Tests

LG G Pad 10.1 Tablet im Praxis-Test



Zugeordnete Tags LG | Tablet | Produkttest
Bereiche

Bewertung
Guter & günstiger 10-Zoller
4

 Pro

  • Clevere LG-Software
  • Hoher Bedienkomfort
  • Gute Blickwinkelstabilität
  • Quad-Core-Leistung
  • Griffige Rückseite
  • Eingängiges Design
  • microSD-Option
  • Günstiger Preis

 Contra

  • Kein Full HD
  • Geringer RAM
  • Schwache Kameras

Die Geschichte der LG-Tablets ist geprägt von stetigen Höhe- und Tiefpunkten. So bereicherten die koreanischen Technik-Tüftler im Jahre 2011 mit dem V900 Optimus Pad die seinerzeit noch recht junge Tablet-Gattung um einen Androiden mit 3D-Videoaufnahme und ernteten sowohl Lob fürs tolle Display als auch Kritik für 3D-Funktionalität und Preis. Danach wurde es schon wieder still, legte LG doch bereits 2012 die Tablet-Produktion auf Eis.

Ende 2013 meldeten sich die Koreaner mit dem G Pad 8.3 eindrucksvoll zurück und legen nun mit dem G Pad 10.1 einen klassischen 10-Zoller nach, der vor allem eines bieten soll: bestes Entertainment zum günstigen Preis. So erhält der Tablet-Freund mit dem 10.1 Quad-Core-Rechenleistung, Android-4.4-Komfort und IPS-Blickwinkelstabilität an die Hand und muss dafür mit derzeit 259,- Euro nicht allzu tief in die Tasche greifen. Ob sich die Abwendung von der 3D-Experimentierfreude und die Zuwendung zum Mid-Price-Segment gelohnt haben, wird unser Testbericht zeigen.

Lieferumfang

Auspacken, aufladen, ordentlich lange nutzen

Das G Pad kommt im schlicht-eleganten, kompakten Karton daher und bringt an sich alles mit, was ich grundlegend benötige. So finde ich unter dem Tablet ein USB-Datenkabel nebst zugehörigem Lade-Adapter und kann das Tablet gleich nach dem Auspacken mit Strom und auf Wunsch mit Songs, Bildern und Videos versorgen.

Für die vollständige Akkuladung muss ich das G Pad jedoch erst einmal gut 8 Stunden an die Steckdose hängen. Dafür hält der 8.000-Milliamperestunden-Akku danach im Dauerbetrieb und bei 80 Prozent Display-Helligkeit auch gut 8 Stunden durch. Im Stand-by und bei gelegentlicher Nutzung verlangt das LG-Tablet sogar erst in der zweiten Woche nach neuem Strom.

Kompakter Karton ...
... mit kompaktem LG-Tablet.
Mit an Bord: USB-Kabel, Adapter, Kurzanleitung
Kompakter Karton ...
Look & Feel

Optisch & haptisch überzeugendes Tablet

Mit 520 Gramm geht das Android-Tablet nicht unbedingt den Weg des geringsten Widerstandes und bringt doch gut 80 Gramm mehr auf die Waage als das 10-Zoll-Leichtgewicht Xperia Z2 Tablet von Sony. Dennoch kann ich dieses Mehr an Gewicht getrost verschmerzen, da das G Pad dank zum Rand hin abgerundeter Rückseite und griffig-gummierter Oberfläche sehr gut und angenehm in der Hand liegt. Leicht gewölbte Außenkanten und abgerundete Ecken verleihen dem Tablet einen eigenen Charakter und die klassisch-schwarze Farbgebung ohne große Akzente hinterlässt einen zwar unspektakulären aber gefälligen Eindruck.

Der Power-Button findet sich gerätetypisch oben links in Reichweite des linken Zeigefingers, während rechts daneben die Lautstärkewippe den richtigen Ton angibt. Die Stereolautsprecher präsentiert das LG-Tablet im linken und rechten unteren Viertel der Tablet-Rückseite, was leider nicht gerade der günstigste Platz ist, verdecke ich doch die Lautsprecher immer dann, wenn ich das Tablet mit beiden Händen halte.

Die rechte und die untere Tablet-Seite sind Button- und Anschluss-frei, auf der linken verbaut LG den microUSB- und Lade-Anschluss, einen microSD-Slot sowie einen Kopfhörer-Ausgang. Auf einen HDMI-Port verzichtet LG an dieser Stelle, aber wie nötig der ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich habe meinen Fernseher ohnehin ins Heimnetzwerk eingebunden und kann Tablet-Inhalte so auch einfach per WLAN streamen.

Apropos Fernseher: Besonders beeindruckt hat mich am LG G Pad 10.1 die Infrarot-Schnittstelle mittig oben am Tablet. Zusammen mit der „QuickRemote“-App steuere ich so auch TV-Geräte, Blu-ray- oder DVD-Player, die nicht im Netzwerk hängen und das funktioniert unumwunden und ausnehmend gut – Tablet-Daumen hoch.

Die rückseitige 5-Megapixel-Kamera
microSD- & microUSB-Anschluss
Die griffige Rückseite ist leider auch Fingerabdruck-anfällig.
Die rückseitige 5-Megapixel-Kamera
Hardware

Mäßiges Display, aber ordentliche Rechenleistung

Werfen wir einen Blick auf die Leistung des G Pad 10.1. Hier fällt logischerweise als erstes das Display ins Auge und das kann leider nicht in jeder Hinsicht überzeugen. Das größte Manko ist dabei die Auflösung, denn mit 1.280 mal 800 Pixeln ist das LG-Tablet selbst in der Preisklasse bis 300,- Euro nicht zeitgemäß. Die Schwächen zeigen sich hier im alltäglichen Text- und Bild-Rendering besonders an Unschärfen und deutlichen Treppen-Effekten. In Gaming-Apps schlägt sich das Display jedoch überraschend wacker und holt auch bei der hervorragenden Blickwinkelstabilität wieder ein paar Pluspunkte raus.

Ebenso punktet das G Pad bei der Prozessorleistung, denn der 1,2 Gigahertz starke Quad-Core-Prozessor von Qualcomm meistert alle Testaufgaben souverän. Das bestätigt auch das AnTuTu-Benchmark und stuft das Tablet mit soliden Werten ein. Beim Arbeitsspeicher präsentiert sich LGs 10-Zoller hingegen mit einem Gigabyte wieder etwas schwach und Ruckel-anfällig um die Brust. Dass es im gleichen Preissegment auch doppelt so RAM-stark zugehen kann, zeigt zum Beispiel das Asus Memo Pad Full HD 10.

Mit 16 Gigabyte Flash-Speicher und microSD-Option für Karten mit bis zu 64 Gigabyte Kapazität gibt sich das Tablet wieder klassentypisch und kann mit der Konkurrenz gut mithalten. Alles in allem bleibt das G Pad aber technisch etwas hinter den Preis-ähnlichen Rivalen zurück. Ausreichend ist das Leistungspaket für die meisten aktuellen Software-Anforderungen aber allemal.

AnTuTu-Benchmark mit ordentlichem Ergebnis
AnTuTu-Benchmark mit ordentlichem Ergebnis
Software

Android 4.4 & nützliche Software-Helfer

Ab Werk kommt das LG G Pad 10.1 mit Android 4.4.2 daher und bietet damit ein recht aktuelles OS-Fundament, das mich souverän und flüssig durch alle Systemanwendungen führt. Als besonders erfreulich erweist sich dabei die weitestgehend Bloatware-freie App-Grundausstattung: Neben den üblichen Google-Anwendungen und System-Standards wie Rechner-, Galerie- und Wetter-App stehen mir noch ein paar wesentliche LG-Apps sowie ein eigener App-Store, die „LG SmartWorld“, für aufs G Pad zugeschnittene Anwendungen zur Verfügung.

An LG-spezifischen Funktionalitäten begeistert mich zunächst der Knock Code. Gleich nach dem ersten Start kann ich meinen individuellen Entsperrcode per Tipp-Muster festlegen. Das Clevere daran: Einmal eingerichtet nutze ich den Knock Code überall auf dem Display und erwecke das Tablet auch direkt über den Black-Screen aus dem Stand-by. So muss ich nicht erst den Power Button drücken – das macht Laune.

Als nächstes zeigt mir das Tablet, wie ich die „QuickRemote“ einrichte. Mit dieser Fernbedingungs-App bündele ich bequem Fernseher sowie Blu-ray- und DVD-Player, selbst wenn die Geräte nicht ins Netzwerk eingebunden sind. Nach kurzem Setup erhalte ich eine übersichtliche Remote-Oberfläche, über die ich dank Infrarot-Sender Fernseher und Player bediene – eine nützliche Sache für mich und ein neckisches kleines Spielzeug, um den Rest der Familie zu ärgern.

Eine dritte LG-Software, die ich hier nicht unerwähnt lassen möchte, ist „QPair“, dank der das Tablet mit und über mein Smartphone kommuniziert. Einzige Voraussetzung: „QPair“ muss auf beiden Geräten installiert sein. Nach kurzem Pairing-Prozess erkennen sich die beiden Android-Devices automatisch, sodass von nun an Anruf- und Text-Benachrichtigungen vom Telefon aufs Tablet übertragen werden und ich auch ohne weitere Einstellungen mit dem Tablet über den Datentarif des Smartphones  surfen kann. Selbst ein kleiner Smartphone-Finder ist dabei, mit dem mein Telefon auch im Stumm-Modus einen Jingle spielt und ich es so nie aus den Augen oder besser Ohren verliere.

Hinzu kommen ein Multi-User-Modus für individuelle Nutzerprofile und die Möglichkeit, den Tablet-Screen zu unterteilen, um zwei Anwendungen gleichzeitig zu nutzen. Alles in allem überzeugt das LG G Pad 10.1 letztlich auf ganzer Software-Linie, denn die überschaubare Grundausstattung lässt einerseits genügend Speicher für eigene Anwendungen. Andererseits machen die kleinen, aber feinen LG-Anwendungen einfach Spaß und rücken den kompakten Entertainer als cleveren Alleskönner ins rechte Licht.

Der aufgeräumte Homescreen
Das bringt das G Pad ab Werk mit.
Zahlreiche Interaktions- & Einrichtungsmöglichkeiten
Auch Stile lassen sich leicht definieren.
Die Mülltonne (oben links) habe ich allerdings nicht gleich gefunden.
Eine Software zum Bereinigen ungenutzter Daten ist auch dabei.
Der aufgeräumte Homescreen
Konnektivität

Ordentliches Konnektivitäts-Bouquet

Dass das G Pad aktuell in keiner UMTS-Variante verfügbar ist, gleicht die oben beschriebene „QPair“-App clever aus. Jenseits davon bedient der 10-Zoller die üblichen aktuellen Konnektivitäts-Verdächtigen. Während sich das Tablet beim Bluetooth mit Standard 4.0 recht en vogue gibt, muss der Käufer beim kabellosen Netzwerk auf das aktuelle WLAN-ac verzichten.

Jenseits davon stehen aber per Miracast, DLNA-Medienserver und anderen Konnektivitäts- und Sharing-Features wie „SmartShare Beam“ oder „LG PC Suite“ zahlreiche Optionen offen, um Dateien vom Tablet zum Fernseher, vom Notebook zum Tablet oder vom Tablet zu allen möglichen kompatiblen Rechnern zu schicken. An sich ist so eigentlich alles an Bord, was ich benötige. Wirkliche Verbindungs-Engpässe konnte ich während des Tests nicht feststellen.

Kamera

Ein Wort zur Kamera

Auch wenn ich nicht wirklich viele Leute kenne, die mit ihrem Tablet Fotos machen, gehören doch eine Front- und eine Rück-Kamera zum guten Skype- und Schnappschuss-Ton. Entsprechende Hardware fehlt deshalb auch beim G Pad 10.1 nicht. Dabei muss ich mich beim Video-Chat oder im Selfie-Rausch mit der recht unspektakulären 1,3-Megapixel-Front-Knipse begnügen, die ihrer Auflösung entsprechend akzeptable Bilder liefert.

Die rückseitige Kamera löst immerhin mit 5 Megapixeln auf und schafft gemessen am kleinen Bildsensor dahinter ganz ordentliche Bilder und Videos bis Full HD. Voraussetzung ist dabei das richtige Licht, denn auf ein Fotolicht hat LG leider verzichtet. So schwindet mit dem Sonnenschein auch die Bildschärfe und mehr und mehr Rauschen schleicht sich ein.

Positiv fällt abermals die Kamera-Software auf, die zwar ab Werk nicht mit den Feature-Bollwerken von Samsung oder Sony mithalten kann, aber im Gegenzug sehr intuitiv und übersichtlich bedienbar ist. Praktische Features wie ein Grid sind ebenso an Bord wie der übliche Panorama-Modus. Und beim Anvisieren des Foto-Objektes fokussiert das Tablet gar mit 9 Messfeldern. Da weht doch tatsächlich ein winziger Spiegelreflex-Hauch durchs Tablet-Feeling.

Übersichtliche Kamera-Software
9 Autofokus-Felder vermitteln Kamera-Professionalität.
Übersichtliche Kamera-Software
Fazit

Gutes Allround-Tablet mit leichten Technik-Defiziten

Bei einem Tablet für 259,- Euro bin ich stets geneigt zu sagen, es kann technisch nicht mit den hochpreisigen Android-Brüdern mithalten. Aber es ist möglich, ihnen erfolgreich nachzueifern und das schafft das LG G Pad 10.1 leider nicht ganz. Hierzu fehlen einfach Full-HD-Display und RAM-Ressourcen. Die Preiskonkurrenz rund um Lenovo Yoga 2 Tablet, Asus Memo Pad FHD 10 und Acer Iconia Tab 10 legen hier in mindestens einer Disziplin vorn, manche Konkurrenten bieten sogar mehr Flash-Speicher und bessere Kameras.

Was das Tablet aber in jeder Hinsicht auszeichnet, sind die zahlreichen cleveren Software-Features, die ein rundum komfortables und intuitives Bedienerlebnis sicherstellen. Sei es der Knock Code, die Infrarot-basierte „QuickRemote“-App oder das „QPair“-Feature: Das LG-Tablet macht einfach Spaß und lässt so manches Hardware-Defizit vergessen. Letzten Endes bleibt bei mir vom G Pad der absolut positive Eindruck eines Android-Allrounders, den ich jederzeit gern zur Hand nehme, um zu surfen, Videos zu schauen oder aktuelle Gaming-Apps zu zocken. Und auch das unverwechselbare und haptisch angenehme Design sprechen deutlich für das LG G Pad 10.1. Wer also aktuell 250 Euro für ein Alleskönner-Tablet mit Charakter ausgeben möchte, wird beim G Pad sicher fündig.

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