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Asus Transformer Book Flip im Convertible-Test



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Bereiche

Bewertung
Gut, aber nicht incredible
4

 Pro

  • Hybrid-Funktionalität
  • Aluminium-Finish
  • Gute Kontraste & Schärfe
  • Dedizierte Grafik
  • Gutes Anschluss-Paket

 Contra

  • Gewöhnungsbedürftige Tastatur
  • Schlechte Blickwinkelstabilität
  • Flacher Sound

Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber der Entscheidungsprozess für ein neues Notebook kann zur Belastungsprobe für eine gut laufende Beziehung werden: Als ich vor nunmehr bald 3 Jahren mit den Recherchen zu meinem neuen Notebook begann, fühlte sich zunächst alles ganz harmlos an. Ein bisschen Recherche hier, ein bisschen Hands-on da und unversehens fand ich mich in einer Situation wieder, in der ich die Fragen meiner besseren Hälfte eher zweifelhaft beantwortete. Ein „Was wollen wir heute essen?“ quittierte ich mit einem „Ich muss mich erst einmal über VAIO und XPS belesen.“ Eine erneute Nachfrage endete in einem philosophischen Dialog über RGB-Farbräume – sehr zum Frust meiner Frau.

Schließlich entschied ich mich für einen 17-Zoller von Asus. Seither sind einige Jahre ins Land und einige Erfahrungspunkte auf mein Konto gegangen. Heute weiß ich: 17 Zoll sind zu groß, Core i7 sollte es schon sein, SSD ist ebenso Pflicht wie dedizierte Grafik und ein 4 Kilogramm schwerer Plastik-Klotz darf es auf keinen Fall wieder werden. Doch auch Convertible möchte das Notebook bitte sein, schließlich ist es immer wieder faszinierend, wie verdutzt das Publikum auf unvermittelte Display-Klapp-und-Dreh-Aktionen reagiert. Mit all diesen Kriterien lande ich schnell wieder bei Asus und dem aktuellen Transformer Book Flip. Ob der Notebook-Tablet-Hybrid jedoch das Zeug zum Traumrechner hat, wird der Praxistest zeigen.

Unboxing

Notebook mit klassischem Lieferumfang

Der Karton macht Entertainment-Eindruck.
Im Karton wird's edler.
Mit Asus auf der Suche nach dem Unglaublichen.
Überschaubares Zubehör-Portfolio
Der Karton macht Entertainment-Eindruck.

Beim Unboxing bin ich unschlüssig, ob sich das Asus-Notebook als hippes Entertainment-Convertible oder als edles High-End-Notebook verstanden wissen will. Das Äußere des Kartons spricht für Ersteres, doch schon nach dem Aufklappen der Papp-Verpackung suggerieren das in ein Schutz-Vlies eingeschlagene Transformer Book, der in sich verschachtelte Karton und der omnipräsente Asus-Claim „In Search for Incredible“ eine gewisse Hochwertigkeit. Diese kaufe ich Asus an der Stelle einmal ab und suche mit nach dem Unglaublichen.

Das ist der Inhalt des Schutz-Vlieses zwar nicht, dennoch präsentiert mir Asus ein respektables Notebook, das haptisch durchaus überzeugt. Aber davon später mehr. Alles andere als unglaublich ist der weitere Box-Inhalt, der sich auf Garantie-Schein, Kurzanleitung, VGA-zu-USB-Dongle und Netz-Adapter beschränkt. Letzterer ist im Vergleich zu dem meines bisherigen Notebooks hübsch kompakt und aus einem Guss, sodass ich Kabel und Netzteil nicht voneinander trennen kann – an sich nicht weiter problematisch für meinen Geschmack, allerdings zweifle ich etwas ob der Kabelbruchanfälligkeit der Ladekabel-Konstruktion.

Look & Feel

Überzeugend in Optik & Haptik

Äußerst edle Aluminium-Oberseite
Lautstärke-Wippe, USB-Ports & Co.
Ethernet, Card Reader, HDMI etc.
Vorschuss-Lorbeeren für den Sound
Nummernblock & kleine Pfeiltasten
Äußerst edle Aluminium-Oberseite

Weit entfernt vom Plastik-Klotz und damit ein deutliches Stück näher am „Incredible“ präsentiert sich das Äußere des Transformer Book Flip in glattem, hochwertigem gebürsteten Aluminium. Damit macht der Displaydeckel Eindruck, sammelt aber auch recht schnell Fingerabdrücke. Dank Alu-Verarbeitung überzeugen auch Tastaturumrandung und Handballenauflage mit Hochwertigkeit, wohingegen die Notebook-Unterseite nur als Plastikwanne daherkommt. Gearbeitet ist das Book dennoch mit Sinn für Bündig- und Makellosigkeit, sodass das Flip an keiner Ecke knarzt und keine unschönen Pass-Ungenauigkeiten aufweist.

Stabil und wertig zeigt sich auch das rückseitige 360-Grad-Scharnier, das die Wandlungsfähigkeit des TP500LN sicherstellt. Ob Laptop-, Stand-, Tent- oder Tablet-Modus, das Asus-Book bewährt sich über die Modi hinweg und geht dank annehmbarer 2,2 Kilogramm gerade noch so für die Kurzzeit-Tablet-Bedienung durch. Besonders lange mit der Linken halten und mit der Rechten bedienen kann ich das Convertible letztlich aber dann doch nicht.

Apropos Bedienung: Etwas gewöhnungsbedürftig erscheint mir das Tastatur-Layout, denn Asus entschied sich hier, auch einen Nummernblock auf kleinem Raum zu verbauen, sodass vor allem Shift-, Tabulator- und Umschalttaste gewöhnungsbedürftig klein ausfallen und beim Tippen nicht immer leicht zu treffen sind. Auch die abgesetzten Pfeiltasten sind recht winzig und anfänglich blind schwer zu bedienen. Nach der Eingewöhnung hingegen macht die Tastatur dank gutem Anschlag und angerauter Oberfläche eine ordentliche Schreib-Figur.

Last but not least noch ein Blick auf die Anschlüsse: Seitlich links vorne am Book finde ich Notebook-untypisch den Power-Knopf und darunter die Lautstärke-Wippe. In diesen Elementen will sich das Flip eindeutig als Tablet verstanden wissen. Unterhalb der Wippe finde ich zwei USB-2.0-Anschlüsse und die Windows-Taste, während Netz-Anschluss, Ethernet-Buchse, SD-Karten-Slot sowie HDMI-, Kopfhörer- und ein USB-3.0-Port auf der anderen Notebook-Seite verbaut sind. Damit bietet das Convertible ein ordentliches Konnektivitäts-Bouquet.

Display

Full-HD-Display mit gutem Kontrast & schlechtem Blickwinkel

Laptop-Modus
Tent-Modus
Tablet-Modus
Laptop-Modus

Das A und O eines guten Windows-8.1-Convertibles ist natürlich ein potentes Display. Hier liefert das Transformer Book leider nur eine durchwachsene Vorstellung ab. Zunächst punktet das Multitouch-Panel mit einer ansprechenden Genauigkeit und Reaktionsgeschwindigkeit auf Berührungen. Das ist vor allem für den Tablet-Modus essenziell, erweist sich aber auch im Laptop-Mode schnell als des Produkttesters Eingabe-Liebling. Die Konsequenz oder vielmehr Voraussetzung des Multitouch-Betriebes ist jedoch die glänzende Oberfläche des Panels und die macht einen Einsatz im Freien oder bei starkem Lichteinfall nur schwer möglich.

Leider gleicht Asus das Reflexions-Manko nicht mit übermäßiger Display-Helligkeit aus, sodass auch hierdurch keine bessere Outdoor-Tauglichkeit erreicht werden kann. Im Gegenzug dazu überzeugen jedoch die Kontraste und Schwarzwerte, die das beachtlich scharfe Bild in knackigen und naturgetreuen Farben wiedergeben. Das gilt allerdings nur bei direkter Draufsicht oder Blick von links oder rechts. Schaue ich jedoch auch nur leicht von oben oder unten auf das Display, kippt das Bild und die Kontraste verschieben sich bis ins Negative. Incredible ist das für ein Convertible bei Weitem nicht und für ein Tablet kann das den Todesstoß bedeuten.

Hardware

Ordentliche Leistung & massive Grafik-Power

Die technischen Daten des Asus Transformer Book Flip lesen sich durchweg respektabel: Beim Prozessor setzt das TP500LN-DN075H auf ein Intel Core i7 mit zwei Kernen, die bis zu 3,1 Gigahertz ins Feld führen. Mit dieser Leistung stemmt das Notebook souverän alle alltäglichen und auch weniger alltägliche Aufgaben. So konnten im Test auch Foto-Composing mit Adobe Photoshop CC und Videorendering mit Premiere Pro CC das Asus-Convertible nicht ins Schwitzen bringen.

Bei den Ressourcen setzt das Transformer Book auf 8 Gigabyte Arbeits- und 1,5 Terabyte Festplattenspeicher. RAM-seitig machen auch ressourcenhungrige Anwendungen und Games dem Book nichts vor und damit dabei auch die Geschwindigkeit stimmt, liefert Asus 24 Gigabyte SSD-Cache mit, die beim Systemstart und beim Laden häufig genutzter Anwendungen für einen gewissen Geschwindigkeits-Vorteil gegenüber herkömmlichen Festplatten sorgen sollen. Das tun sie auch, allerdings reicht die SSD-Cache-Leistung nicht an die Geschwindigkeit reiner SSDs wie der Samsung SSD 850 Pro heran. Im Gegenzug bietet das Asus-Book aber Einiges mehr an physischem Speicher und läuft damit den SSD-only-Convertible-Verwandten als Datenbibliothek par excellence den Rang ab.

Das allergrößte Hardware-Plus und ein absolutes Killer-Argument gegen viele Konkurrenten ist die dedizierte Grafik des Transformer Book Flip. Dank NVIDIA GeForce 840M Grafikkarte mit 2 Gigabyte VRAM avanciert das Notebook schnell auch zu Gamers Liebling und begeistert mit flüssigem Rendering selbst bei anspruchsvollen Spielen. Im Test mit „Battlefield 4“ zeigte sich das Notebook auch mit fast voller Detailstufe und zweithöchster Auflösung äußerst zockerfreundlich und arbeitete sich ohne Ruckler und Aussetzer durch die Levels. Sicherlich ist die inzwischen über ein halbes Jahr alte Grafikkarte nicht der Weisheit letzter Schluss, aber im Feld der Notebook-Tablet-Hybriden lässt sie das Flip deutlich herausstechen.

Die kleinen Details

Flacher Sound, ordentliche Akkuleistung

Das Windows-8.1-Convertible von Asus ...
... überzeugt beim Design ...
... und verwundert bei der Tastatur-Funktionalität.
Das Windows-8.1-Convertible von Asus ...

Eines scheint Asus bei seinem Transformer Book Flip TP500LN-DN075H besonders wichtig zu sein: die Betonung des SonicMaster-Stereo-Sounds, schließlich prangt der Hinweis dazu auf einem Aufkleber auf der Handballenauflage. Prall ist der Klang im Test allerdings weniger. So benötigen die vorn am Notebook verbauten und nach unten abstrahlenden Lautsprecher zunächst im Laptop-Modus einen festen Untergrund, um den Sound zu reflektieren und ein annehmbares Klangbild zu entfalten. Letzteres beschränkt sich leider auf Mitten und Höhen, die das Asus-Book recht ausgewogen und klar meistert. Bässe suche ich hingegen verzweifelt, sodass Game-, CD- und Film-Sound-Kulisse nie einen ansprechenden Klangkörper erhalten und stets ziemlich flach daher kommen.

Weniger flach um die Brust präsentiert sich der Akku, der die vom Hersteller angegebenen 6 Stunden Ausdauer im Test je nach Anwendung sogar fast erreicht. Während das Book beim Gaming nach 2 bis 3 Stunden an die Steckdose muss, genieße ich bis zu 5 Stunden Video-Entertainment ohne Ladebedarf. Bei mittlerer Display-Helligkeit und den üblichen Office-Aufgaben komme ich den 6 Stunden sogar ziemlich nahe.

Fazit

Am Traum-Notebook vorbeigeschrammt

Core i7, dedizierte Grafik, Windows 8.1, Aluminium-Finish – all das liest sich doch ordentlich incredible für einen Notebook-Tablet-Hybriden. Leider ist der einzig wahre Stunner des Asus Transformer Book Flip TP500LN-DN075H die performante GeForce-Grafik, die auch aktuelle Games zuverlässig stemmt. Prozessor, Software-Paket und Festplatten-Leistung befinden sich auf klassentypischem Niveau und setzen das Asus-Notebook nicht wesentlich von der Convertible-Konkurrenz ab. Mit 1,5 Terabyte Festplatten-Speicher hat das Book allerdings die Ressourcen-Nase leicht vorn, geht aber bei der Geschwindigkeit Kompromisse ein. Hier reicht der SSD-Cache nur für da Nötigste.

Für ebenso gemischte Gefühle sorgt das Display des Transformer Book. Dank Full HD, hohem Schärfelevel und guten Kontrasten ordentlich aufgestellt verspielt sich das Multitouch-Panel mit schlechter Blickwinkelstabilität, hohen Reflexionen und geringer Helligkeit die Chance auf eine Kaufempfehlung. Hinsichtlich der Verarbeitung fühle ich mich im Gegensatz dazu doch einigermaßen zum Flip hingezogen. Das Alu-Design und die gleichmäßig hochwertige Verarbeitung machen durchaus Eindruck. Letztlich würde mir das allerdings nicht reichen, um das Asus Transformer Book Flip TP500LN-DN075H zum neuen Traumrechner zu erklären. Für derzeit 999,- Euro erhält der geneigte Notebook-Freund dennoch ein rundes Technik-Paket, das vor allem mit Grafik- und Convertible-Bonus überzeugt.

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