Tests

Produkttest: Lenovo G560 vs. Lenovo ThinkPad SL510 – Teil 1 (Update)



3
Zugeordnete Tags Lenovo | ThinkPad | Notebook | Netbook | Trackpoint
Bereiche

Zwei (un)gleiche Brüder kämpfen um die Gunst potentieller Käufer
Lenovo bietet in der sehr beliebten Preisregion von ca. 500 Euro zahlreiche Notebooks mit einer Bildschirmdiagonale von 15 Zoll an. Unterschiede gibt es dabei nicht nur hinsichtlich des Designs, sondern auch bei den verbauten Komponenten. Angefangen bei der Wahl, ob ein AMD- oder ein Intel-Prozessor verbaut sein sollen, ob die integrierte Grafikeinheit reicht oder doch eine dedizierte Grafik vorhanden sein muss, wie viel Arbeits- und Festplattenspeicher gewünscht werden oder ob der Bildschirm mit einem matten oder spiegelnden Vorhang daherkommen soll. Für den heutigen Test wurden exemplarisch zwei Modelle aus der umfangreichen Produktpalette von Lenovo herausgenommen und gegenübergestellt. Der erste Kandidat gehört zur bekannten Thinkpad-Familie und hört auf den Namen „ThinkPad SL510“ (Modellvariante NSL7LGE). Trotz seines etwas biederen Aussehens, sowie der nicht mehr taufrischen Ausstattung mit Intel Core 2 Duo, 2 GB Arbeitsspeicher und 250 GB Festplatte, erfreut sich das SL510 noch immer sehr großer Beliebtheit. Im Gegensatz dazu versucht der zweite Aspirant, das der Essential-Serie zugehörige Lenovo G560 (Modellvarainte M276KGE), sowohl mit anspruchsvollem Styling als auch mit aktuellem i3-Prozessor von Intel, NVIDIA Geforce G310M, 3 GB Ram und 500 GB Festplatte zu punkten. Ob damit allein jedoch schon die Weichen für den neuen Publikumsliebling gestellt sind, soll sich im weiteren Testverlauf herausstellen.
Design & Verarbeitung
Wer bereits einmal ein Thinkpad in der Hand gehabt hat, der wird das SL510 ohne Probleme als solches erkennen. Designfetischisten werden aufgrund des schnörkellosen Designs mit der kantigen Formsprache und der eintönigen Farbgebung nur ein müdes „langweilig“ über die Lippen bringen. Aber als „interessant“ möchte ein Thinkpad auch nicht unbedingt bezeichnet werden. Vielmehr steht die Nutzbarkeit und Widerstandsfähigkeit im Vordergrund. Der Displaydeckel, die Handballenauflage sowie die Tastatureinfassung bestehen aus glattem und schwarzem Kunststoff. Gänzlich Fingertatscher- und Staubresistent sind die matten Oberflächen zwar nicht, Frust wie bei glänzendem Klavierlack sollte jedoch nicht so schnell aufkommen. Nochmals schmutzresistenter sind die aus leicht angerautem Kunststoff bestehende Unterseite der Base-Unit, die Displayumrandung und die Tastatur. Nur noch minimal ausgeprägt, aber dennoch vorhanden, ist das bekannte Clamshell-Design der Thinkpad-Serie. Durch den die Base-Unit überlappenden Deckel wird das Eindringen auch ohne separaten Verriegelungsmechanismus von Fremdmaterial zwischen Tastatur und Bildschirm wirkungsvoll verhindert.

image

Bei der Stabilität und der Haptik kann das kleine SL seinen größeren Brüdern aus der R-,T- und W-Reihe nicht das Wasser reichen. Dennoch gibt das noch ausreichend widerstandsfähige Kunststoffgehäuse kaum Anlass zur Kritik. Nur mit größerem Kraftaufwand sind Verformungen des Gehäuses und Deckels zu reproduzieren. Selbst die bei vielen anderen Notebooks oft bemängelte Tastatur kann dank ihrer Robustheit punkten. Leider wird der Bildschirm des SL510 nur noch von kleinen Plastikscharnieren in Position gehalten*(Anmerkung der Redaktion: Dies ist nicht korrekt, siehe unteres Update.). Ein leichtes Nachwippen beim Justieren ist so unvermeidlich.

Lenovo G560 vs. Lenovo Thinkpad SL510 – Teil 1″

Einen höheren Stellenwert auf das Aussehen, haben die Designer beim Lenovo G560 gelegt. Zwar wird auch dieses Lenovo keinen Schönheitswettbewerb gewinnen, aber der moderne Auftritt mit den unterschiedlichen Oberflächenmustern sowie den spitz zulaufenden und abgerundeten Kanten weiß zu überzeugen. Dies führt unter anderem auch dazu, dass das G560 bei ähnlicher Abmessung deutlich schlanker wirkt, als der pummelig anmutende Gegenspieler. Glücklicherweise ist es Lenovo gelungen gänzlich ohne glänzende Materialien auszukommen (Ausnahme ist das Spiegeldisplay). Der großflächige Einsatz von rauem Plastik (Displaydeckel, Displayumrandung, Unterseite der Base-Unit) lässt Fingerabdrücken so gut wie keine Chance. Dem steht auch die mit einer wabenförmigen Textur überzogene Handballenauflage in nichts nach.

image

Wäre der Abschnitt nun zu Ende, dann würde das G560 eine gute Bewertung bekommen. Der größte Kritikpunkt findet sich indes bei der Gehäusestabilität. Das Display wird von weichem Kunststoff gehalten, welches ohne Probleme eingedrückt und verwunden werden kann. Ebenso kann die Handballenauflage und die gesamte Tastatur mit mäßigem Druck sichtbar eingedellt werden. Die Unterseite des Notebooks ist deutlich stabiler. Bei sachgemäßer Handhandhabung sollte die nur ausreichende Widerstandsfähigkeit des Gehäuses nicht so sehr ins Gewicht fallen, von hoher Qualitätsanmutung kann man jedoch nicht sprechen. Bei der Verarbeitung wurde glücklicherweise nicht auch noch geschlampt. Alle Bauteile sitzen passgenau und fest aneinander. Als mangelhaft sind die viel zu schwachen Displayscharniere zu bewerten, die es nicht schaffen, ihrer Aufgabe ausreichend nachzukommen. Selbst kleinste Erschütterungen können zu einer Veränderung der Bildschirmposition führen. Die Arbeitsverweigerung der Scharniere geht sogar so weit, dass das geschlossene Notebook durch Herumdrehen geöffnet werden kann.

Lenovo G560 vs. Lenovo Thinkpad SL510 – Teil 2″

Tastatur & Touchpad
Wenn es um gute Eingabemöglichkeiten im Notebookbereich geht, dann fällt schnell der Name Lenovo. Erfreulicherweise kann sich das SL510 lückenlos in die Reihe der Kandidaten mit dem Prädikat „sehr gut“ einreihen. Die leicht konkaven und mit einer rauen Oberfläche versehenen Tasten verfügen über einen klar definierten Druckpunkt und einen angenehm kurzen Tastenhub. Der hohe Qualitätsstandard zeigt sich in den sehr geringen Tippgeräuschen und das häufig bei günstigen Tastaturen vorkommende Klappern der Tasten. Geschmackssache ist die vergleichsweise hohe benötigte Anschlagskraft. Da kein separater Nummernblock vorhanden ist, konnte Lenovo auf ein vollwertiges 19×19 mm Tastaturraster zurückgreifen. Alle Tasten finden sich in gewohnter Form an der gewohnten Stelle wieder, was die Eingewöhnungszeit gegen null tendieren lässt. Der neben der Tastatur befindliche Freiraum bietet Platz für einige Sondertasten. So ist es beispielsweise möglich, die Lautstärke der Lautsprecher geschwind und ohne komplizierte Fingerakrobatik zu verändern. Zwischen den Tasten G, H und B befindet sich der schon fast legendäre knallrote Trackpoint, der es Zusammen mit den dazugehörigen Tasten erlaubt, den Mauszeiger über den Bildschirm zu jagen, ohne die Hände von der Handballauflage zu nehmen. Nach einer kurzen Phase der Eingewöhnung kann man mit Recht behaupten, dass diese Art der Eingabemethode mehr als „nur“ einen hundertprozentigen Mausersatz darstellt. Da vergisst man gleich, dass es trotzdem noch ein ausreichend groß dimensioniertes Touchpad (Synaptics, Diagonale: 8,8 cm) gibt, dass eine gute, wenn auch durch die kleinen Noppen etwas hoppelige Gleiteigenschaft besitzt. Absolut schlafzimmertauglich sind die leisen und leicht erhabenen Touchpadtasten.

Lenovo G560 vs. Lenovo Thinkpad SL510 – Teil 3″

Bekommt man beim Thinkpad SL510 noch das Gefühl, dass viel zu viel Platz für die Tastatur zur Verfügung steht, so ist beim G560 genau das Gegenteil der Fall. Um den separaten Nummernblock unterbringen zu können, mussten alle Tasten verkleinert werden (Tastatur: 18×18 mm, Nummernblock 12×18 mm). Die Pfeil- (12×18 mm) sowie die rechte Umschalttaste (24×18 mm) hat es beim Schrumpfungsprozess besonders hart getroffen. Dies führt unweigerlich dazu, dass man des Öfteren die falsche Taste trifft und die Zeit, bis ein alltägliches Arbeitstempo erreicht wird, länger als gewöhnlich andauern kann. Dass man es bei dem G560 nicht mit einer Thinkpad-Tastatur zu tun hat merkt man auch an anderen Stellen schmerzlich. Die Tasten sind spürbar rutschiger als beim Konkurrenten und das Klappern beim Schreiben vermittelt einen minderwertigeren Qualitätseindruck. Am Druckpunkt und Tastenhub gibt es dagegen kaum etwas auszusetzen. Auch der geringe benötigte Kraftaufwand ist angenehm. Gesonderte Hotkeys gibt es in Form einer „Rescue“-Taste und einer zum Umstellen des Energieschemas. Alle weiteren Sonderfunktionen müssen umständlich per FN+ F bzw. Cursor-Taste ausgeführt werden. Gänzlich ohne Huckel präsentiert sich das breitformatige Touchpad (Synaptics, Diagonale: 9,2 cm). Da es leicht tiefer liegt und eine leicht raue Oberfläche hat, kann es blind ausfindig gemacht werden. Die Gleiteigenschaft sowie die Reaktionsfreudigkeit sind als ansprechend zu beschreiben. Multitouch (Zwei-Finger-Scrollen, Pinch-Zoom und Drehen) wird wie beim SL510 problemlos unterstützt. Ebenfalls tiefergelegt wurden die Touchpadtasten wodurch sie leider etwas schwerer zu erreichen sind. In ruhiger Umgebung sollte man ohnehin wegen des lauten Klickgeräusches auf sie verzichten.

Im kommenden zweiten Teil stehen folgende Bewertungspunkte im Fokus: Anschlüsse, Display und Sound.

*Update vom 27.09.2010 (Anmerkung der Redaktion): Laut Lenovo besitzt das ThinkPad SL510 tatsächlich Metallscharniere, hierzu O-Ton Lenovo: „Auf die typischen Edelstahlscharniere wurde zwar verzichtet, trotzdem handelt es sich bei der L/SL und EDGE Serie – also den nicht „klassischen Serien“ – weiterhin um Metallscharniere auf Basis einer Zink-Legierung, die ebenfalls den ThinkPad Tests wie 30.000 mal öffnen und schließen ausgesetzt wurden. Die Scharniere der abgekündigten R-Serie waren z.B. ebenfalls aus eine Zink-Legierung mit einer Edelstahl-Verkleidung (SUS – Stainless Steel).”

RSS-Feed

Werde Autor!

Dieser Beitrag wurde von veröffentlicht.
hat bereits 47 Artikel geschrieben.
Sei auch dabei: Werde jetzt Autor und teile dein Wissen!

3 Kommentare

  1. avatar
    Gjorsch schrieb am
    Bewertung:

    Das SL 510 besitzt Metalscharniere für das Display und keine aus Plastik, da hätte der Tester wohl etwas besser „hinfühlen“ sollen.

  2. avatar
    Sven Kaulfuß schrieb am
    Bewertung:

    @ Gjorsch: Dem ist wohl so, mittlerweile liegt uns hierzu auch eine Info von Lenovo vor (wird gleich als Update eingespielt).

  3. avatar
    Alin schrieb am
    Bewertung:

    You should speak with the aievsdr or one of the professors in your program.They will be able to suggest to you the proper laptop for your major.The reason I say this is because it is tough for us to suggest to you a laptop based on such a small amount of information. To give you a good suggestion we would need to know your budget, what your primary uses outside of school would be, and what particular programs you will be using in your studies.Without that information, we are all just guessing. Which is why I say, ask the aievsdr or a Professor.

Kommentieren

Schreibe einen Kommentar

avatar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*


*

Ähnliche Beiträge

Modularität à la Lenovo - Teil 1: Lenovo Moto Z Smartphone im Test

Tests

29.01.2017

 | André Nimtz

Zwei Nachrichten trafen nahezu gleichzeitig bei mir ein: 1. Nach langem Warten hat es doch noch geklappt, dass ich das aktuelle Moto Z inklusive Hasselblad True Zoom testen kann. 2. Genau in diesem Moment erklärt LG sein Experiment Modularität... mehr +

Moto Z Play im Test - Teil 3: JBL SoundBoost

Tests

20.01.2017

 | Daniel Rückriem

Nach dem ich euch bereits über das Moto Z Play und das Moto Mod Insta-Share-Projector berichtet habe, folgt nun mein letzter Testbericht der Reihe. Das JBL SoundBoost Moto Mod erweitert die Moto-Z-Serie um ein Stereolautsprecher-Modul, kostet... mehr +