Tests

Netgear AirCard 810 - Mobiler Hotspot im Test



Zugeordnete Tags Hotspot | WLAN | Router
Bereiche

Bewertung
Gute Leistung mit Sparpotential
4

 Pro

  • Schnelle Datenübertragung via WLAN-ac
  • Hohe LTE-Abdeckung
  • Gute Akkulaufzeit
  • Handliches Design
  • Einfache Bedienung
  • Lokale Nutzung möglich
  • SMS-Funktion

 Contra

  • Antennen müssen separat gekauft werden.
  • Relativ hoher Preis

Zu Hause im heimischen WLAN-Netzwerk könnt ihr mit eurem Smartphone, Notebook oder Tablet surfen ohne euch um gedrosselte Geschwindigkeiten oder begrenztes Datenvolumen zu sorgen. Hochauflösende Videos schauen, Online-Spiele zocken oder aufwendige Websites laden – alles kein Problem. Unterwegs sieht das Ganze etwas anders aus, denn am Ende des Datenvolumens ist oft noch viel Monat übrig. Besonders ärgerlich ist es bei reduzierter Geschwindigkeit zu surfen, auf einmal dauern alltägliche Anwendungen Minuten und man kann nicht eben mal kurz die News durchlesen oder Facebook-Fotos durchklicken. Genau für dieses Problem haben Hersteller die mobilen Router, oder auch mobile Hotspots genannt, entwickelt, wie die AirCard 810 von Netgear, die ich euch heute vorstelle. Aktuell ist die Zielgruppe eher schmal gehalten, was sich in Zukunft in Anbetracht der vielen Vorteile aber ändern kann. Was dieser Hotspot genau zu bieten hat und für wen mein Testgerät besonders gut geeignet ist, lest ihr jetzt.

Was ist ein Hotspot?

Internet über das Mobilfunknetz

Die Netgear AirCard 810 - ein mobiler Router
Die Netgear AirCard 810 - ein mobiler Router

Um die wichtigste Frage vorab zu klären, möchte ich kurz erläutern was ein „Hotspot“ genau ist. Im Grunde könnte man die Netgear AirCard 810 als mobilen Router bezeichnen, die eine Internetverbindung über das Mobilfunknetz zur Verfügung stellt.

Stellt euch vor, ihr schraubt euren Router zu Hause von der Wand, schneidet die Kabel ab und klebt einen Touchscreen darauf. Dieses Kunstwerk presst ihr dann in eine handliche Box und verseht es mit einem Akku. Natürlich ist es in der Praxis etwas komplizierter, jedoch passt der Vergleich zum WLAN-Router sehr gut, da die Funktionsweise fast dieselbe ist. Der Unterschied ist nur, dass beim mobilen Hotspot das DSL-Kabel fehlt.

Eine andere Erklärung: Viele von euch kennen sicher die kleinen „USB-Sticks“, die man mit einer SIM-Karte bestückt an den Router anschließen kann. Diese werden häufig von den DSL-Anbietern zur Verfügung gestellt, damit die Kunden bereits ihren Vertrag nutzen können, auch wenn der DSL-Anschluss noch nicht freigeschaltet wurde.

In diesem Fall arbeitet der heimische Router auch ohne DSL-Kabel, rein über das Mobilfunknetz. Zusammengefasst heißt das: Bei der AirCard 810 von Netgear handelt es sich um einen mobilen Router, der WLAN überall dort bereitstellt, wo ihr es benötigt – egal ob im Auto, im Garten oder im Urlaub.

Lieferumfang

Verpackung und Inhalt

Lieferumfang: AirCard 810, Akku, Netzteil, Bedienungsanleitung, Kabel
Der Akku der AirCard 810 ist austauschbar.
Lieferumfang: AirCard 810, Akku, Netzteil, Bedienungsanleitung, Kabel

Einen Hinweis auf die kompakte Größe der AirCard 810 von Netgear erhält man bereits, wenn man die kleine schlichte weiße Verpackung vor sich hat. Diese fällt eher unspektakulär aus und beherbergt neben dem Hotspot selbst noch den Akku, ein Netzteil, eine kurze Bedienungsanleitung sowie zwei USB-Kabel.

Die Einrichtung dauert nur knapp eine Minute. Als erstes legt ihr eine microSIM-Karte auf der Rückseite ein, packt den Akku dazu und verschließt den Hotspot mit dem dazugehörigen Deckel. Danach drückt ihr auf den Powerknopf und wenige Sekunden später werdet ihr auf dem Homescreen des Routers begrüßt.

Software

Einfache Bedienung

Die Einrichtung und die Bedienung ist kinderleicht und bedarf keiner Anleitung. Bereits auf dem Hauptbildschirm wird der Name des eigenen WLAN-Netzwerks (SSID) mit dem dazugehörigen Passwort angezeigt. Ihr verbindet euch also wie beim Smartphone, Tablet oder PC mit diesem WLAN und habt umgehend Zugriff auf die mobile Internetverbindung der SIM-Karte sowie auf die Einstellungen.

Die Bedienung erfolgt hierbei über den 2,4 Zoll großen Touchscreen und den daneben liegenden Touch-sensitiven Buttons für „Zurück“ und „Home“. So kann man den WLAN-Namen sowie das Passwort bequem ändern, Zugänge beschränken oder einen Gast-Account einrichten. Auch die Display-Helligkeit lässt sich anpassen, wobei diese allgemein etwas höher sein könnte.

Display

Erweiterte Anzeige

Das Menü ist übersichtlich, die Bedienung einfach.
Das Menü ist übersichtlich, die Bedienung einfach.

Neben den reinen WLAN-Daten und Einstellungen könnt ihr euch den aktuellen Datenverbrauch anzeigen lassen. Somit wisst ihr genau wie viel monatliches Datenvolumen ihr bereits verbraucht habt. Außerdem werden euch die verbleibenden Tage bis zum Monatswechsel angezeigt.

Inzwischen kaum noch benötigt wird, ist die SMS-Funktion. Über die Aircard 810 von Netgear könnt ihr nämlich SMS senden und empfangen – eine nette Spielerei, wobei die Kommunikation dann wohl eher über die angeschlossenen Geräte läuft. Die Eingabe ist auf dem mobilen Router auch etwas umständlich.

Nutzung

Viele Einsatzmöglichkeiten

Aber wer braucht einen mobilen Hotspot und wozu? Um die Antwort auf diese Frage zu verdeutlichen, nenne ich euch nun drei unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten.

Der typische Nutzer ist viel unterwegs und benötigt am Smartphone, Tablet sowie Notebook gleichermaßen Zugang zum Internet. Da könnte man natürlich einen Hotspot über das Smartphone zur Verfügung stellen, was aber stark am Akku zehrt und nicht jeder Telefon-Tarif bietet ausreichend Datenvolumen. Außerdem sind diese Verbindungen oft sehr langsam, unzuverlässig und binden das Smartphone. Dagegen wäre es aber sehr kostspielig in jedem Gerät eine eigene SIM-Karte zu betreiben.

Ein anderes Szenario ist, wenn ihr mit eurer Familie in den Camping-Urlaub fahrt und jeder an unterschiedlichen Geräten gern eine Internetverbindung herstellen möchte, wobei hier auch Tablets ohne eigene LTE-Funktion mit versorgt werden sollen.

Als letztes wären hier die Pokémon oder Ingress-Spieler zu nennen. Diese kennen sicherlich das Problem, dass sich der Akku bei mobilen Internetverbindungen sehr schnell leert und das Datenvolumen oft nach wenigen Tagen verbraucht ist.

Die Lösung für alle diese Szenarien ist ein mobiler Hotspot. Ihr benötigt nur eine einzige SIM-Karte mit ausreichend Datenvolumen und könnt damit alle anderen Geräte mit Internetzugang versorgen, selbst wenn sie keine eigenes LTE-Modul haben.

Außerdem wird der Akkuverbrauch enorm gedrosselt. Es ist oftmals auch deutlich günstiger eine große Datenflat auf einer SIM-Karte zu nutzen, statt zwei oder mehrere SIM-Karten mit jeweils geringem Datenvolumen.

Hardware

Leistung und Geschwindigkeit

Im Test erreichte der Hotspot Geschwindigkeiten von bis zu 18 Mbit/s
Größenvergleich zur FRITZ!Box
Im Test erreichte der Hotspot Geschwindigkeiten von bis zu 18 Mbit/s

Ein weiterer Vorteil der Nutzung der AirCard 810 von Netgear ist die Geschwindigkeit. Während viele günstige Smartphones nur auf den veralteten 3G-Standard setzen oder nur eingeschränkt mit LTE-Bändern arbeiten, bietet das AirCard 810 vollen LTE-Support der Kategorie 11 in allen Netzen.

Hierbei sind theoretisch Übertragungen von bis zu 600 Mbits pro Sekunde möglich. Freigeschaltet ist der mobile Hotspot kompatibel mit 4G-LTE-Netzen in Europa, Nahost, Afrika und Asien sowie mit 3G-Netzen weltweit.

Detailliert bedeutet das: 4G LTE FDD arbeitet mit den Frequenzen 800/900/1800/2100/2600 Megahertz, 4G LTE TDD mit 2300/2600/2600 Megahertz. Damit könnt ihr den Router sowohl in der Stadt als auch auf dem Land mit alle verfügbaren Netze nutzen. Natürlich ist hierfür eine entsprechende SIM-Karte nötig, die LTE im vollen Umfang unterstützt.

Technische Daten

Starkes WLAN-ac

Anschlüsse für die WLAN-Antenne
Ladeanschluss
Anschlüsse für die WLAN-Antenne

Damit die Daten auch schnell auf bis zu 15 verbundene Geräte übertragen werden, unterstützt die AirCard 810 Dual-Band-WLAN mit 2,4 oder 5 Gigahertz in dem schnellen 802.11 ac/b/g/n-Standard.

Entscheidend ist hier ebenfalls die Reichweite, die aber nicht ganz der eines durchschnittlichen Routers entspricht. Trotzdem kann man sich durchaus ein paar Meter oder einen Raum vom Hotspot entfernen, ohne das die Verbindung abbricht.

Für die stationäre Nutzung bietet die AirCard 810 von Netgear die Möglichkeit zwei Antennen anzuschließen, um die Reichweite und Stabilität nochmals zu erhöhen. Leider gehören diese jedoch nicht zum Lieferumfang.

Technische Daten

Akku & Jump-Boost-Funktion

Jump-Boost-Kabel der AirCard 810
Jump-Boost-Kabel der AirCard 810

Für die mobile Nutzung steht ein austauschbarer und 2.930 Milliamperestunden großer Akku bereit. Dieser versorgt die AirCard 810 bis zu 11 Stunden lang mit Strom. Die Akkulaufzeit hängt dabei davon, wie viele Geräte verbunden sind und wie viele Daten übertragen werden.

Bei ein bis zwei Geräten und normaler Nutzung kommt man locker durch den Arbeitstag, ohne dass der Strom ausgeht. Über das beiliegende Netzteil kann der mobile Router schnell wieder aufgeladen werden oder auch stationär betrieben werden.

Eine sehr schöne zusätzliche Funktion des Akkus wird über das zweite mitgelieferte USB-Kabel ermöglicht. Mittels der Jump-Boost-Funktion könnt ihr nämlich euer Smartphone laden. Vergleichbar mit einer großen Powerbank ist dies natürlich nicht, aber im Notfall nochmal 20 Prozent Kapazität aufzuladen ist durchaus möglich, wobei sich der Hotspot selbst natürlich schneller entlädt.

Fazit

Praktisch für mobile Nutzer

Besonders wer viel unterwegs ist, daheim kein gutes DSL hat oder im Urlaub seine Geräte mit dem Internet verbinden will, ist mit der AirCard 810 von Netgear sehr gut beraten. Ihr spart euch dabei unnötige Internetverträge für einzelne Geräte. Außerdem wird das Datenvolumen mit verbundenen Geräten mit hoher Geschwindigkeit geteilt. Der Hotspot kann zudem lokal über ein Netzteil betrieben werden oder aber auch problemlos überallhin mitgenommen werden.

Auch die Akkulaufzeit kann überzeugen. Über das Display können Einstellungen schnell vorgenommen werden. Zudem habt ihr immer den aktuellen Datenverbrauch im Blick. Der einzige Kritikpunkt wäre, dass die zusätzlichen WLAN-Antennen nicht zum Lieferumfang gehören. Da der Hotspot aber auch so guten Empfang garantiert, geht das für mich in Ordnung.

Der Preis des AirCard 810 von Netgear liegt aktuell bei 233 Euro, was in etwa auf dem Niveau einer High-End-FRITZ!Box liegt. Mit dieser kann die AirCard 810 zwar längst nicht konkurrieren, dafür ist der Netgear-Router aber mobil und bietet andere Einsatzgebiete sowie Features. Auch wenn ich den Preis noch etwas hoch finde, kann ich den Hotspot durchaus empfehlen, vorausgesetzt ihr verfügt über einen entsprechenden Vertrag mit SIM-Karte.

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