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Huawei Mate 8 im Phablet-Test



Zugeordnete Tags Huawei | Smartphone | Produkttest
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Bewertung
Tolles Phone im Großformat
4,5

 Pro

  • Hochwertige Materialien
  • Hervorragende Verarbeitung
  • Satte Leistung
  • Sehr gutes Display
  • Dual-SIM
  • Starker Sound
  • Ausdauernder Akku
  • Flotter Fingerabdruckscanner

 Contra

  • Kamera mit Schwächen
  • Kein USB-Typ-C

„China kann es!“ so klärte mich seinerzeit Cyberport über die Bedeutung des Namens Huawei auf. Was China damals genau konnte, offenbarte sich mir beim ersten Hands-on des Ascend G615: verhältnismäßig viel Leistung bei beachtlich geringem Preis, verpackt in unverhältnismäßig unedlem Plastik. Seitdem sind 3 Jahre vergangen und Huawei ist im Premium-Segment angekommen.

Das beweist mir das aktuelle Mate 8 überdeutlich. Im 6 Zoll großen Phablet-Format präsentiert sich mir der Smartphone-Neuling als gekonnte Mischung aus satter Leistung und beachtlichem Design. Für 299 Euro UVP geht das zwar leider nicht mehr durch, dafür nimmt es das 600-Euro-Phone gut und gerne mit der Premium-Konkurrenz auf. Wie warm sich Xperia Z5, Galaxy S7 und Co. anziehen sollten, wird unser Test zeigen.

Lieferumfang

Hübscher Karton, ordentlich Inhalt

Recht zurückhaltender, aber edler Karton
Zuoberst das Huawei Mate 8
Daneben ein nettes Zubehör-Portfolio
Die Inhalte im Überblick
SIM-Tool
Das Schutz-Cover liegt wohl nicht serienmäßig bei.
Netzstecker
USB-Kabel, jedoch nicht vom Typ C
Beiliegende Kopfhörer
Recht zurückhaltender, aber edler Karton

Ein quadratischer strukturiert-schwarzer Karton mit gold-geprägtem Produktnamen? Ja, der erste Eindruck vom Smartphone-Karton passt schon einmal zum Premium-Anspruch. Und auch im Inneren wird dieser Anspruch aufrechterhalten.

So finde ich unter dem Deckel zunächst linkerhand das Phablet auf einem Papp-Tray. Darunter entdecke ich eine smarte Pappschachtel-Dreifaltigkeit, die Netzteil und USB-Kabel, Kopfhörer, SIM-Tool und eine Kurzanleitung in einem versiegelten Umschlag enthält. Zudem finde ich bei meinem Testgerät eine Schutzschale für die Smartphone-Rückseite. Hier scheint mein Mate 8 direkt vom Hersteller im Vorteil gegenüber dem Serienmodell zu sein, das keine Schutzhülle mitbringt.

Alles in allem präsentiert sich der Inhalt des Kartons auf jeden Fall in Premium-Laune und bringt genau das mit, was ich im Smartphone-Alltag benötige.

Haptik

So muss sich ein Smartphone anfühlen

Ladeanschluss & Mono-Lautsprecher (rechts)
Power-Button & Lautstärkewippe
Kopfhöreranschluss
Rückseite mit Kamera & Fingerabdruckscanner
Stattliche Erscheinung, das Mate 8
Ladeanschluss & Mono-Lautsprecher (rechts)

Dass das Plastik-Zeitalter vorüber ist, beweisen aktuell auch schon Mittelklasse-Smartphone von Honor, Sony und Co. deutlich. Mit seinem Premium-Phablet Mate 8 legt Huawei noch eine Schippe drauf. Daher muss ich an der Stelle einfach mal loswerden: Das neue Mate fühlt sich, ich bitte um Entschuldigung, geil an. Das liegt an der hervorragenden Material-Auswahl und der tadellosen Verarbeitung.

Die Rückseite des 6-Zöllers besteht fast vollständig aus Aluminium und wirkt gleichermaßen robust und hochwertig. Lediglich oben und unten brechen Plastik-Einsätze das Alu-Design auf, um optimale Funkqualität zu gewährleisten. Kamera und Fingerabdrucksensor sind ebenso mit einer edel-silbernen, angeschrägten Kante abgesetzt wie die Metall-Umlaufkante. Letztere lässt das Phablet ein stück weit kantig wirken und gibt ordentlich Widerstand, wenn ich das Phone in der Hand halte.

Die Vorderseite und somit das links und rechts fast randlose Display werden von Gorilla Glas 4 geschützt, das ebenso zu den Kanten hin leicht abgerundet ist und die Alu-Kante des Rahmens gekonnt wieder aufnimmt. So gelingt dem Mate 8 der Spagat zwischen einem geschmeidigen Touch-Gefühl und ordentlichem Grip. Das Gewicht von 185 Gramm stört mich dabei nicht.

Display

Display-Brillanz bei 15,2 Zentimetern Diagonale

Die Smartphone-Nation teilt sich aktuell in zwei Lager: Dem ersten Lager sind 4,5 Zoll schon deutlich zu groß, für das andere Lager darf das Phone auch gerne Phablet-Maße annehmen. Ich zähle mich eher zu Letzterem und bin damit schon einmal mehr als begeistert von den 6 Zoll, die das Huawei Mate 8 mitbringt. Zudem sind diese 6 Zoll sehr platzsparend untergebracht. Zum Vergleich: Das iPhone 6 Plus misst bei 5,5 Zoll einen Millimeter mehr in der Höhe und ist nur unwesentlich schmaler und schlanker.

Auch die Qualität des Bildschirms überzeugt. Zwar hat sich Huawei dagegen entschieden, dem QHD- und 4K-Trend, den so mancher Konkurrent vorlebt, zu folgen, doch auch die Full-HD-Auflösung des „IPS NEO“ getauften Displays überzeugt und ermöglicht scharfe Bilder, Texte und Videos bei sehr guten 368 ppi. Hinzu kommen absolut brillante Farben, knackige Kontraste und eine hervorragende maximale Helligkeit. Diese lässt zwar beim Blick von der Seite beziehungsweise von oben oder unten ein wenig nach, dafür bleiben Farben und Kontraste aus jedem Blickwinkel stabil.

Und wie steht es um die Touch-Funktionalität? Das Display reagiert derart akkurat und präzise, dass ich am ersten Test-Tag noch nicht einmal mitbekommen habe, dass da noch eine Schutzfolie drauf ist. Und auch ohne diese glänzt das Display in jeder Eingabe-Hinsicht. Zudem fühlt sich das Gorilla Glas – ich sagte es bereits – absolut geschmeidig an. So habe ich auch beim Display nichts zu meckern.

Hardware

Hardware auf der Höhe der Zeit

Ein Durchgang mit dem AnTuTu-Benchmark ...
... attestiert dem Smartphone Spitzenwerte.
Ein Durchgang mit dem AnTuTu-Benchmark ...

Kommen wir zu den technischen Details und der Performance des Huawei Mate 8. Hardware-seitig wartet das Phablet mit einem Octa-Core-Prozessor von HiSilicon auf, der – wie im High-End-Segment üblich – seine Leistung je nach Last in zwei Quad-Core-Segmente aufteilt. In der Praxis läuft das prima. Alltägliche Anwendungen meistert das Mate, ohne mit der Android-Wimper zu zucken, und auch bei aufwändigeren Games wie“Need for Speed: No Limits“ oder „Dead Effect 2“ lässt das Riesen-Smartphone keine Ruckler und Leistungs-Einbrüche zu. Das bestätigt auch das AnTuTu-Benchmark, das dem Huawei-Boliden einen Top-Rang zuweist.

Klassentypisch gibt sich das Mate 8 ebenfalls bei der Speicherei. Dementsprechend sind 3 Gigabyte RAM und stattliche 32 Gigabyte interner Speicher an Bord. Erweiterbar ist der Datenbunker per microSD, die bis zu 128 Gigabyte mitbringen können. Damit stehen mehr als genug Ressourcen für den Entertainment-Einsatz bereit.

Bleibt noch die Frage der Konnektivität. Auch hier punktet das Huawei-Phablet mit allen etablierten Standards. WLAN ist bis zur Version ac dabei, LTE, Bluetooth und NFC komplettieren das Angebot. Darüber hinaus kann der microSD-Slot auch für eine zweite SIM-Karte genutzt werden – bei den Premium-Konkurrenten alles andere als üblich.

Software

Viele hübsche Software-Features

Android 6.0, so heißt die Devise des Huawei Mate 8, denn das Phablet kommt mit der aktuellen Version des Betriebssystems daher. Über das Software-Herz hat Huawei sein EMUI-Rom in Version 4.0 gebügelt, das sicherlich Geschmackssache ist, für mich aber in weiten Teilen einen sehr übersichtlichen und funktionalen Eindruck macht. Zahlreiche Einstellungen nehme ich hier ohne große Sucherei vor und auch meinen Startscreen richte ich bequem mit den gewünschten Widgets und Effekten ein.

In den Einstellungen finde ich zudem noch das Menü „Intelligente Unterstützung“, in dem ich zahlreiche nette Gimmicks definiere. So kann ich zum Beispiel einstellen, dass das Telefon in den Lautlos-Modus wechselt, wenn ich es umdrehe oder ich kann ihm beibringen, dass das Mate ein Gespräch automatisch annimmt, wenn ich das Telefon ans Ohr hebe.

Außerdem versteht das Huawei-Smartphone auch eine ganze Reihe an Fingerköchel-Gesten, die die Bedienung erleichtern. So kann ich zum Beispiel mit dem Knöchel eine S-förmige Kurve auf dem Display ziehen, um einen Screenshot einer ganzen Webseite anzufertigen. Oder ich zeichne ein „c“, um die Kamera zu öffnen, ein „m“, um den Musik-Player zu starten, oder beispielsweise ein „w“, um in die Wetter-App zu gelangen. Viele dieser zusätzlichen Funktionen kann ich recht problemlos nutzen und die gewünschten Anwendungen reagieren prompt.

Bevor ich es vergesse: Natürlich hat das Mate 8 auch einen Fingerabdrucksensor an Bord und der funktioniert hervorragend. Einmal eingerichtet entsperrt die Abdruck-Erkennung mein Smartphone im Bruchteil einer Sekunde – ein deutlicher Vorteil zu Entsperrmustern und PINs.

Kamera & Klang

Gute Hauptkamera, sehr guter Sound

Die Kamera bringt viele Einstellungen mit.
Indoor-Aufnahme bei Tageslicht
Die Details lassen den Fokus vermissen.
Outdoor-Aufnahme bei Low Light
Starkes Bildrauschen & Detailarmut
Outdoor-Aufnahme bei Tageslicht
Bei Schärfe & Details geht noch was.
Die Kamera bringt viele Einstellungen mit.

Es wird Zeit, den Blick auf einen für mich sehr wichtigen Smartphone-Aspekt zu wenden – die Hauptkamera. Während mir die Front- und Selfie-Cam relativ gleich ist und ich die 8-Megapixel-Knipse des Mate 8 als guten Standard empfinde, muss mich die rückseitige Kamera mit ihren 16 Megapixeln wirklich vom Hocker reißen, damit ich das Phablet als Alternative zu Xperia Z5 oder Galaxy S7 in Erwägung ziehen würde.

Das schafft die Kamera allerdings nicht ganz. Die Bildqualität geht zwar durchaus in Ordnung und liegt auch deutlich über dem Schnitt der meisten Mittelklasse-Smartphones. An die Leistung der Klassenbesten kommt die Cam jedoch nicht heran. Die Farben und Kontraste meistert sie dabei noch ganz gut, bei der Schärfe geht sie jedoch Kompromisse ein. Und bei schlechteren Lichtverhältnissen nehmen Bildrauschen und Unschärfe noch deutlich zu. Das Foto-Ergebnis überzeugt dann zwar meist auf dem Smartphone-Screen, bei genauerer Betrachtung auf dem Notebook halten die Bilder meinem kritischen Blick nicht mehr Stand.

Was mich im Gegensatz dazu ziemlich vom Hocker gehauen hat, ist der satte Sound des Mate 8. Sowohl beim Telefonieren als auch beim Musikhören über den Mono-Lautsprecher weiß das Huawei-Phone zu überzeugen. Besonders bei Letzterem haben mich der überraschend große Bass- und ausgewogene Mitten-Anteil beeindruckt. Kein Vergleich zu meinem Xperia Z1. So lasse ich mich doch das ein oder andere Mal hinreißen, Musik und Videos ohne Kopfhörer zu hören. Es klingt auch so toll.

Akku

Ordentliche Akku-Leistung

An dieser Stelle bleibt noch die Frage, wie lange der Akku des Mate 8 durchhält. Das hängt, wie immer, von der Nutzung ab. Schaue ich nur selten auf das Display und nutze die zahlreichen Features nur spärlich, geht dem Phablet erst nach zirka 1 ¾ Tagen die Luft aus. Das fällt mir allerdings doch ein wenig schwer, sodass ich meist bereits nach einem Tag nachladen muss.

Und natürlich habe ich auch die oben genannten Games einmal mehr als ausgiebig gezockt und den Akku nach zirka 7 Stunden an den Rand des Zusammenbruchs gebracht. Aber hey, ein Smartphone ist schließlich keine Gaming-Konsole und bei normaler Nutzung macht das Mate 8 gut mit.

Fazit

Top-Phone mit kleinen Detail-Schwächen

Wie warm sollten sich Xperia Z5, Galaxy S7 und Co. denn nun im Angesicht des Mate 8 anziehen? Nun, das kommt ganz auf den Fokus an. Was Design, Hardware und Klang angeht, mischt das Mate 8 die Oberliga ordentlich auf – oder zumindest mächtig mit. Vor allem Haptik und Look lassen mein Herz für das Huawei-Phablet schlagen. Beim Display hat die Konkurrenz zwar mehr Bildpunkte, aber nicht unbedingt die bessere Qualität zu bieten. Auch hier steht das Mate 8 noch gut da.

Wer wie ich viel Wert auf die Kamera-Leistung legt, dürfte bei den Konkurrenten des Huawei-Smartphones eher fündig werden. Auch fehlt dem Mate 8 der heutzutage viel gepriesene USB-Typ-C-Anschluss. Mich persönlich stört das zwar weniger, aber ein Premium-Phone sollte dennoch alle aktuellen Must-haves mitbringen, um uneingeschränkt zu überzeugen. Letzten Endes präsentiert Huawei trotz allem, ein absolutes Smartphone-Erlebnis, das den aktuellen Preis von 606 Euro durchaus rechtfertigt. Wer auf der Suche nach neuer Technik in besonders edlem Gewand ist, sollte sicherlich mehr als nur ein Auge auf das Huawei Mate 8 werfen.

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