Tests

QNAP TS-251A-4G NAS & Seagate IronWolf HDDs im Test



3
Zugeordnete Tags NAS | Seagate | Produkttest
Bereiche

Bewertung
Gute Ausstattung & Performance mit leichten Schwächen
4,5

 Pro

  • sehr schneller Prozessor
  • ausreichend viel RAM
  • gute Ausstattung
  • leichter Festplatten-Einbau
  • Nutzung als Mediaserver am TV

 Contra

  • Preis
  • keine Vibrationsdämpfung
  • nicht sehr einsteigerfreundlich

Vor kurzem habe ich euch die Synology DS216j Diskstation vorgestellt, welche ich seitdem auch im täglichen Einsatz habe und von der ich sehr begeistert bin. In die Synology Diskstation baute ich damals eine WD-Red-Festplatte ein. Heute widme ich mich einer etwas anderen Kombination zu, nämlich dem QNAP TS-251A-4G NAS zusammen mit zwei Seagate IronWolf-Festplatten mit einer Speicherkapazität von jeweils 10 Terabyte. Wie sich die beiden Komponenten im Alltagstest schlagen, lest ihr jetzt.

Lieferumfang

Verpackung & erster Eindruck

Die Verpackung selbst ist recht schlicht gehalten: ein brauner Pappkarton mit den wichtigsten Daten als Aufdruck. Darin befindet sich neben dem NAS selbst noch das Netzteil, eine Fernbedienung und eine Kurzanleitung.

Beim Auspacken habe ich jedoch ein Netzwerkkabel oder HDMI-Kabel vermisst. Angesichts des Preises bin ich davon ausgegangen, das eines der beiden beiliegen wird. Wie auch beim Synology-NAS handelt es sich nur um das NAS selbst, ohne dazugehörige Festplatten.

Zusätzlich wurden mir zwei Seagate IronWolf-Festplatten zur Verfügung gestellt, die jeweils 10 Terabyte groß sind und zu den aktuellen Spitzenmodellen zählen. Diese habe ich separat erhalten und werde später mehr dazu erläutern.

Das Design des QNAP-NAS ist schlicht gehalten. Lediglich ein wenig auffällig sind die zwei großen Öffnungen an der Front mit den herausziehbaren Festplatten-Schlitten. Ebenfalls auf der Vorderseite haben wir den ersten USB-3.0-Anschluss, ein SD-Kartenleser. zwei Funktionstasten sowie die Kontrollleuchten. Auf der Rückseite befinden sich zwei weitere USB-3.0-Ports, ein Kopfhörer-Ausgang, zwei Gigabit-Netzwerkanschlüsse und der HDMI-Ausgang.

Das Design ist schlicht gehalten.
Vorderseite: Schächte für die Festplatten-Schlitten
Vorderseite: einige Anschlüsse, Kontrolleuchten und ein SD-Kartenleser
Das Design ist schlicht gehalten.
Festplatteneinbau

Einfach auswechselbare Festplatten

Kommen wir zum Einbau der Festplatten: An der Vorderseite des QNAP TS-251A-4G befinden sich zwei Schächte, in denen die zwei Festplattenhalterungen eingebaut sind. Diese sind lediglich mittels eines Schnellverschluss befestigt und lassen sich leicht herausziehen. Auch das Einsetzen der Festplatten gestaltete sich unkompliziert.

Das NAS zu öffnen ist somit nicht nötig. Leider müssen die Festplatten aber noch mit Schrauben direkt an den Schienen befestigt werden. Die Halterungen bestehen zudem komplett aus Plastik, wirken damit nicht ganz so hochwertig, aber sie erfüllen ihren Zweck.

Die zwei Schächte für die Festplatten an der Vorderseite
Die Festplattenhalterung besteht komplett aus Plastik.
Das Einsetzen der Seagate IronWolf-Festplatte war einfach...
...und unkompliziert. Schrauben müsst ihr aber trotzdem.
Die zwei Schächte für die Festplatten an der Vorderseite
Technische Daten

Geräuschentwicklung

Ein Manko, das mir beim Einbau der Festplatten aufgefallen ist, ist die fehlende Geräusch- oder Vibrationsdämpfung. Der Nachteil der fehlenden Dämpfung und starren Verschraubung der Festplatten macht sich direkt beim Einschalten bemerkbar.

Die Festplatten brummen und vibrieren deutlich hörbar im NAS, was besonders in ruhiger Umgebung störend ist. Ein milderndes Urteil möchte ich dennoch abgeben, da es sich hierbei um Festplatten mit 7200 Umdrehungen pro Minute handelt, welche tendenziell lauter sind als andere Festplatten, die beispielsweise mit 5400 Umdrehungen pro Minute laufen.

Technische Daten

Die Performance überzeugt

Bei der Performance hat mich das QNAP TS-251A-4G überzeugt. Grund dafür ist der sehr schnelle Prozessor und der große Arbeitsspeicher. Verbaut wurde ein Intel Celeron N3060 Dual-Core-Prozessor mit 1,6 Gigahertz Taktrate und bis zu 2,48 Gigahertz Boost. Dem zur Seite stehen zwei mal 2 Gigabyte DDR3-Arbeitsspeicher, was eine außerordentlich gute Leistung verspricht.

In der Praxis bedeutet dies, dass Anwendungen auf dem NAS sehr schnell laden und insgesamt alles sehr flüssig läuft. Auch das Transkodieren von Videos in andere Formate oder Auflösungen ist möglich und wird schnell durchgeführt. Weiterhin lassen sich 4k-Inhalte auf den Fernseher streamen. Die Power-Ausstattung des NAS ermöglicht auch noch andere tolle Funktionen, die ich später näher erläutern werde.

Das QNAP-NAS ist sehr gut ausgestattet.
Daten werden dank der Power-Austattung schnell übertragen.
Das QNAP-NAS ist sehr gut ausgestattet.
Software

Software für Fortgeschrittene

Die Einrichtung der Software auf dem QNAP TS-251A-4G ist wie gewohnt einfach, dauert mit Formatierung der Festplatten etwa eine Stunde und kann auch von Laien bewältigt werden.

Bei der Nutzung ist mir aufgefallen, dass viele Einstellungen und Apps sehr individuell und spezifisch konfigurierbar waren. Für einen Profi eröffnen sich dadurch vielfältige Möglichkeiten der Anpassung und Funktionen zu nutzen. Dem Einsteiger wird der Umgang mit der Software jedoch ein wenig erschwert.

Ein Beispiel: die Transkodierung von Videos – Während ich beispielsweise beim Synology DS216j praktisch nichts tun musste, da die Software einfach alle Videos in dem jeweiligen Ordner selbst konvertiert und Vorschaubilder von Fotos erstellt hat, muss ich beim QNAP TS-251A-4G erst einen Codec herrunterladen und Aufträge zum transkodieren erstellen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, das beim QNAP TS-251A-4G etwas mehr Fachwissen und Erfahrung im Umgang mit Netzwerkspeicher vorausgesetzt wird, dann aber auch mehr Möglichkeiten bestehen.

Das QNAP-NAS bietet viele Möglichkeiten zur Konfiguration an.
Integrierter Mediaserver
Immerhin: Es gibt eine Kurzanleitung für die Benutzeroberfläche.
Das QNAP-NAS bietet viele Möglichkeiten zur Konfiguration an.
Software

Praktischer Mediacenter am Fernseher

Mittels des HDMI-Anschluss könnt ihr das QNAP TS-251A-4G an euren Fernseher anschließen und somit einige praktische Funktionen nutzen. Auch wenn der Hersteller hier Apps wie Facebook, Youtube und einen Browser anbietet, ist die Nutzung mittels des Fernsehers eher zum Anzeigen von Fotos und Videos gedacht, die sich auf dem NAS befinden. Das QNAP-NAS dient somit als lokaler Mediaplayer der eigenen Dateien direkt am TV, ohne eine PC zwischenschalten zu müssen.

Die Steuerung über die Fernbedienung funktioniert dabei zuverlässig. Einige Funktionen erfordern jedoch die Eingabe über eine Tastatur. Diese kann man zwar anschließen, was auch direkt bei der Einrichtung empfohlen wird, jedoch möchte ich nicht immer vom Sofa aufstehen, um mich an eine Tastatur setzen zu müssen, wenn es doch extra eine Fernbedienung gibt. Hier sehe ich noch etwas Nachholbedarf.

Dank HDMI könnt ihr das NAS auch an euren Fernseher anschließen, um...
... Apps zu nutzen, eure Bilder oder Videos anzuschauen und vieles mehr.
Über die Fernbedienung kann man leider keine Tastatureingabe vornehmen.
Dank HDMI könnt ihr das NAS auch an euren Fernseher anschließen, um...
Festplatten

Seagate IronWolf NAS-Festplatten

Kommen wir zu den Festplatten: Die Seagate IronWolf NAS-HDDs gehören zum Besten, was man aktuell kaufen kann, denn mehr Speicher für ein 2-Bay-NAS gibt es nicht. Wer große Festplatten sucht, die einen 24/7-Betrieb durchstehen und dennoch super schnell sind, dem kann ich die IronWolf NAS-Festplatten wärmstens ans Herz legen.

Ich habe es ein paar Absätze weiter oben schon angesprochen: Leise sind die Seagate-Festplatten aber leider nicht. Das habe ich aber auch nicht erwartet.

Mittels einer USB-3.0-Verbindung habe ich jedoch Lese und Schreibraten von 250 Megabit pro Sekunde erreicht, was sonst nur SSD-Speicher ermöglichen. Die Festplatten können sicherlich noch mehr, dazu wären aber eine SATA- oder Thunderbolt-Anbindung notwendig, da selbst USB 3.0 hier an seine Grenzen kommt.

Leider kann man die maximale Geschwindigkeit mit dem QNAP-NAS nicht testen, hierzu fehlen einfach die entsprechenden Anschlussmöglichkeiten. Zum Transkodieren von Videos könnte dies aber nützlich sein.

Die Seagate IronWolf NAS-HDDs sind das Beste, was man aktuell bekommt.
Die Seagate IronWolf NAS-HDDs sind das Beste, was man aktuell bekommt.
Technische Daten

Performance im Netzwerk

Grundlegend verspricht die Kombination aus dem schnellen Prozessor und schneller Festplatte natürlich auch eine super Performance bei der Datenübertragung im Netzwerk und dank des zweiten Anschlusses kann man die Netzwerkleistung sogar theoretisch verdoppeln.

Hier darf man aber das Netzwerk an sich nicht vergessen, denn selbst bei den Gigabit-Netzwerkanschlüssen, beträgt die theoretisch maximale Durchsatzmenge 125 Megabit pro Sekunde. In der Praxis liegt diese eher bei 110 Megabit pro Sekunde und würde man diese durch den zweiten Anschluss verdoppeln bei 220 Megabit pro Sekunde.

Nur kann man diese in den seltensten Fällen tatsächlich auch verdoppeln, denn egal wie viele Kabel man zwischen NAS und Router oder HUB legt, wenn diese Geräte auch nur ein Gigabit unterstützten, kommt auch nur genau das durch das Netzwerk und teilt sich gleichmäßig auf alle Anschlüsse auf. Bei sehr komplexen und extrem schnellen Netzwerken kann dies ein Vorteil bieten, im Alltag sind diese Anwendungsfälle jedoch noch selten zu finden.

Abschließend: Schreib- und Leseraten von 110 Megabit pro Sekunde sind sehr gute Werte und vor allem, wenn man größere Dateien speichern möchte, von Vorteil.

Der Ressourcen-Monitor zeigt die Schreib- und Lesegeschwindigkeiten an.
Der Ressourcen-Monitor zeigt die Schreib- und Lesegeschwindigkeiten an.
Fazit

Fazit & Empfehlung

Zusammengefasst kann man kaum Kritik an dem QNAP TS-251A-4G üben. Es sieht schick aus, ist platzsparend und bietet schnellen Zugriff auf zwei Festplatten. Die Software ist durchdacht, auch wenn Sie an manchen Punkten dem Einsteiger Schwierigkeiten machen könnte. Dafür kann der Profi auf unzählige Einstellungen zurückgreifen.

An der Leistung und Ausstattung kann man absolut nichts kritisieren, hier zeigt sich das NAS von QNAP von seiner besten Seite. Schwäche leistet es sich nur bei der Festplattenaufnahme. Hier habe ich mehr Qualität und vor allem eine bessere Geräusch- und Vibrationsreduzierung erwartet.

Zusammen mit den schnellen Seagate IronWolf NAS-HDDs, die noch dazu eine sehr große Speicherkapazität von 10 Terabyte bieten, holt ihr euch die perfekte Kombination, um eure Daten zu verwahren. Und jetzt seid ihr dran: Auf welche Hersteller-Kombination schwört ihr bei eurem NAS und den dazugehörigen Festplatten? Schreibt es gerne in die Kommentare!

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3 Kommentare

  1. avatar
    Berserkus schrieb am
    Bewertung:

    2 kleine Sachen im Test muss ich kurz bemängeln.
    250MB/s sind für eine HD schon eine ganze Menge, wobei jede moderne SSD hier mehr als doppelt so schnell sind und ja schon als M.2 über 3000MB/s schaffen, und hier geht sicherlich nix mehr und USB 3.0 ist für bis zu theoretischen 625MB/s (praktisch sollten 450MB/s problemlos möglich sein) gut, also das hier TB oder eSATA (6GBit/s, 750MB/s theoritisch und praktisch ca. 550MB/s) nötig wären um die HD auszureizen ist quatsch.

    • avatar

      Auf was bezieht sich die Frage genau? Natürlich kann man die HDD über USB3.0 nahezu auslasten. Ich erwähnte aber den LAN-Anschluss, mit dem man diese eben nicht auslasten kann.

  2. avatar
    alex schrieb am
    Bewertung:

    Super schön, QNAS und die Seagate Platten wäre schon sehr nahe an meiner Wunschkonfiguration dazu den TV Butler DVB T2 dann wäre es mit ein paar Apps schon ziemlich im Wunschbereich.

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