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Friend #1: LG Cam Plus Kamera-Zusatz-Modul im Test



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Bereiche

Bewertung
Gadget mit wenig Mehrwert
3

 Pro

  • Fungiert als Handgriff
  • Schalter zum Direktstart auch aus dem Stand-by
  • Auslöser mit doppeltem Druckpunkt
  • Eigener Akku

 Contra

  • Verschlechtert die Haptik bei Nutzung als Smartphone
  • Viele Features ohne Mehrwert
  • Rändelrad unsinnig
  • App mangelhaft umgesetzt

Der erste Friend of LG, den ich unter die Lupe nehmen möchte, gehört wohl auch zu den erschwinglichsten und gleichzeitig eindeutig modularsten Erweiterungen des LG G5: Das Cam Plus soll aus dem LG-Smartphone eine Kompaktkamera machen und gehört mit aktuell knapp unter 100 Euro definitiv in die Kategorie „Gadgets, die einen Blick wert sind“.

Lieferumfang

Handliches Modul ohne großes Zubehör

Beim Auspacken des Cam-Plus-Moduls wird sehr schnell klar: Friend Nummer 1 kommt ohne großes Brimborium daher. So finde ich im kompakten Karton nichts weiter als das Modul, ein ordentlich dickes Handbüchlein in mehreren Sprachen und noch einen weiteren Beileger. Kabelei und sonstiges Zubehör gibt es und braucht es eigentlich auch nicht. Das betrifft auch eventuelle Ladekabel. Den separaten Akku des Cam-Moduls lade ich entweder nach dem Einklinken ins Smartphone oder separat mit dem Netzteil des LG G5.

Das Cam-Plus-Modul im Karton
Überschaubarer Karton-Inhalt
Anschlüsse an der Unterseite sowie ein Switch zum Start der Kamera
Rändelrad, Foto-Auslöser mit doppeltem Druckpunkt, Video-Auslöser
Hier wird der Akku angedockt.
Das Cam-Plus-Modul im Karton
Hardware

Modul mit Zusatzakku & kleinem Tasten-Portfolio

Im Cam Plus finde ich einen der aktuell wenigen Friends, der auch tatsächlich der Modularität des LG G5 zugutekommt. Denn um das Cam-Plus-Modul zu nutzen, muss ich es zunächst einmal an das Smartphone andocken. Also löse ich den Boden des G5, entferne den Akku und klicke ihn ins Cam-Modul ein. Danach kann ich das Modul wieder ins Smartphone stecken.

Die Stromquelle des LG Cam Plus kommt mit 1.200 Milliamperestunden daher und liefert dem LG G5 dann Strom zu, wenn die Tasten des Moduls benutzt werden. Ein Zusatzakku für das Smartphone ist’s also so gesehen leider nicht und eine verlässliche Akkustandanzeige gibt es auch nicht. Dafür fungiert der wuchtige Akku aber als Grundlage für einen ganz angenehmen Handgriff ähnlich dem einer Kompaktkamera. Dass das Smartphone dadurch recht klobig und schwer wird und auch nur noch mäßig sicher auf dem Tisch liegt, muss wohl als Wermutstropfen akzeptiert werden.

An Tasten bringt das Cam Plus einen Schalter mit, mit dem ich auch aus dem Stand-by direkt in die Kamera-App wechsle. Ein Rändelrad täuscht Zoomen vor und lässt mich vom Weitwinkel- zur Standard-Linse wechseln. Jenseits davon gelange ich in den digital nachberechneten Bereich. Meines Erachtens ist das Rad aber hakelig und macht (vor allem wegen des schnellen Abgleitens in den Bereich des bildschwachen Digital-Zooms) wenig Sinn. Daneben gibt es noch einen Foto-Auslöser mit doppelten Druckpunkt fürs Fokussieren und Auslösen – ein sehr angenehmes Feature, das ich von meiner DSLR kenne und an ihr schätze. Der letzte Button dient als eigenständiger Video-Auslöser.

Modul, Akku, Smartphone
Als erstes docke ich den Akku ins Modul ...
... und versenke die Kombi dann im Smartphone.
Ein bisschen wie eine Kompaktkamera
Modul, Akku, Smartphone
App

Die passende App für das Cam-Plus-Modul?

Da das Cam-Modul auf Anhieb mit der Kamera-App harmoniert und die Hardware-Tasten die entsprechenden Funktionen der Kamera gezielt ansteuern, bin zunächst gar nicht auf die Idee gekommen, dass es eine separate App für das Cam-Plus-Modul geben könnte. Ein Abstecher in den Play Store und den vorinstallierten Friends Manager beweist mir allerdings das Gegenteil

Also lade ich die „LG Cam Plus Manager„-App herunter und stelle schnell fest: Beim detaillierten Blick in die Anwendung wird ihr Zweck auch nicht nachvollziehbarer. So gesehen macht die App nämlich nichts weiter, als nach Software-Updates zu suchen. Sie dient weder dem Kamera-Management noch taugt sie für die Aufnahme oder Wiedergabe von Bildern und Videos. Das Dumme daran: Die Wortwahl in der App macht das alles andere als klar. Ich komme mir die ganze Zeit vor, als würde ich im letzten Schritt der Einrichtung festhängen. Erst nach Recherchen stelle ich fest, dass die App gar nicht mehr machen soll. Eine äußerst schwache Kür.

Hinweise bei der ersten Nutzung der Kamera-App
Was will mir der Cam-Manager nur sagen?
Hinweise bei der ersten Nutzung der Kamera-App
Fazit

Nicht mehr als ein mäßig nützliches Gadget

Was soll ich nur vom Cam-Plus-Modul halten? Viel mehr als ein bisschen Komfort beim Halten des Smartphones in Digicam-Manier, ein kleiner eigener Akku und ein Auslöser mit zwei Druckpunkten steht nichts auf der „Erwähnenswert“-Liste. So bringt es dem G5 zu wenige Verbesserungen, um wirklich Sinn zu machen. Es tut schlicht und ergreifend für die Nutzung des Smartphones beim Fotografieren nicht Not und rechtfertigt den Preis von knapp 100 Euro in keinerlei Hinsicht. Schade.

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