere ich hier schon einmal durch Bauweise, Frequenzband-Abdeckung, Kompatibilität und Tastenbelegung der Steuereinheit. 2 Jahre Garantie werden hier auch bereits angekündigt, was eine robuste Bauweise vor allem an den üblichen, Bruch-anfälligen Stellen nahelegt.

Im Karton finde ich ein Plastik-Tray, das wiederum ein kleines schwarzes Etui trägt. Darunter offenbart sich ein Quick und Safety Guide sowie zwei Paar Silikon-Ohrpolster in verschiedenen Größen. Beim Blick in das sehr robuste Etui entdecke ich eine „Kabeltrommel“, die auch als Tray für die Ohrhörer und die Steuereinheit dient. Beides ist fest ins Tray eingerastet, während die Ohrhörer selbst mit einem dritten Paar Polster bestückt sind.

Nehme ich die „Kabeltrommel“ aus dem Etui, finde ich auf der Rückseite des Trays den 3,5-Millimeter-Klinkenstecker sowie ein viertes Paar Polster, das auf zwei Halterungen befestigt ist. An der Stelle muss ich schon einmal gestehen: Ich bin rundum begeistert. Nicht nur, dass die Ohrhörer garantiert die passenden Polster gleich dabei haben. Nein, ich nehme bei Bedarf immer ein zweites Set Polster bequem mit und verstaue die Ohrhörer unterwegs knick- und Beschädigungs-sicher im Etui – eine hervorragende Vorstellung.

Erscheinungsbild

Wow-Effekt #2: Optik & Verarbeitung

Farbgebung in Scharz, Rot und Silber
Omnipräsent: das Sennheiser-Logo
Rundum kompakt & hochwertig verarbeitet
Die Kabelgabelung ist gut geschützt.
Farbgebung in Scharz, Rot und Silber

Die Momentum-Ohrhörer von Sennheiser sind auch rein optisch ein Highlight: Aus dem schwarzen Flachkabel gehen schwarz-rote Stränge für die beiden Klanggeber hervor. Am rechten Stang befindet sich auf etwa halber Höhe der Controller für Lautstärke, Skipping und Anruf-Annahme sowie das Mikrofon zum Freisprechen. Die 16 Gramm leichten In-Ears selbst sind in Weinrot, Schwarz und Edelstahl-Silber gehalten und wirken durchweg edel. Besonderer Clou: Die Ohrhörer sind um zirka 15 Grad geknickt und passen sich dem Ohrkanal an.

Ebenso, wie die Ohrhörer beim modern-ansprechenden Design begeistern, überzeugen sie auch bei der Verarbeitung. Der 3,5-Millimeter-Klinkenstecker schließt im rechten Winkel an das Kabel an, wobei das Kabelende durch eine besonders kräftige Gummi-Ummantelung gegen Kabelbruch geschützt ist. An der Stelle, an der sich das Kabel teilt, schützt eine kurze Plastikröhre vor Schäden.

Am Ohrhörer selbst wird das Kabel durch eine kleine Plastiköse geführt, die verhindert, dass das Kabel direkt am Eingang zum Hörer abknickt. Auch hier wirkt der Momentum Kabelbruch entgegen. Die In-Ear-Elemente selbst zeigen sich außen aus robustem Plastik, während die Innenkonstruktion mit hochwertigem Edelstahl aufwartet. Alles in allem ist der In-Ear G so gesehen schon einmal sein Geld wert und vermittelt das gute Gefühl, dass er nicht so schnell physischen Defekten zum Opfer fallen wird.

Alltagstauglichkeit

Wow-Effekt #3: Tragekomfort & Funktionsvielfalt

Sennheiser Momentum: leicht & angenehm
Sennheiser Momentum: leicht & angenehm

Dank leichter Bauweise und abgeknicktem Design sitzen die Momentum In-Ears perfekt, vor allem, wenn ich vorher aus dem reichhaltigen Zubehör die richtige Polster-Größe gewählt habe. So machen sich die Ohrhörer schon bald gar nicht mehr bemerkbar und begleiten mich stundenlang durch den Alltag. Das Kabel behält dabei über den ganzen Testzeitraum hinweg seine Form und verfitzt nicht. Allerdings muss ich es vor dem Hören ordentlich unter meiner Jacke verlegen, damit es während des Laufens nicht an Reißverschluss, Knöpfen oder Ähnlichem reibt. Diese Reibung überträgt sich sonst deutlich hörbar an die Ohrhörer.

Auch die Steuereinheit hat mich im Test funktional überzeugt. Klar, ich muss zunächst einen Musik-Player auf meinem Sony Xperia Z1 Smartphone starten, bevor ich irgendetwas steuern kann. Danach jedoch bestimme ich über den Laut- und den Leise-Taster die Lautstärke, starte und stoppe über die dazwischen liegende Taste die Wiedergabe, skippe zum nächsten Titel oder nehme Anrufe entgegen beziehungsweise beende sie. Damit habe ich alles Nötige stets zur Hand. Als einziges Manko hierbei – zumindest bei meinem Testmodell – erweist sich der Leise-Taster, der nicht das gleiche haptische Feedback gibt wie der Laut-Taster. Er hängt gelegentlich etwas und lässt ein verlässliches Feedback vermissen.

Klang

Wow-Effekt #4: hervorragend-ausgewogenes Klangbild

Was ein In-Ear natürlich vor allem können muss – gerade in diesem Preisbereich – ist uneingeschränkt empfehlenswerter Klang. Für die Sennheiser-Ohrhörer ist das ein Leichtes, denn sie bieten ein über alle Frequenzbereiche hinweg klares, ausdrucksstarkes und differenziertes Sound-Bild. Von 15 bis 22.000 Hertz und durchweg durch alle Genres begeistert mich der In-Ear G.

So genieße ich Soundtrack-Perlen wie John Williams‘ „Sayuri’s Theme“ mit schmachtenden Violinen und waberndem Streicherteppich, als säße ich mitten im Orchester. Ein Ausflug in die Trance-Archive fördert Blank & Jones mit „Mind of the Wonderful“ zu Tage, das mir der Momentum mit hämmernden Bässen und sphärischen Flächen perfekt zum Vortrag bringt. Doch auch in der Progressiv-Alternative-Schiene mit Garagenband-Ambiente fühlen sich die Sennheiser-Ohrhörer zuhause und geben mir zum Beispiel Karnivools „We Are“ mit grummelig-sattem Bass und glasklaren Höhen wieder. Das lässt bei mir keinerlei Klangwünsche offen, sodass mich das rundum ausgewogene Sound-Ambiente ein ums andere Mal beeindruckt.

Je nach Musik-Lautstärke nehme ich dabei von meiner Umwelt nicht mehr viel wahr, belästige aber auch niemanden mit Rest-Sound aus dem Tongeber. Die In-Ears schließen (logischerweise) hervorragend ab und schicken den Sound genau dahin, wo er die meiste Wirkung entfalten kann. Ich muss zugeben, dass ich selten so fasziniert in die Tiefen vermeintlich lang bekannter Songs abgetaucht bin. Der Momentum hat mich schlichtweg fasziniert.

An dieser Stelle möchte ich auch noch ein Wort über die Telefonie-Funktion verlieren. Im Test erwies sich der Klang der Ohrhörer beim Telefonieren als passabel, aber ausbaufähig. Mein Gegenüber allerdings verstand mich ganz ordentlich. Anrufe nehme ich per Steuer-Einheit an, die auch das Mikrofon für die Sprach-Übertragung beinhaltet. Nach beendetem Gespräch lege ich ebenso einfach per Knopfdruck wieder auf. Das alles zeichnet die In-Ears sicherlich nicht alleinstellend aus, macht die Nutzung der Ohrhörer aber auch beim Telefonieren alles in allem recht angenehm.

Fazit

Ein beeindruckendes Ohrhörer-Erlebnis

Ich muss zugeben, einen Ohrhörer für gut 100,- Euro hätte ich im Geschäft wohl wieder ins Regal gestellt, doch jetzt, da ich den Sennheiser Momentum In-Ear G testen durfte, weiß ich deren Wert mehr als zu schätzen. Hier bekommt der geneigte Musik-Genießer mehr als genug fürs Geld, angefangen beim stattlichen Lieferumfang inklusive vier Ohrpolster-Sets und praktischem Transport-Etui. Mein Wow-Erlebnis setzte sich bei der durchweg tadellosen Verarbeitung und nicht zuletzt dem hervorragend-ausgewogenen Klang fort, der jedes getestete Genre zum Genuss macht. Die angewinkelten Ohrhörer und der dadurch optimale Tragekomfort runden das Gesamtpaket ab.

Kritik kann ich hingegen nur auf hohem Niveau üben. So zeigte sich die Bedienung des Leise-Tasters als etwas hakelig und auch der Klang beim Telefonieren könnte noch besser sein. Das in der Steuereinheit verbaute Mikrofon macht dagegen wieder einen souveränen Job. Alles in allem bin ich von den Momentum In-Ear G Ohrhörern durchweg angetan und ich kann es Sennheiser darüber hinaus nur zugute halten, dass es die Momentum sowohl in Android-spezifischer als auch in iOS-abgestimmter Bauweise gibt. Wer also gute Ohrhörer – auch als Ergänzung für sein Smartphone – sucht und sich nicht vor der Investition von derzeit 99,- Euro scheut, fühlt sich bei Momentum sicher bestens aufgehoben.

 

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