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Seagate FireCuda SSHD im Test



Zugeordnete Tags Festplatte | Seagate | Produkttest
Bereiche

Bewertung
Großer Speicher mit guter Performance
4,5

 Pro

  • Hohe Speicherkapazität
  • Geringe Geräuschentwicklung
  • Sehr gute Preis
  • Gutes Preis-Leistungsverhältnis

 Contra

  • Nicht für dünne Notebooks geeignet

Nachdem ich mittlerweile schon drei verschiedene NAS– bzw. DAS-Systeme genauer unter die Lupe genommen habe, die ihr euch hier, hier und hier anschauen könnt, geht es mir nun zur Abwechslung mal um eine einzelne Festplatte, die sonst in den Speichersystemen integriert ist. Die Bezeichnung „Festplatte“ ist übrigens für mein Testgerät nur zum Teil zutreffend, da es sich bei der FireCuda von Seagate um eine SSHD handelt – also, eine Kombination aus schneller SSD und herkömmlicher HDD. Was dies genau bedeutet und welche Vorteile eine solche Zusammensetzung bringt, lest ihr jetzt.

Technische Daten

Was hast du zu bieten, FireCuda von Seagate?

Beginnen wir zunächst mit einem Überblick über die technischen Daten. Die FireCuda-SSHD verfügt über das typische 3,5-Zoll-Festplattenformat für Desktop- und TowerPCs und bietet einen SSD-Speicher mit 8 Gigabyte und eine HDD mit 2 Terabyte Kapazität.

Um die Festplatte in euren PC zu integrieren, steht ein SATA-3- bzw. SATA-6-GB/s-Anschluss zur Verfügung, der für Schreibraten von bis zu 600 Megabyte pro Sekunde sorgt.

Gerade Gamer (siehe Video) sollten bei diesen Spezifikationen hellhörig werden, denn diese versprechen schön kurze Ladezeiten für PC-Spiele. Auch der normale Nutzer wird sich über das schnelle Hochfahren seines PCs freuen. Aber nun erkläre ich euch erstmal, die Vor- und Nachteile von HDDs, SSDs und SSHDs.

HDD

Die herkömmliche Festplatte

Bisher gab es die „Hard Disk Drive„, kurz HDD oder auch einfach Festplatte genannt, welche nahezu in jedem PC oder Notebook verbaut wurde. Diese besteht aus sich mechanisch drehenden Scheiben sowie einem Lese- bzw. Schreibkopf, der die Daten verarbeitet. Durch die „Stapelung“ mehrerer Scheiben kann sehr viel Speicherplatz, aktuell bis zu 10 Terabyte, erzeugt werden.

Leider sind die mechanischen Komponenten jedoch auch der Grund, warum Festplatten relativ groß, schwer und vor allem laut sind. Die recht langsamen Schreib- und Leseraten sowie die hohe Zugriffszeit sind aber wohl die größten Nachteile einer HDD. Die Schreib- und Lesegeschwindigkeiten steigen zwar mit der Größe der Festplatte, jedoch liegen diese meist trotzdem nur zwischen 50 und 150 Megabyte pro Sekunde.

Ausnahmen hiervon sind die sehr großen 10-Terabyte-Festplatten, welche durch die großen Scheibenanzahl und die parallelen Lesevorgänge an den 600 Megabyte pro Sekunde kratzen können. Mit Preisen von über 400 Euro pro Stück ist dies jedoch ein teures und relativ lautes Vergnügen.

Die FireCuda SSHD bietet eine 2 Terabyte große HDD.
Die FireCuda SSHD bietet eine 2 Terabyte große HDD.
SSD

Die schnelle und lautlose SSD

Deutlich moderner sind SSDs bzw. „Solid State Drive„, welche auch immer beliebter werden. Dabei handelt es sich wie bei Speicherkarten um Flash-Speicher, der Daten rein elektronisch liest und schreibt. Da hier kein mechanisch drehendes Bauteil zum Einsatz kommt, werden weder Geräusche erzeugt, noch ist großes Gehäuse notwendig.

Der größte Vorteil sind jedoch die Lese- und Schreibgeschwindigkeiten. Aktuelle SSDs erreichen Raten von bis zu 2,5 Gigabyte pro Sekunde im Lesebereich. Der Hauptgrund dafür, dass SSD-Speicher aber noch nicht den Weg in jedes NAS gefunden haben, ist der Speicherplatz, der mit durchschnittlich 256 Gigabyte recht klein ausfällt.

Die aktuell größten SSDs bieten zwar eine Speicherkapazität von bis zu 4 Terabyte, jedoch sind diese mit knapp 1400 Euro quasi unbezahlbar. Realistisch sind dagegen noch SSDs mit einem Terabyte, aber diese sind kaum schneller als die genannten 10 Terabyte großen HDDs, wodurch sich ein Kauf kaum lohnt.

Den meisten Anklang finden daher aktuell 512 Gigabyte große SSDs für Notebooks oder PCs, die vom Preis-Leistungsverhältnis noch am meisten überzeugen, jedoch für ein NAS oder größerer Projekte unbrauchbar sind. Abgesehen davon, dass die meisten HDDs ohnehin in keinem modernen Notebook mehr Platz finden, sind Geräuschentwicklung und Schreibgeschwindigkeiten, die 5 bis 20-fach unter der SSD liegen ein großer Kritikpunkt.

Bei einer SSD fehlt das mechanisch drehende Bauteil.
Dadurch ist die SSD leiser als eine herkömmliche HDD.
Bei einer SSD fehlt das mechanisch drehende Bauteil.
SSHD

Die Lösung liegt dazwischen

Dennoch gibt es Nutzer, welche bei stationären PCs oder NAS-Systemen nicht auf Speicherplatz verzichten können und selbstverständlich die höchstmöglichen Datenübertragungsraten realisieren möchten. Bis es bezahlbare SSDs mit ausreichender Kapazität gibt, ist der beste Kompromis: eine SSHD, wie zum Beispiel die Seagate FireCuda SSHD mit 2 Terabyte Speicher.

Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich dabei um einen Hybrid aus einer herkömmlichen HDD mit viel Speicher und einer SSD mit hohen Datenraten. Die Software der FireCuda SSHD ist so aufgebaut, dass bei Schreibvorgängen die Daten zunächst auf die 8 Gigabyte große SSD zwischengespeichert, und wenn der Datenzugriff nachlässt auf die HDD auslagert werden.

Außerdem versucht die Software anhand einer definierten Logik bestimmte Daten direkt auf der HDD zu speichern, während andere oft benutzte Daten auf der SSD verbleiben. Dies ermöglicht einen deutlich schnelleren Datenzugriff bei gleichzeitig hoher Speicherkapazität. Besonders bei Festplatten bis 2 Terabyte, die nicht über viele einzelne Speicherscheiben verfügen, macht sich die im Inneren verbaute SSD deutlich bemerkbar.

Statt wie üblich mit 80 bis 150 Megabyte pro Sekunde schreiben zu können, erlangt man bei der Seagate FireCuda SSHD nun Schreibraten von circa 180 Megabyte pro Sekunde bei einem sehr guten Preis von 109 Euro für 2 Terabyte. Als Vergleich bietet sich hier die Seagate BarraCuda mit 2 TB an, welche mit bis zu 150 Megabyte pro Sekunde schreibt und aktuell 76 Euro kostet.

Mit der FireCuda-SSHD erreicht ihr gute Schreib- und Leseraten.
Mit der FireCuda-SSHD erreicht ihr gute Schreib- und Leseraten.
Fazit

Fazit & Empfehlung

Wem die reine Performance einer HDD nicht genügt, jedoch nicht auf Speicherplatz verzichten möchte und dabei auch kein Loch in seine Geldreserven reißen möchte, für den ist die Seagate FireCuda SSHD der richtige Kompromiss.

Eine recht leise arbeitende Festplatte mit zusätzlichen 8 Gigabyte großen SSD-Cache, der sich selbst verwaltet und somit die Geschwindigkeit deutlich erhöht. Besonders beim Start des Betriebssystems oder bei der Nutzung von Anwendungen hilft der schnelle Speicher enorm weiter. Aus den genannten Gründen kann ich eine klare Kaufempfehlung für die Seagate FireCuda SSHD geben.

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